Sonntag, 24. August 2014

Auf diese Erfahrung hätte ich gern verzichtet!

Wir schlafen mittlerweile ja alle unter einem Quilt, auch Katharina hat einen Quilt, seitdem sie dem Schlafsack entwachsen ist. Da es nun dem Herbst entgegengeht und nachts bei uns manchmal schon recht frisch ist, habe ich entschieden, dass Katharina nun einen Quilt mit kuschliger Rückseite braucht. Der andere ist auch schon ein wenig klein geworden.

Also habe ich im Kopf meine Stoffe sortiert und überlegt, welche ich nutzen könnte und da fiel mir ein FQ-Paket ein, welches ich Anfang des Jahres im Fatquartershop gekauft hatte.
Es sollte ein Quilt werden, der nicht so aufwändig ist, denn ein kleinteiliges Muster erschien mir für die Stoffe nicht so passend. Also habe ich meine Bücher gewälzt und ein einem Buch von Fons & Porter einen Quilt aus Dreiecken gefunden. Der sollte es sein.

Für die hellen Dreiecke hatte ich noch Fahnentuch liegen und habe ich darüber gefreut, denn so konnte ich gleich heute anfangen. Also habe ich aus dem hellen Fahnentuch erst einmal Rechtecke geschnitten, welche ich dann diagonal geteilt habe.

Als ich dann begonnen habe, meine bunten Stoffe zuzuschneiden, habe ich überlegt, dass ich dafür ja nun eine Schablone brauche, denn wenn ich die bunten Stoffe auch in ein Rechteck schneide und das dann diagonal teile, habe ich immer ein Dreieck über, welches ich nicht verwenden kann, da ich die Dreiecke ja immer in einer bestimmten Richtung verwenden möchte. Also habe ich mir eine Schablone zugeschnitten - und festgestellt, wenn ich meine Dreiecke mit der Schablone zuschneide, bleibt auch immer ein Dreieck über. Also kann ich auch Rechtecke schneiden und die diagonal teilen. Gesagt, getan. Und die Dreiecke, die ich nicht brauchen konnte, habe ich brav, so, wie ich sie von der Schneidematte genommen habe, weggelegt.

Während des Zuschneidens habe ich über die Dreiecke mit Katharina getextet, die mein Problem aber nicht erkannt hat. Also habe ich ihr ein Foto meiner hellen und bunten Dreiecke geschickt. Und als ich dann die übrig gebliebenen Dreiecke fotografieren wollte und sie von Regal genommen habe, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich war ja blöd. Ich brauchte doch die Dreiecke einfach nur einmal zu drehen und schon war alles wieder schön. Ich musste so herzhaft über mich und meinen Denkfehler lachen, dass mir die Tränen kamen. Selbst jetzt muss ich noch über meine Dummheit schmunzeln.

Ich habe dann meine Dreiecke zu Rechtecken und die zu langen Reihen zusammengenäht und bis dahin war noch alles wunderschön.

Zwischen die Dreieckstreifen habe ich jeweils einen schmalen bunten Streifen genäht und als das Top dann am Schrank hing, war das ganze Ausmaß des Dramas zu sehen: Krumm und schief. Und das, obwohl ich die Streifen mal von unten und mal von oben angenäht habe. Daran konnte es also nicht liegen.
Hier könnte man ja noch meinen, dass das Schiefe daran liegt, dass der Quilt unglücklich am Schrank hängt, aber nein, was ich mache, mache ich richtig, auch im Liegen ist der Quilt rechtslastig schief.
Die Blöcke sollten unterschiedlich angeordnet werden, bei jedem zweiten Block habe ich oben einen 3 Inch breiten Streifen abgeschnitten. Und kurioserweise sind die Streifen, die im Liegen alle gleich lang waren, unterschiedlich lang geworden. Ich habe lange überlegt, was ich mache und wenn mir Katharina nicht schon gesagt hätte, dass das ihre Decke wird, hätte ich das Ganze entsorgt.

Aber so habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und den Quilt rundherum wellig geschnitten. Gerade und rechteckig kann ja jeder. ;-)
Klar ist der Quilt bzw. das Top noch immer schief, aber so fällt es wenigstens nicht mehr ganz so sehr auf. Morgen werde ich das Teil in Wellenlinien quilten und dann hat meine Tochter auch einen warmen Quilt zum Zudecken.

Und als ich die Reste weggeräumt habe, habe ich spaßeshalber mal den Patchworkstoff und das Fahnentuch gedehnt und das war mein Problem: Das Fahnentuch dehnt sich viel mehr als der Patchworkstoff. Mmh, auf diese Erfahrung hätte ich nun wirklich gern verzichtet, aber nun weiß ich es und kann bei künftigen Projekten darauf achten und reagieren.

Kommentare:

Nana hat gesagt…

Das ist immer das gleiche Problem, wenn man unterschiedliche Stoffe verarbeitet. Ich machte mal einen Weißwäschequilt kombiniert mit neuen Stoffen... boah, was waren die alten dann labbering geworden und beulten beim quilten. Das war so ätzend! Hast Du trotzdem prima gelöst und das Kind freut sich, das ist die Hauptsache.

Nana

Eva Leisure hat gesagt…

Ohh - das ist echt fies! Aber sieht wirklich sehr cool aus. Wie eine Fahne im Wind - schön :-)

Claudis Nähfüßchen hat gesagt…

Liebe Viola,

das hast du aber noch gut gerettet.
Ein bisschen sieht der Quilt wie eine Segelregatta aus. Wunderschön!
Herzliche Grüße und einen guten Wochenstart wünscht claudi

Katharina Schwede hat gesagt…

Die Lösung ist klasse. Ein absolutes Unikat. freu Und Du weiß ich mag Einzelstücke immer lieber als Packungen :) Liebe Grüße Katharina, die gerade ähnliches mit ihrem Ahornquilt erlebt....

Erika hat gesagt…

Ach, das sieht aber doch sehr hübsch aus und Katharine bekommt einen einmaligen Quilt zum Zudecken.Die Farben finde ich auch sehr schön!Liebe Grüße Erika.

GittaS hat gesagt…

Das ist zwar Mist,aber genial gelöst.
LG
Gitta

Selbermacherin hat gesagt…

Oh ja, das kenn ich....
Bei solch einem Muster achte ich beim Nähen imer darauf, dass ich Stoffe entsprechend dehne...
Weißt du wie ich mein?
Susanne

Kristin hat gesagt…

Du hast es toll gelöst! ich hätte es vermutlich in die Tonne geworfen und eine neue ggfandere Dreecksdecke genäht ;)

lg Kristin

Veronika hat gesagt…

Hallo,
der Quilt sieht doch toll aus ! Warum schneidest Du aber Dreiecke zu statt mit der Methode aus zwei Quadraten ?

LG Veronika

Cattinka hat gesagt…

Egal ob schief oder nicht, Katharina wird Ihren eigenen Quilt lieben.
LG
KATRIN W.

Guwego hat gesagt…

Egal ob schief oder sonste was...
schön ist er trotzdem!!!!
LG
Guni