Dienstag, 10. November 2015

Wenn's dem Esel zu wohl ist, geht er auf's Eis tanzen!

Oder vielleicht doch nur eine Verzweiflungstat? So richtig weiß ich es nicht, ich tendiere aber eher zu letzterem: Einer Verzweiflungstat.

Verzweifelt daher, weil das Minikind seit Ende des Sommers (?) der Meinung ist, dass sie, wenn sie nachts wach wird, was leider nicht nur einmal passiert, nicht mehr in ihrem Bett weiterschlafen kann. Warum sie der Meinung ist, weiß ich nicht, es hilft auch alles gut Zureden nichts. Sie meint, sie kann in ihrem Bett nicht mehr weiterschlafen. Wenn wir sie abends in's Bett bringen, bekommen wir immer ihren Lieblingsspruch: "Nachtlicht an und Tür ein bisschen auf, aber nicht so miniklein!". Wir können ihn schon auswendig. Natürlich machen wir das Nachtlicht an und natürlich lassen wir die Tür offen, aber nicht so miniklein. Zum Einschlafen geht das auch prima, aber sobald sie nachts wach wird, ist es mit unserer Nachtruhe vorbei.

Sie hat dann die Angewohnheit, sich in ihr Bett zu setzen und aus Leibeskräften nach uns zu schreien, nein, sie ruft nicht, sie schreit. Und das in so kurzen Abständen, dass wir immer denken, das ganze Haus hört sie. Wir haben ja ein Babyphone, aber den Zusammenhang zwischen den weißen Ding und den Geräuschen, die bei uns ankommen, scheint sie noch nicht so richtig verstanden zu haben. Und wenn man nachts aus dem Tiefschlafen mit einem lautstarken "Paaaaaapaaaaaa!" oder wahlweise auch "Maaamaaaa, Maaaaamaaaaa!" geweckt wird, dann ist die Freude natürlich groß.

Nehmen wir sie mit zu uns in's Bett schläft sie prima weiter, nur wir und ich ganz besonders, leider nicht. Sie hat ja dann auch die Angewohnheit, zu drängeln und zu schieben. Wir haben uns auch schon mit zu ihr in's Bett gelegt, aber liege mal als Erwachsener Mensch in einem halbhohen Bett mit Umrandung, traumhaft. Ich habe Katharina in meiner Verzweiflung auch schon erzählt, dass nur die Kinder in den Kindergarten gehen dürfen, die die ganze Nacht in ihrem eigenen Bett schlafen - eine Nacht ging es gut. Heute Nacht das gleiche Spiel: Sie ist wach und kann in ihrem Bett nicht mehr schlafen. Zuerst habe ich es mit an ihrem Bett stehen versucht, nach einer viertel, halben Stunde hatte ich dann aber kalte Füße und schlafen wollte sie wieder nicht. Also habe ich mich zu ihr in's Bett gelegt, um mir dann irgendwann von ihr anhören zu müssen, dass sie nun ja gar keinen Platz mehr für ihren Po hat. Toll, ich hatte für noch mehr keinen Platz. Egal, wir sind dann wieder in unser Bett umgezogen und ich bin dann um vier aufgestanden, wach war ich ja sowieso seit dreiviertel drei.

Unser Schlafzimmer liegt ja hinter dem Zimmer der Jungs und so müssen wir auch jede Nacht mehrfach durch ihr Zimmer durch, um zu Katharina zu kommen. Ihr Zimmer ist ein bisschen abgelegen in der Wohnung, also nicht weit weg, aber wir vier haben sozusagen unsere Betten auf der einen Seite der Wohnung und sie ihres auf der anderen Seite. Tja und so kam die Idee, dass wir - in allerletzter Verzweiflung Wohnzimmer und Schlafzimmer tauschen.

Das ist natürlich mit einem Haufen Arbeit verbunden, da wir die Möbel ja nirgendwo zwischenlagern können. Ich komme mir im Moment gerade so vor, wie zu DDR-Zeiten, die Leute, die einen Wohnungs-Ringtausch gemacht haben. Bei einem Ringtausch ist A in die Wohnung von B gezogen, während - im Idealfall - B in die Wohnung von A gezogen ist. Es gab aber wohl auch Ringtausche, wo drei Familien beteiligt waren.

Und so habe ich dann heute angefangen, die Schrankwand im Wohnzimmer leer zu räumen. Aber wohin mit den ganzen Sachen, die da drin sind? Also erst einmal auf den Esstisch. Wo sie bleiben müssen, bis das andere Wohnzimmer wieder eingeräumt werden kann.
Für die Zimmertauscherei ist es gut, dass die Schrankwand im neuen Wohnzimmer wegen Stellproblemen nicht wieder aufgebaut werden kann. Wenn die leer ist, kommt sie auf den Boden und alsbald auf den Sperrmüll (wobei sie dafür, wenn ich mir das Foto ansehe, zu schade ist, aber im neuen Zimmer sind die Tür und die Fenster anders angeordnet und daher haben wir da keine Stellmöglichkeit).
Wenn die Schrankwand weg ist, muss der große Kleiderschrank im Schlafzimmer leer geräumt, abgebaut, an der Stelle der Schrankwand wieder aufgebaut und wieder eingeräumt werden. Dann ist das Bett dran. Wo das Bett hinsoll, steht im Moment aber noch die Couch und umgekehrt, es wird in den nächsten Tagen also wieder eine logistische Meisterleistung. Von den ganzen Nähsachen rede ich erst gar nicht, die müssen nämlich auch einmal die Zimmer tauschen. Zum Glück haben wir gerade Urlaub. Nein, es ist nicht unser Jahresurlaub, wir reden hier von drei bzw. fünf Tagen Urlaub. :-(

Und ich hoffe doch sehr, dass Katharina der Gedanke, dass wir dann sozusagen Tür an Tür schlafen, nachts wieder durchschlafen lässt. Ich bin inzwischen in einem Alter angekommen, wo es mir durchaus was ausmacht, wenn ich nächtelang nicht mehr richtig schlafe. Und in meiner Erinnerung geht die ganze Sache, wie gesagt, schon seit Ende des Sommers. Und zu meinen nächtlichen Gedanken passt denn eben auch meine Blogüberschrift... Und morgens schäme ich mich sehr dafür, aber ich möchte doch nur mal ein, zwei Nächte am Stück durchschlafen. Und auch an den Nerven der Jungs zehrt es so langsam, denn ihre Schwester schreit so herzhaft, dass auch sie jede Nacht was davon haben. :-(

Kommentare:

Nana hat gesagt…

Ach weißt Du, daß mit dem Kinder müssen alleine schlafen, muß man nicht so streng sehen. Meine Kinder und wir schliefen viele Jahre in ein und demselben Zimmer. Der größte Raum war das Schlafzimmer und es standen drei Betten darin: unser Ehebett und für jedes Kind eines. Woran wir niemals litten: Schlafmangel! Beide Kinder schliefen ganz wunderbar und wenn es mal wach wurde, sagte sie: "Mama?" "Bin hier, Kind, schlaf weiter." "Guuut", dann legte sie sich hin und schlief direkt weiter. In anderen Ländern schlafen noch mehr Personen in einem Raum, machmal sogar in einem Bett. Seit 4 Jahren hat nun jedes Kind ihr eigenes Zimmer (hatten sie vorher auch, aber das Schlafen war halt immer ein Problem), die Große will auch alleine schlafen, aber die Kleine (wird im Dez. 11) liebt es immernoch, wenn jemand bei ihr schläft. So fragt sie immer: "Mama, schläfst du heute bei miiiiiiir?" Dann klappt sie ihr Bett auf und hat 1,40 m für uns beide.

Wir vier in einem Zimmer ist rückblickend die beste Zeit bislang gewesen und heute noch fahren wir in Urlaub und nehmen im Hotel das Familienzimmer ;-)

Nana

nealichundderdickeopa hat gesagt…

Liebe Viola,
ich sehe das ähnlich entspannt und glaube auch, dass "allein schlafen" völlig überbewertet wird. Unsere Lösung waren offene Türen, so dass die Mädels jederzeit zu uns ins Bett schlüpfen konnten. Sie sind regelmäßig in ihren eigenen Betten eingeschlafen, aber oft genug sind wir morgens zu fünft aufgewacht. Und trotzdem war das ein erholsameres Schlafen, als endlose Diskussionen und Beruhigungsversuche....
Lass Dich mal feste Drücken und viel Kraft wünschen bei Eurem "Umzug"
Alles Liebe, Katrin (die sich aber schon fragt, ob die Jungs nicht einfach mit Katharina hätten tauschen können?)

Petruschka hat gesagt…

Oh man, da habt Ihr echt was vor. Hoffentlich ist mit dem Zimmertausch das Problem dann behoben. Zum Glück sind wir von dem geschilderten Problem verschont geblieben.
Alles Gute!

Herzlichst, Petruschka

Maja hat gesagt…

Liebe Viola,
ich sehe das genauso unentspannt wie du.
Ich kann nämlich nicht richtig schlafen, wenn jemand neben mir nur lauter atmet.
Da bin ich ganz empfindlich.
Ich hoffe dass sich der Zimmertausch bewährt und du wieder deinen verdienten Schlaf bekommst.

LG Maja

Elke hat gesagt…

Liebe Viola,
das kenne ich nur zu gut, zuerst von unserer Tochter und dann von Sohn.Sie kamen - allerdings ohne Geschrei- zu uns ins Bett und haben ruhig weitergeschlafen. Ich weniger. Das hörte mit der Schule auf. Das waren sehr viele Jahre,denn unsere Tochter ist 7 Jahre älter als unser Sohn.Die Kleinen brauchen in der Nacht irgendwie noch die Nähe der Eltern wenn sie aufwachen.Sie fürchten sich, wovor auch immer. Ich hoffe, dass es durch den Zimmertausch wieder ruhiger wird.
LG Elke