Sonntag, 31. Mai 2026

The heart of lion

Habt vielen Dank für eure Kommentare zu meiner Jane, die im Moment erst einmal wieder liegt und auf das Weiterquilten wartet. Aber nun hat es so lange gedauert, da kommt es auf ein paar Jahre mehr oder weniger nicht an. 😂

Am Pfingstmontag hatte Katharina gefragt, ob ich ihr aus einer langen eine kurze Hose machen könnte. Konnte ich, habe ich auch gemacht. Weil ich ihr ein Label angeboten hatte, was sie nicht wollte, fiel mein Blick im Regal auf eine Tüte und ich musste erst einmal gucken, was darin ist. Ach ja, ein Stoffpaket für einen Quilt. Ups, hatte ich denn die Anleitung schon gekauft? Ja, hatte ich, sie war auch schon auf dem Rechner und wenn ich die Anleitung schon mal offen habe, kann ich den Schnitt doch gleich mal drucken.

Und so kam dann eins zum anderen, wenn ich drucke, kann ich ja auch mal gucken und ausschneiden und nähen und Teile zusammennähen...  Die Stoffe waren Moda Solid, bisher kannte ich diese Stoffe noch nicht. Alle waren schon beschriftet, das machte den Anfang leichter. 

Manche der Schnitteile waren, im Gegensatz zu den Sachen, die ich bisher genäht hatte, richtig groß. 

Da Anleitung lesen was für Anfänger ist, habe ich mit dem aufwändigsten Teil begonnen, dem einen Auge. Da waren ziemlich viele kleine Teile zu nähen. Den linken Bereich des Quilts habe ich am Sonntag fertig genäht. Das sah schon richtig gut aus.
Erst später habe ich dann gelesen, dass von dem Shop, bei dem ich das Stoffpaket gekauft habe, empfohlen wird, zuerst die großen Schnittteile zu nähen und anschließend die kleineren, da dann auch Reste mit verbraucht werden können. Ohje, seit diesem Zeitpunkt hatte ich Sorge, dass meine Stoffe eventuell nicht reichen könnten. Ich kam leider erst wieder am Donnerstag dazu, ein wenig an meinem Quilt weiterzunähen. Ich habe dann zunächst die größten Teile genäht und je mehr große Teile ich genäht hatte, umso zuversichtlicher wurde ich, dass die Stoffe reichen.
 
Freitag abend wollten Steffen und ich zum Fußball fahren und so habe ich das Schwimmen ausgelassen (wenn ich schwimme, bin ich abends einfach nur noch platt und müde) und habe stattdessen an meinen Teilen weitergenäht. Ich bin richtig gut vorangekommen und es war schon zu erkenne, dass der Löwe richtig toll wird.
Gestern habe ich dann die weiteren fehlenden Teile genäht und irgendwann fehlte nur noch das rechte Auge. 
Das rechte Auge und die beiden Teile mit dem Bart waren echt die schlimmsten zu nähen. Die Bartteile waren recht groß und unhandlich und alle drei Teile enthielten sehr viele Teile. 
Letztendlich habe ich es dann aber doch geschafft und konnte dann abends beim Fernseh gucken meine Teile zusammennähen.
Ich hatte beim Zusammennähen der großen Teile erst ein bisschen Sorge, ob die Übergänge passen. Zweimal musste ich trennen, da es nicht ganz genau passte. Nachdem das erledigt war, war ich dann auch zufrieden. Nun steht die Frage im Raum, wie ich den Löwen quilten soll. Ich denke, ich werde es so machen, wie die Designerin, füßchenbreit neben der Naht.

Sonntag, 24. Mai 2026

47/169

Nun sind die Patchworktage schon wieder eine Woche vorbei, noch hallen sie mit den schönen Ausstellungen und Quilts nach, mit den tollen Treffen mit Gleichgesinnten, mit vielen neuen Ideen und Anregungen... Es war ein schönes Wochenende. Ich war bisher nur ein einziges Mal auf den Patchworktagen und das war im letzten Jahr in Goslar. Die Ausstellungen waren dort über die ganze Stadt verteilt, in Suhl fand alles im Congresscentrum statt. Ich glaube, die Ausstellungsanordnung in Goslar gefiel mir besser. Aber auch in Suhl waren tolle Quilts und Ausstellungen zu sehen.

Ein Quilt hat es mir ganz besonders angetan. Ich weiß gar nicht, wer als erstes von dem Quilt erzählt hat, es könnte sein, dass es Valomea war... Ja, auch mich hat dieser Quilt fasziniert.

Ein Janequilt in unheimlich schönen Farben, handgequiltet. Ein Traum. Ich weiß leider so gar nicht mehr, zu welcher Ausstellung der Quilt gehörte und wer ihn genäht hatte. Auf jeden Fall hat mich dieser schöne Quilt daran erinnert, dass mein Janequilt ja auch immer noch auf seine Fertigstellung wartet. Inzwischen wartet er schon länger auf die Fertigstellung, als ich daran genäht habe. 😔

Also habe ich vor ein paar Tagen meinen Quilt mal unter dem Bett hervorgeholt. Und ja, er begeistert mich noch immer. 

Begonnen habe ich ja, den Quilt von Hand zu quilten, aber ich habe zwischendurch immer mal wieder überlegt, das Quilting mit der Maschine fortzuführen. Eine Entscheidung dazu ist bisher noch nicht gefallen. Die Mitte werde ich wohl von Hand quilten. Und weil heute die Sonne so schöne schien, habe ich mich mit meinem Quilt auf den Balkon gesetzt und einige Blöcke weiter gequiltet. Gut, bei den Temperaturen unter einer Decke zu sitzen, ist nun nicht so schön, aber im Winter, wenn man eine Decke braucht, auf dem Balkon sitzen ist ja nun auch nicht toll. 😂
Die Farben sind durch das orangene Sonnensegel und die roten Sonnenschirme etwas verfälscht. Leider ist mir mein kleinerer Nadelgleiter vom Tisch geglitten. Naja, Porzellan auf Steinboden, da verliert das Porzellan.  
Ich habe noch einen, der eine Nummer größer ist, dann nehme ich jetzt erst einmal diesen und hoffe, dass der mir nicht auch noch runterfällt. Um mich zu motivieren, habe ich mal die fertig gequilteten Blöcke gezählt: 47. Fehlen in der Mitte erst einmal noch 122 Blöcke. Puuh... Aber: Es sind fehlen nur noch 22, dann bin ich einstellig. Es ist immer eine Sache des Blickwinkels.

Freitag, 22. Mai 2026

Drahtglas

Habt vielen lieben Dank für eure Kommentare, über die dieses Mal nicht nur ich mich, sondern auch Katharina sehr gefreut hat. Ja, das Bild hat sie wirklich schön gemalt und ich liebe diesen Quilt. Eigentlich liebe ich alle meine Quilts, die Gelmerodaquilts ganz besonders, aber mancher liegt mir ein klein wenig mehr am Herzen als die anderen...

Mein Arenaquilt ist auch schon seit einer Weile fertig, aber bisher hat er es noch nicht in den Blog geschafft. Ich habe ihn sehr dicht, ein klein wenig zu dicht, gequiltet. Ich habe mich dabei am Abstand des Nähfußes orientiert, sowohl in den horizontalen als auch in den vertikalen Quiltlinien und so sah mein Quilt am Ende wie eben Drahtglas aus.

Dieses Glas verbind ich mit meiner Kindheit, da wir zu Hause mindestens ein Kellerfenster aus Drahtglas hatten. Ich musste Papa erst einmal fragen, ob das Glas einen bestimmten Namen hat, ich konnte mich nur an die leicht gebliche Farbe und das Karo darin erinnern.

Mein Quilt hing auch schon am Platz, den musste er nun aber schon wieder für den Maiquilt räumen. Ich merke, ich brauche dringend mehr Platz, sowohl zum Hinhängen der Quilts als auch zum Verstauen...

Da das Wetter gerade so wunderschön ist, habe ich meinen Quilt auf dem Balkon fotografiert, ich finde, die Farben leuchten gerade da so richtig toll.

 
Ichh abe den Quilt mit einem unsichtbaren Binding versehen, so stört nichts die Arenaansicht.

Dienstag, 19. Mai 2026

mein allerliebster Herzensgelmerodaquilt

Ihr kennt das bestimmt auch: Zu bestimmten Anlässen bekommt man von den Kindern selbst gemalte Bilder geschenkt, gern noch mit einer Liebeserklärung. Wobei, die Jungs, besonders Jonathan, haben auch gern Gutscheine verschenkt. Oft muss ich an den Gutschein für "einkaufen" denken. Den habe ich von Jonathan geschenkt bekommen und sehr bald nach dem Verschenken, fragte er mich, wann ich denn einkaufen gehe, ich sollte ihm nämlich etwas kaufen. Ich habe ihm dann erklärt, dass das, was auf dem Gutschein steht für mich gemacht wird, nicht durch mich. Er guckte mich mit großen Augen an, überlegte einen Moment und meinte dann, dass er jetzt ein Problem hätte. 😂Und ich hätte eine Menge Freizeit mehr. Ok, aber eigentlich wollte ich ja von den Bildern schreiben.

Von Katharina bekam ich einen lieben gemalten Muttertagsgruß. Und ich finde, das hat sie so richtig toll gemacht:

Ist das nicht schön? Ich musste tatsächlich ein wenig tränen. Und ganz schnell stand fest, dass ich einen Gelmerodaquilt genauso nähen werde. Die Farbverteilung hat Katharina richtig schön gemacht. Und weil dieser Quilt etwas ganz Besonderes ist/wird, habe ich mich mal wieder für Oakshots entschieden. 

Wenn ich einen Plan habe, kann ich sehr zielstrebig sein und so habe ich den freien Tag in der letzten Woche genutzt und habe das Gelmerodatop in Katharinas Farben genäht. Ein kleines bisschen habe ich den Schnitt verändert, um Katharinas Formen aufzugreifen. Einzig mit dem grünen Teil an der rechten Seite hatte ich zunächst meine Probleme. Am Ende habe ich ein Stück grünen Stoff appliziert und so sah dann mein Top am Ende des Tages aus:
Schön sah es aus, allerdings missfiel mir die rechte Seite mit dem grünen Stoff. Ich habe mir Katharinas Zeichnung noch einmal genau angesehen und meinen "Fehler" dann entdeckt. So habe ich Freitag, bevor wir nach Suhl gefahren sind, noch einmal mein Top geändert. Den rechten Teil habe ich wieder abgetrennt und neu genäht. Dabei habe ich dann den grünen Streifen ebenso genäht, wie die anderen schrägen Teile.
 
Ja, so sieht die Version viel, viel besser aus und ich konnte beruhigt nach Suhl fahren. 😉Am Sonntag habe ich dann mein Top zum Quilt gemacht. Ich habe seit langem mal wieder freihand und etwas intensiver gequiltet. Ich wollte gern klassisch und modern kombinieren und so habe ich im unteren Bereich zum Beispiel eine Feder gequiltet. Ich finde auch, die Feder ist gut gelungen.
Im Himmelbereich habe ich aufsteigende Herzen gequiltet, schließlich ist das mein allerliebster Herzensgelmerodaquilt. 😍 

Und ich finde, mein Quilt sieht genauso aus wie Katharinas Zeichnung.

Dienstag, 12. Mai 2026

Mein Arenaquilt

Vor ein paar Tagen hatte ich ja erzählt, dass ich im Netz einen tollen Quilt gesehen hatte und mir dafür die Blöcke gezeichnet habe. Am Wochenende nun habe ich die weiteren Blöcke genäht. Beim Ausschneiden der Vorlagen hatte ich tatkräftige Unterstützung von Katharina.

Das Nähen der Blöcke ging relativ schnell. Ich hatte im Vorfeld gemessen, wie groß die Stoffe ungefähr sein müssen, die ich brauche, um die Blöcke zu nähen und so hatte ich mir die vorab zugeschnitten. Das ist für mich beim Nähen auf Papier eigentlich völlig untypisch, da ich da sonst immer eher der Typ "Stoffverschwender" bin. Ich muss aber sagen, dass es so zügiger ging. Es waren ja auch immer die gleichen Teile, die ich brauchte, da ist es zeitsprender, die vorab schon grob zuzuschneiden.

Ich habe immer sieben Blöcke für eine Reihe genäht und wenn die fertig waren, habe ich sie gleich zusammengenäht. Schon bei der ersten Reihe war die Dreidimensionalität gut zu erkennen:

Bei zwei Reihen ist der Effekt schon noch besser zu erkennen. 

Ich habe einen ganzen Nachmittag intensiv genäht und habe alle Blöcke fertig bekommen. Diese habe ich dann zusammengenäht. Die Blöcke sind ja schräg und damit ich nicht so viel Verschnitt habe, habe ich immer zwei Reihen zusammengenäht und diese Zweierreihen dann um einen Block versetzt aneinander genäht. Ob das so richtig war, weiß ich nicht, für mich fühlte es sich richtig an. Oben und unten habe ich mein Top dann noch mit Streifen ergänzt. Und dann war mein Top des Arena-Quilts fertig:
Arenaquilt deshalb, weil ich mich das Aussehen an das Colosseum von Rom erinnert (ich war da zwar noch nie, aber für mich sieht das so aus), es könnte aber auch ein großes Fußballstadium von außen sein und die dunklen Stellen sind die Eingänge zum Innenraum. 
 

Sonntag, 10. Mai 2026

Im Netz gesehen

Ja, ich bin zu viel im Netz unterwegs, ich weiß das. Das Problem ist aber dieser blöde Algorithmus. Ich lese was, lasse eine Reaktion da und bekomme sofort Beiträge zu ähnlichen Themen angezeigt. Oh, das ist interessant, da muss ich mal gucken, hey, die macht tolle Quilts... Naja, die ein oder andere von euch wird es kennen. Und so bekam ich kürzlich auf Instagram die Seite von Sarah Ruiz vorgeschlagen. Und weil ich ein braver Bürger bin, habe ich mir die Seite natürlich angesehen und bin dabei auf ihren "Rise over Run" Quilt gestoßen. 

Der gefiel mir und so habe ich ein wenig auf ihrem Blog und in ihrem Shop gesucht, ob es dazu eine Anleitung gibt. Gab es nicht. Aber den Quilt wollte ich schon gern nähen und so habe ich ihn mir genauer angesehen und habe gesehen, dass er keine Y-Nähte enthält. Auf ihrem Blog habe ich dann gesehen, dass sie den Quilt auf Papier genäht hat. 

Also habe ich mich daran gemacht, und versucht, mir den Block zu zeichnen. Mein erster, nicht wirklich intensiv ausgeführter Versuch in EQ8 scheiterte. Die Blöcke sind nämlich nicht gerade, sondern schräg und das konnte ich nicht zeichnen. Ich hätte mich damit wohl nur mehr beschäftigen müssen, aber dazu fehlte mir die Lust. Ich wollte ja nähen. 😂

Also habe ich es ganz klassisch mit Papier, Lineal und Stift versucht und das funktionierte auch ganz gut. Meine Zeichnung sah tatsächlich wie die Blöcke im Quilt aus (dass ich mal wieder nicht daran gedacht habe, dass ich die Vorlage spiegelverkehrt hätte zeichnen müssen, sage ich jetzt mal nicht). 

Meinen Block habe ich dann auseinander geschnitten, auf Papier geklebt und eine Nahtzugabe herum angezeichnet. Diese Vorlage habe ich dann zweimal kopiert, die Teile ausgeschnitten, wieder auf ein Blatt geklebt, damit ich nicht nur drei kleine Teile auf einem Blatt ausdrucke, und dann so oft ausgedruckt, wie ich sie brauchte. Ja, das wäre sicher auch irgendwie anders gegangen, aber so bin ich auch zum Ziel gekommen.
Hilfreich wäre es gewesen, die Teile gerade untereinander zu legen, so dass ich beim Ausschneiden einfach ein Lineal hätte anlegen und daran lang schneiden können. Daran habe ich da aber nicht gedacht und so musste ich am Ende jedes Teil mit der Schere ausschneiden. 😂

So ein Quilt wirkt, finde ich, am besten mit Unistoffen und so habe ich in den Kona Cotton gesucht. Hier habe ich seit einiger Zeit ein Abo und bekomme jeden Monat 50 cm von fünf farblich passenden Stoffen. Inzwischen habe ich schon eine schöne Auswahl und kann auch mal spontan kleinere Quilts nähen. Diese Stoffe waren meine Wahl, wobei ich noch zwischen geblich und lachs geschwankt habe.
Den lachsfarbenen Stoff habe ich dann aussortiert. Ich denke das war eine gute Wahl. So habe ich dann die ersten Blöcke Probe genäht und schon da war der Effekt einigermaßen zu erkennen:
 
Als ich diese vier Blöckchen genäht hatte, war ich schon ein wenig stolz auf mich, dass es mir gelungen war, die Blöcke zu zeichnen und dass der Effekt auch wirklich so war, wie in dem Quilt, den ich da gesehen hatte.

Samstag, 9. Mai 2026

Eine Hommage an's Weihnachtskleid

In meinem letzten Beitrag hatte ich ja schon angedeutet, dass der pinke Gelmerodaquilt schon nicht mehr der Neueste ist. Mein neuer Gelmerodaquilt ist eine Hommage an mein Weihnachtskleid von 2023, naja, eigentlich ist der Quilt das Weihnachtskleid. Lange Geschichte. 2023 hatte ich mir ein Kleid gekauft, welches ich unheimlich schön fand. Heiligabend habe ich es getragen, allerdings gibt es von mir kein wirkliches Foto in dem Kleid, man kann es immer nur erahnen. Und die Fotos, die es gibt, sind entweder Selfies oder welche, die wir mit Selbstauslöser gemacht haben und da gucke ich... ...seltsam.

Ja, von meiner restlichen Familie gibt es schön Fotos von Weihnachten, denn die mache ich ja. 😂Nur mich fotografiert immer keiner. Aber egal, ich schweife ab. Als wir am letzten Wochenende in Berlin im Friedrichstadtpalast waren, stand ich mal wieder überlegend vor meinem Kleiderschrank und hatte unter anderem das Weihnachtskleid in der engeren Auswahl. Aber irgendwie fand ich, dass ich in dem Kleid wie eine schwangere Weihnachtsbaumkugel aussah und so habe ich kurzerhand entschieden, dieses Kleid kommt weg. Ich habe mich darin nicht mehr wohlgefühlt. Das Kleid hatte eine Naht ziemlich weit oben und da ich doch ein wenig zugelegt habe, sah das nun eben unvorteilhaft aus. Also: WEG! Naja, nicht so ganz weg, denn das Kleid hat mich an die Fenster in der Peterskirche in Leipzig erinnert, speziell natürlich an die Fenster und die Farbe, die mich damals so sehr fasziniert hat: 

Es geht um den Hintergrund hinter den beiden Personen in der mittleren Reihe. Ich kann diese Farbe gar nicht wirklich beschreiben, ist es petrol, ein tiefes dunkelblaugrün? Aber ich kann sie fühlen, immer noch nach der langen Zeit in meinem Herzen. Sie löst eine Faszination in mir aus, so etwas hatte ich bisher noch nicht erlebt. Sehen und hin und weg sein war damals eins.
 
Zu meinem Kleid habe ich dann weitere passende Stoffe rausgesucht. Allein schon diese Auswahl hat mich irgendwie glücklich gemacht. 
 
  
Also habe ich aus meinem Kleid, sowohl dem Oberkleid als auch dem Futterstoff und noch einigen anderen petrolfarbigen Stoffen einen Gelmerodaquilt genäht. Das ist wieder einer der Quilts, bei dem ich viel experimentiert habe. So habe ich das Dach mit Gaze genäht, darunter habe ich einen normalen Baumwollstoff gelegt, sonst wäre es zu dünn geworden. Der Kirchturm ist das Futter des Kleides, ein etwas dickerer, dehnbarer Stoff.
 
Für den Uhrenkasten habe ich mich für einen bronzefarbigen, in alle Richtungen dehnbaren Stoff entschieden. Auch der ist etwas dicker, ich kann gar nicht genau sagen, was das für ein Stoff ist, er fasst sich an der Oberfläche fast ein wenig gummiartig an. Aber die Farbe passte fast genau zu den Tupfen im Himmelbereich. 
 
Ich habe verschiedene Stoffe miteinander kombiniert, Beim Zusammennähen von Ober- und Unterteil habe ich ein Stück eines "Kreativstoffs" mitgefasst, so dass die Fransen noch zu sehen sind. Den Rest auf der Rückseite habe ich zurückgeschnitten.
 
Gequiltet habe ich diesen Quilt nur sehr sparsam, da die Stoffe für sich sprechen und das Quilting nicht ablenken sollte. Um den Ganzen dann noch die Krone aufzusetzen, habe ich den sehr dehnbaren, bronzefarbigen Stoff für das Binding verwendet. Das war eine echte Herausforderung (dehnbar, seeeehr dehnbar). Ich nähe einen langen Streifen und fasse damit den Quilt fast komplett ein. Anfang und Ende des Bindings lege ich dann übereinander, messe die Breite des Bindings ab und nähe von links oben nach rechts unten zusammen und schneide den Rest weg. Dann kann ich das Binding fertig an den Quilt annähen und habe einen perfekten Abschluss. Obwohl ich beim Zusammennähen schon immer ein wenig schmaler messe und schneide, als die Bindingstreifen wirklich sind, hatte ich bei diesem Quilt so viel Binding über, dass sich am Ende eine Falte ergeben hat.
Zunächst habe ich das Binding komplett angenäht, um dann am nächsten Tag zu entscheiden, dass das so nicht bleiben kann. Ich musste immerzu auf diese Falte gucken. Also habe ich mein Binding teilweise wieder abgetrennt und den Streifen noch weiter zusammengenäht.
 
Auf dem zweiten Foto kann man gut das Zuviel an Binding erkennen und das, obwohl der Streifen schon weniger war das die Strecke, die noch ein Binding bekommen musste. Naja, der Stoff war eben wirklich extrem dehnbar. Nachdem ich mein Binding dann wieder angenäht hatte, sah es viel, viel besser aus. Eine winzig kleine Falte ist noch da, aber mit der kann ich gut leben.
Dieser Quilt ist die Nummer 53 in meiner Sammlung und irgendwie etwas ganz Besonderes. Momentan mag ich diesen Quilt am allermeisten (wobei das ein Empfinden ist, welches manchmal täglich wechselt. 😉).
 
Da ich bei diesem Quilt mit dem dehnbaren Was-auch-immer-Stoff schon eine Herausforderung zu meistern hatte, die mich schon ein wenig meinen Grenzen nahe gebracht hat, setze ich im Bingo von Anni ein Kreuz bei "Raus aus der Komfortzone".