Schon lange habe ich überlegt, dass wir mal wieder unseren Schuhschrank sortieren müssten, da sammeln sich immer wieder so viele Schuhe an. Früher (ohje, wie sich das jetzt anhört) hatte ich immer richtig schöne Schuhe, aber irgendwann kamen dann die Wehwehchen an den Füßen hinzu und irgendwie mag ich nun keine Schuhe mehr anziehen, die sich beim ersten Reinschlüpfen nicht gut anfühlen. Nein, frau wächst da nicht rein und nein, die Schuhe weiten sich auch nicht. Im Laufe der Jahre habe ich auch festgestellt, dass Schuhe auch nicht mit den Kinderfüßen mitwachsen, aus diesen Gründen braucht man sie auch nicht aufzuheben. Sortieren war also angesagt. Wir hatten schon graue Müllsäcke gekauft und heute war es nun soweit.
Ganz eisern habe ich die beiden Schuhschränke sortiert, manche Schuhe waren zum Wegschmeißen ein wenig zu schade, aber wohin damit? Und sie bei Kleinanzeigen einstellen und sich vielleicht noch mit potentiellen Käufern "rumärgern"... Nein, dazu hatte ich auch keine Lust: Also aussortieren, auch wenn es schwerfällt. Vier große Säcke sind zusammen gekommen. 🙈Und nein, wir sind nicht ausgezogen. 😂😂😂
Zu meiner Ehrrettung muss ich aber auch sagen, dass da nicht nur Schuhe drin sind, sondern zum Beipsiel auch der Müll aus meinem Nähmülleimer, da sammelt sich ja auch einiges an. Ich habe die Schuhe natürlich nicht einfach so weggeschmissen, nein, ich habe sie vorher anprobiert und überlegt, ob sie mich noch glücklich machen.
Manche Schuhe machen mich nicht ganz so dolle glücklich, berühren aber mein Herz. Meine Kolibrischuhe zum Beispiel.
Die hatte ich mir zu Jonathans
Jugendweihe gekauft, die passten perfekt zu meinem Kleid. Oft hatte ich die Schuhe nicht an, weil die Füße davon müde werden und sie am Haken drücken, aber trennen kann ich mich davon nicht und wenn ich dicke Strümpfe anziehe, könnte ich sie theoretisch ein bisschen anziehen. Und da ich im Schrank ja nun Platz habe, kommen sie da wieder rein.
Und natürlich berühren meine
roten Schuhe mein Herz. 2022 war ja kein so richtig schönes Jahr für uns, der erste Krebs bei Steffen wurde festgestellt und operiert und dann kam die unaussprechliche Krankheit dazu, und ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt. In dessen Folge ich allein mit den Kindern nach Berlin in den Friedrichstadtpalast fahren musste. Ich habe dann die roten Schnürschuhe entdeckt und mir dazu dann passend ein Kleid genäht. Ich habe mich in den Sachen so wohl gefühlt.
Als wir dann 2024 mit Steffen zusammen wieder in den Friedrichstadtpalast gefahren sind, habe ich aus Sentimentalität die Sachen wieder angezogen, aber ohne die roten Schuhe, denn die haben gedrückt. Also, die roten Schuhe haben schon immer gedrückt und tun das auch immer noch.
Ich habe die Schuhe heute ganz lange angehabt und lange mit mir gerungen, was ich mit den Schuhen machen soll. Anziehen? Weg? Ach, ich weiß es nicht, lange habe ich überlegt, Steffen und Johannes mehrfach dazu befragt, allein helfen konnten oder wollten sie mir nicht. Ich habe dann überlegt, die Schuhe wegzuwerfen. Nein, wenn sie drücken und ich sie nicht mehr anziehen kann, können sie weg.
Guckt:
Ganz weit weg. In den Schrank. Sie fressen ja kein Brot und ich habe ja jetzt Platz. 😂Und vielleicht finde ich ja irgendwann ein paar rote Schuhe, die passen, nicht drücken und genauso schön sind. 😍 Und noch ein weiteres Paar rote Schuhe habe ich gefunden - und nicht entsorgt:
Jonathans erste Fußballschuhe, ich glaube, das war eine Größe 28, weil es sie kleiner nicht gab. Aber gut, in diese Schuhe ist er dann tatsächlich reingewachsen. 😉