Donnerstag, 23. April 2015

Ismaels Orangen

Über einen anderen Blog, ich weiß jetzt nur nicht mehr, welcher das war, bin ich auf ein sehr interessantes Projekt gestoßen: Blog dein Buch. Dein hörte sich sehr interessant an und so habe ich mich mit meinem Blog beworben und ich wurde angenommen.

Meine Wahl für ein erstes Buch, welches ich gern lesen und anschließend besprechen wollte, fiel auf das Buch Ismaels Orangen. Zum einen, weil mir das Cover so gut gefallen hat und zum anderen hat mich der "Untertitel" angesprochen: Kann Liebe wachsen, wo Hass gesät wird? Eine spannende Frage.
 

Das Buch ist bei Blanvalet erschienen, es ist gebunden mit Schutzumschlag und umfasst 444 Seiten.
ISBN: 978-3-7645-0516-5
Klappentext: "1948 lebt der siebenjährige Salim Al-Ismaeli als Sohn eines wohlhabenden Orangenzüchters in Jaffa. Das sogenannte Orangenhaus, in dem die Familie wohnt, ist Salims ganzer Stolz. Wie für seine Brüder Hassan und Rafan wurde zu seiner Geburt ein Baum im Garten gepflanzt, von dem Salim hofft, bald die ersten Früchte ernten zu dürfen - dann wird er ein Mann. Doch bevor er diesen Schritt ins Erwachsenenleben machen kann, bricht in Palästina der Krieg aus. Die Familie muss ihr Land verlassen und nach Nazareth fliehen, wo Salims Halbschwester Nadia und ihr Mann ihnen Unterschlupf gewähren. Salim trägt ein Foto vom Orangenhaus bei sich, das sein kostbarster Schatz ist - und bald der letzte Beweis seines einstigen Glücks..."
 
 
 
 
Ganz so einfach war der Einstig für mich in das Buch nicht, etwas störend fand ich, dass die Erläuterung der Fremdwörter am Schluss des Buches war, so musste ich immer wieder hin- und herblättern und war jedes Mal wieder aus dem Text rausgerissen. Schließlich habe ich dann die Begriffe nicht mehr nachgeschlagen, zumal sie auch meist im Text auch noch erläutert wurde. Nach den ersten dreißig, vierzig Seiten war ich dann schon so von der Geschichte gefangen, dass ich mich auf jede freie Minute, die ich zum Lesen hatte gefreut habe.
 
Im Buch gibt es zwei Handlungsstränge, zum einen die Geschichte des kleinen Salim, ein Junge arabischer Herkunft und die der kleinen Judit, die Tochter von Holocaustüberlebenden, die in London aufwächst. Eigentlich ist es ja fast zu erwarten, dass sich Salim und Judit treffen, die Erwartung wird nicht enttäuscht. Beide treffen sich im London der 60er Jahre und fühlen sich, trotz, oder vielleicht gerade wegen, ihrer unterschiedlichen Herkunft, sehr zueinander hingezogen.  Sie verlieben sich ineinander, heiraten, trotz der Widerstände ihrer Familien und müssen sehr für ihre Liebe und ihr gemeinsames Leben kämpfen. Wir begleiten die Familie zum Ende der 80er Jahre, gehen mit ihr zusammen durch Höhe und Tiefen... Manchmal hätte ich den einen oder anderen gern geschüttelt, damit er aufwacht und in das Hier und Jetzt zurückkehrt... Das Buch nimmt eine überraschende Wendung, wobei, wenn man zwischen den Zeilen gelesen hat, musste es eigentlich irgendwie so kommen. Das Ende ist ein Ende, welches dem Leser Raum für seine eigene Geschichte gibt, das gefällt mir. Es wird ein Spannungsbogen aufgebaut, der von der ersten bis zur letzten Seite bestehen bleibt.
 
Ich bin ein bekennender "Erst-die-letzte-Seite-Leser", danach entscheide ich, ob mich ein Buch anspricht oder nicht. Hier war es so, dass ich, obwohl ich den Schluss zuerst gelesen hatte, nicht wusste, wie das Buch ausgeht, das ist es, was mich an Büchern fasziniert: Spannung bis zum Schluss!
 
Die Autorin Claire Hajaj ist 1973 in London geboren und selbst zwischen zwei Kulturen aufgewachsen, ihr Vater ist Palästinenser, die Mutter Jüdin. Sie lebte sowohl im Nahen Osten als auch in England. Sie weiß also, wovon sie schreibt. Das Buch "Ismaels Orangen" ist ihr erster Roman und ich bin gespannt, ob weitere und mit welchem Thema folgen werden.
 
Das Buch gibt es sowohl als gebundene Ausgabe (19,99 EUR), als auch als Kindle-Edition, Hörbuch (Download) oder Hörbuch-CD und von mir gibt es dazu eine klare Kaufempfehlung.


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