Mittwoch, 21. Oktober 2026

Das Wappen des Prinzen

So ganz weiß ich gerade nicht, wie ich anfangen soll... Kürzlich rief mich Steffen auf Arbeit an und meinte, der Kämmerer unserer Stadt hätte ihn wegen mir angerufen. Hä??? Was habe ich denn mit dem Kämmerer zu schaffen und dann ratterte in meinem Kopf, was wir eventuell mit der Stadt finaziell zu schaffen haben. Katharina ist ja nun schon eine ganze Weile, um genau zu sein, fünf Jahre aus der Betreuung raus, also was könnte da sein? Nichts. In dieser Beziehung rein gar nichts.

Es war ganz anders, es gibt (Schande, ich wusste es auch nicht) ein Theaterensemble, welches unter anderem auch in der Baumannshöhle in Rübeland spielt. Die Schauspieler waren irgendwann auch im Burchardikloster und hatten dort meine Quilts gesehen. Ein paar Wochen später haben sie die Requisiten für ihr neues Stück besprochen und hatten überlegt, ob ich ihnen vielleicht helfen könnte. Um mich zu erreichen, hatten sie sich an den Kämmerer gewandt, denn der war vorher in der Höhle tätig und wir kennen und - na klar, vom Fußball. Also keine Rechnungen offen. Glück gehabt. Na klar, können meine Kontaktdaten weitergegeben werden, ich helfe gern.

Ich hatte dann mit einer der Schauspielerinnen telefoniert und wir hatten uns kurz über die Einzelheiten unterhalten und was überhaupt gewünscht ist. Gut, die Zeit bis 12.11. ist ein wenig knapp, aber ich habe trotzdem und sofort zugesagt. Schließlich predige meinen Kindern ja nicht umsonst immer und immer wieder, dass Ehrenamt wichtig ist.

Meine Hilfe wird für das Stück "Der Froschkönig" gebraucht, welches demnächst in der Baumannshöhle aufgeführt wird. Für den Prinzen und die Prinzessind waren jeweils ein Wappen gewünscht. Ich hatte um Infos zu Farben und Eigenschaften der Personen im Stück gebeten und dann überlegt, wie ich diese in dem Wappen unterbringen kann. 

Begonnen habe ich mit dem Wappen des Prinzen. Das Stück beleuchtet auch ein wenig die Zeit bevor der Prinz zum Frosch wird und dort wird er als eitel, arrogant beschrieben, der meint, er wäre etwas besseres als Prinz. Ui, das ist doch was. Die Farbidee war blau gold(gelb). Damit konnte ich gut arbeiten und meine erste Idee war, in dem Wappen einen Spiegel darzustellen und natürlich Pfauenfedern. Wobei, da kam mir wieder der Spruch meiner Mama in den Sinn, die immer sagte, Pfauenfedern im Haus bringen Unglück. Ich meine mich zu erinnern, dass meine Schwester vor Ewigkeiten mal eine Pfauenfeder mit nach Hause brachte und dann wurde ja beim Mama der Hirntumor festgestellt. Heute weiß ich nicht einmal mehr, ob das überhaupt im zeitlichen Zusammenhang steht, aber ich habe es seitdem immer vermieden, irgendetwas mit Pfauen in mein zu Hause zu lassen.

Aber egal, ein Pfau ist eitel und deswegen mussten die Federn sein. Zunächst habe ich das Grundgerüst des Wappens genäht und darauf die anderen Motive (Schwert, Krone, Zepter, Reichsapfel, schließlich streb mein Prinz ja nach etwas Höhrem) angeordent. Es war für mich gar nicht so einfach, die Gegenstände richtig zu zeichnen, einzig mit dem Spiegel hatte ich wenig Probleme. 😂

Zunächst hatte ich die Krone aus rot-goldenem Stoff ausgeschnitten, aber das fand ich nicht passend. Bei einem richtigen Wappen sind die Motive ja farblich umgekehrt, so habe ich es bei meiner Krone dann auch gemacht und auch die anderen Motive habe ich farblich immer anders herum zum Schild gestaltet. Für den Spiegel habe ich extra Plotterfolie in Gold und Silber gekauft.

Oh ja, das sieht schon richtig schön aus. Lange habe ich nach den passenden Federn gesucht. Sie sollten ein wenig gebogen sein, denn die wollte ich unterhalb des Spiegels platzieren. Ihr glaubt ja gar nicht, wie oft ich probiert habe, ob der Sitz wirklich richtig ist. Natürlich habe ich im Vorfeld gegoogelt, ob die Plotterfolie bestickt werden kann. Es wäre so ärgerlich gewesen, wenn die durch das Sticken zerstört worden wäre. 

Zum Glück ging alles gut und auch die Federn sitzen an der richtigen Stelle. Sie sollten den Spiegel von unten einrahmen und das tun sie. Ich muss aber sagen, die ersten Stiche in den kleinen Quilt und die Plotterfolie waren aufregend: Klappt alles, bleibt die Folie heil oder wird sie durch die Stiche zerstört...

Auf dem Foto kann man auch gut sehen, dass ich die Motive mit Zickzack applziert habe. Dazu habe ich schon gleich Vlies untergelegt. Nun muss ich das Wappen nur noch zum Quilt machen. Hier werde ich ein unsichtbares Binding machen, denn ich habe von dem goldenen Stoff nur noch Reste. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das geteilte Binding auch passgenau zu der Mittelnaht hinbekommen hätte. Also ein unsichtbares Binding.

Ich bin bisher sehr zufrieden mit meinem ersten Wappen und was das allerschönste ist: Den Theaterleuten gefällt es auch und das ist die Hauptsache. Und soll ich euch was sagen: Ich werde meine Wappen dann auch in Aktion sehen, denn wir haben heute gerade Karten für die Vorstellung am 23.12. gekauft. Ich bin schon sehr gespannt auf die Vorstellung und freue mich schon sehr darauf.

Montag, 19. Oktober 2026

Die passende Haarkur

Habt vielen lieben Dank für eure lieben und aufmunternden Worte zu meinem Pullover. Ich war schon ziemlich traurig darüber und habe auch die KI befragt. Sie scheint immer besser zu werden, denn ich habe so ziemlich die gleiche Antwort bekommen, wie sie mir Elke geschrieben hat. Zum Glück war mein Pullover nicht verfilzt und so hat er eine Haarkur bekommen. 

Da habe ich sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn so konnte ich einige Haarkuren aufbrauchen. 😂

  
Ich habe den Pullover dann schön im Wasser eingeweicht und geschwenkt und noch lieb geguckt und ganz viel Hoffnung, das ses funktioniert, mit eingewaschen.

 Meinen Pullover habe ich dann liegend auf dem Fußboden im Wohnzimmer getrocknet, den Rest durfte er dann heute auf dem Bügel hängend in der Dusche trocknen.
Gleich, als ich dann heute zu Hause war, habe ich meine Pullover angesehen. Er sah schon irgendwie "luftiger" aus als am Wochenende. Und ja, er ist wieder tragbar, er ist nicht mehr so quietscheng, sondern wieder ein wenig fluffiger. Oh, ich bin ja so froh darüber. 
 
Ok, die Ärmel hatten gern die "Trockner"länge behalten könnten (die waren von Anfang an so lang), aber alles Gute hat man nie beisammen. 😂

Und auch am Bauch sitzt der Pullover nun wieder viel besser. Ich könnte ja jetzt behaupten, dass ich am Bauch abgenommen habe, aber das glaubt mir sicher sowieso keiner und innerhalb von zwei Tagen so viel abnehmen, dass ein Kleidungsstück wieder passt, ist dann wohl eher eine Geschichte aus dem brühmten Paulanergarten. 😉
Von der Haarkur ist noch eine ganze Menge da, was Johannes zu der Aussage veranlasst hat, dass Papa den Pullover ja wieder in den Trockner tun kann. Ich wüsste ja jetzt, wie ich das wieder beheben kann. Nein, auch wenn noch viel Haarkur da ist, bitte kein Trockner mehr für meinen Pullover. Und ja, jetzt werde ich meine Nicht-Trockner-geeigneten Sachen wieder extra sammeln...
 

Samstag, 17. Oktober 2026

Ich muss mich mal ausko...

Also eigentlich wollte ich das Wort ausschreiben, habe es dann aber doch nicht gemacht. Aber ich muss es trotzdem mal tun, ich bin nämlich gerade so richtig sauer und traurig. Es ist das dritte (!) Mal, dass meine Familie Kleidung von mir in den Trockner getan hat, die nicht trocknergeeinget ist. 

Das erste Mal war es mein schöner türkisfarbiger Pullover, den ich mir mal spontan in Wernigerode gekauft hatte. Das war auch etwas, was mir der Bürowechsel 2021 "beschert" hatte: Ich hatte mich wieder getraut, in Läden zu gehen und Sachen zu probieren. Lange hatte ich das nicht gemacht, weil mir die Sachen sowieso meist nicht gepasst hatten und ich dann nur immer traurig war. Aber durch eine meiner Kolleginnen habe ich das sozusagen wieder gelernt. Den Pullover habe ich geliebt, bis Katharina ihn im Mai 2024 auf ihre Größe geschrumpft hat. Nur leider hat sie den Pullover nie getragen.

Naja, Katharina hatte mir den Pullover dann neu besorgt. Gut, er war zu klein und auch nur auf Papier, aber lieb war es allemal. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, den Pullover trauere ich immer noch nach.

Lange war dann Ruhe, bis sie vor ein, zwei Wochen meine geringelte Schlafanzughose, die Merinowolle enthält, im Trockner getrocknet hat. 😡Die Hose war nur minimal eingelaufen - anders als mein türkisfarbiger Lieblingspullover - tragbar ist sie also noch, aber ich habe das Gefühl, dass sie lange nicht mehr so warm hält wie das Oberteil dazu.
Den Stoff gab es damals im Angebot, ich glaube, weil der Shop geschlossen hat. Normal wäre er mir zu teuer gewesen. Aber gut, dann ist es eben nachts beim Schlafen oberhalb wärmer als untenrum. 

Heute früh fragte Steffen, ob wir heute Wäsche waschen wollen. Ich kann mir nichts Schönerers vorstellen... Na gut, dann waschen wir eben, nützt ja nix. Mittelbunt war seine Wahl, allerdings ist er dann schon am Waschmittel gescheitert, denn er hatte das für weiße Wäsche gewählt. Heute Abend fiel mein Blick dann auf den Wäschekorb, in dem die Wäsche lag, die Katharina aus dem Trockner geholt hatte und dort lag... ...mein Pullover, mein Wendepullover, der in Jacquard-Strickweise gestrickt ist, aus kuschelig weicher Bio-Baumwolle. Ein richtiges Traumteil und entsprechend kostenintensiv. Lange habe ich überlegt, ob ich mir den Pullover bestelle, habe es dann aber doch gemacht. Als wir von den Patchworktagen aus Suhl wiederkamen, war er geliefert und ich habe mich spontan verliebt. Diesen Pullover hat Steffen in den Trockner gepackt. Ich fasse es nicht und das habe ich lautstark kund getan.
 
Ich soll mich nicht so haben, ich soll doch erst mal probieren. Brauchte ich aber nicht, denn erstens habe ich gleich gesehen, dass er richtig eingelaufen ist und zweitens ist der Stoff total knitterig geworden. Klar, ist ja auch kein Wunder. Ich habe dann den Pullover probiert, das Ergebnis ist gut zu sehen:
Der Pullover war oversize und saß schön locker, ich konnte noch gut ein T-Shirt unterziehen. Und jetzt? Alles zeichnet sich ab, besonders am Bauch, unter den Armen ist es eng...
 
Ich finde, das sieht überhaupt nicht mehr schön aus, vorher saß er so schön weit, locker und kuschelig und jetzt? Einfach nur zu klein. Leider habe ich kein Foto, wo man den Pullover ganz sieht, einzig eines, wo man den Kragen sieht. Aber selbst an der kleinen Stelle kann man sehen, dass er unheimlich eingelaufen ist.
Steffen nimmt sowas immer einfach auf die leichte Schulter und meint, ich kann den Pullover ja neu kaufen. Ne, kann ich nicht, der ist in meiner Größe nämlich ausverkauft, den gibt es nur noch in S, und die Größe habe ich jetzt selber! Ich könnte heulen vor Wut. Erst recht, wenn ich daran denke, dass ein weiterer Strickpullover - nein, nicht einer von meinen - auf die Leine gehängt worden ist, denn die dürfen ja nicht in den Trockner!!! 😠😠😠
 
Bekommt man den Pullover irgendwie wieder schön locker? Vielleicht, wenn ich Weichspüler verwende? Und keine Wäschetrockner. Habt ihr einen Rat für mich???

Samstag, 10. Oktober 2026

Der Herbst

Habt vielen lieben Dank für eure Kommentare zu meinem letzten Beitrag, ich hätte gar nicht gedacht, dass der so interessant ist. Ja, frührer habe ich die Sachen auch immer in die Kleiderspende gegeben. Nachdem es allerdings vor ein, zwei Jahren die Meldung gab, dass Textilien nicht mehr in den Müll gegeben werden dürfen, wurden die Kleidercontainer mit unbrauchbaren Textilien geflutet und irgendwann abgebaut. Bei uns im Ort steht noch einer, der wird aber nicht mehr geleert. Auch der Altkleidercontainer bei uns im Bauhof wird nicht mehr geleehrt, der Betreiber soll insolvent sein. In der Kleiderkammer hatte ich vor einigen Jahren mal angefragt, da hätte ich die Kleidung abgeben können, chemisch gereinigt. Ich wusste tatsächlich nicht, wohin mit den Schuhen. Und ganz ehrlich, zum lange Suchen fehlt mir einfach noch immer die Kraft. 

Inzwischen ist der Herbst da und das so richtig. Ich liebe den Herbst, ich habe es schon oft geschrieben. Morgens ist es kalt, tagsüber straht die Sonne noch einmal, das Laub färbt sich, der Himmel hat schöne Farben, morgens steigt der Nebel auf... 

Manchmal halte ich morgens auf dem Weg zur Arbeit an, wenn es einfach zu schön aussieht und mache dann Fotos. Inzwischen kennt das auch Johannes und er weiß dann meinen Ruf, "Johannes, Foto!" richtig zu deuten. 😂

Ja, und der Herbst hat einfach die schönsten Farben des Jahres - finde ich. Guckt doch mal: 

Die letzten Blümchen unserer Balkonkästen blühen und durch die Kameraperspektive habe ich den leuchten roten Baum vom Nachbarhaus als Hintergrund genommen. 
 
Am letzten Wochenende habe ich den Monatsquilts für Oktober genäht. Auch wenn ich die Quilts derzeit nicht aufhängen kann, da mein "Hintergrundquilt" ja in der Ausstellung in Halberstadt hängt, wollte ich den Quilt mal halbwegs passend zum Monat nähen und so habe ich am letzten Wochenende gestickt und genäht.
Für den Rand habe ich mich für einen dunkelblauen Stoff entschieden, den ich mir für meinen Schrei gekauft hatte. Ich fand den passend zum grauen Hintergrund. Die kleinen Quilts sind recht schnell genäht, da ich durch die Stickerei auch nicht wirklich viel quilten kann. In die Ecken kommen Magnete, damit ich die Quilts anheften kann. Und manchmal sieht es dann lustig aus, wenn die Magneten falsch liegen: 

Meinen kleinen Quilt habe ich am letzten Wochenende fertig genäht und einen kurzen Moment konnte er auch am Bügel von Johannes hängen.

 Mit den Quilts, die in Halberstadt hängen, ist meine Sammlung nun schon auf 13 Quilts angewachsen, zwei kommen auf jeden Fall noch dazu. Am Ende des Jahres werde ich sehen, ob ich dieses Projekt weiter verfolgen werde. Auf jeden Fall gibt es in zwei Monaten dann ein Gesamtbild der zwölf Monate.

Und weil ja nun der Herbst da ist, kreuze ich das Feld auf dem Bingo von Anni an und verlinke meinen Beitrag zu ihr. 

Mittwoch, 7. Oktober 2026

rote Schuhe

Schon lange habe ich überlegt, dass wir mal wieder unseren Schuhschrank sortieren müssten, da sammeln sich immer wieder so viele Schuhe an. Früher (ohje, wie sich das jetzt anhört) hatte ich immer richtig schöne Schuhe, aber irgendwann kamen dann die Wehwehchen an den Füßen hinzu und irgendwie mag ich nun keine Schuhe mehr anziehen, die sich beim ersten Reinschlüpfen nicht gut anfühlen. Nein, frau wächst da nicht rein und nein, die Schuhe weiten sich auch nicht. Im Laufe der Jahre habe ich auch festgestellt, dass Schuhe auch nicht mit den Kinderfüßen mitwachsen, aus diesen Gründen braucht man sie auch nicht aufzuheben. Sortieren war also angesagt. Wir hatten schon graue Müllsäcke gekauft und heute war es nun soweit.

Ganz eisern habe ich die beiden Schuhschränke sortiert, manche Schuhe waren zum Wegschmeißen ein wenig zu schade, aber wohin damit? Und sie bei Kleinanzeigen einstellen und sich vielleicht noch mit potentiellen Käufern "rumärgern"... Nein, dazu hatte ich auch keine Lust: Also aussortieren, auch wenn es schwerfällt. Vier große Säcke sind zusammen gekommen. 🙈Und nein, wir sind nicht ausgezogen. 😂😂😂

Zu meiner Ehrrettung muss ich aber auch sagen, dass da nicht nur Schuhe drin sind, sondern zum Beipsiel auch der Müll aus meinem Nähmülleimer, da sammelt sich ja auch einiges an. Ich habe die Schuhe natürlich nicht einfach so weggeschmissen, nein, ich habe sie vorher anprobiert und überlegt, ob sie mich noch glücklich machen.

Manche Schuhe machen mich nicht ganz so dolle glücklich, berühren aber mein Herz. Meine Kolibrischuhe zum Beispiel.
Die hatte ich mir zu Jonathans Jugendweihe gekauft, die passten perfekt zu meinem Kleid. Oft hatte ich die Schuhe nicht an, weil die Füße davon müde werden und sie am Haken drücken, aber trennen kann ich mich davon nicht und wenn ich dicke Strümpfe anziehe, könnte ich sie theoretisch ein bisschen anziehen. Und da ich im Schrank ja nun Platz habe, kommen sie da wieder rein.
 
Und natürlich berühren meine roten Schuhe mein Herz. 2022 war ja kein so richtig schönes Jahr für uns, der erste Krebs bei Steffen wurde festgestellt und operiert und dann kam die unaussprechliche Krankheit dazu, und ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt. In dessen Folge ich allein mit den Kindern nach Berlin in den Friedrichstadtpalast fahren musste. Ich habe dann die roten Schnürschuhe entdeckt und mir dazu dann passend ein Kleid genäht. Ich habe mich in den Sachen so wohl gefühlt.  

Als wir dann 2024 mit Steffen zusammen wieder in den Friedrichstadtpalast gefahren sind, habe ich aus Sentimentalität die Sachen wieder angezogen, aber ohne die roten Schuhe, denn die haben gedrückt. Also, die roten Schuhe haben schon immer gedrückt und tun das auch immer noch.

Ich habe die Schuhe heute ganz lange angehabt und lange mit mir gerungen, was ich mit den Schuhen machen soll. Anziehen? Weg? Ach, ich weiß es nicht, lange habe ich überlegt, Steffen und Johannes mehrfach dazu befragt, allein helfen konnten oder wollten sie mir nicht. Ich habe dann überlegt, die Schuhe wegzuwerfen. Nein, wenn sie drücken und ich sie nicht mehr anziehen kann, können sie weg.
 
Guckt: 
Ganz weit weg. In den Schrank. Sie fressen ja kein Brot und ich habe ja jetzt Platz. 😂Und vielleicht finde ich ja irgendwann ein paar rote Schuhe, die passen, nicht drücken und genauso schön sind. 😍 Und noch ein weiteres Paar rote Schuhe habe ich gefunden - und nicht entsorgt:
 
Jonathans erste Fußballschuhe, ich glaube, das war eine Größe 28, weil es sie kleiner nicht gab. Aber gut, in diese Schuhe ist er dann tatsächlich reingewachsen. 😉

Samstag, 3. Oktober 2026

in meiner Ausstellung

Heute ist ein besonderer Tag, zum einen für uns alle in Deutschland, feiern wir doch zum 36. Mal die deutsche Wiedervereinigung und zum anderen wird unser Sandwichkind heute 23 Jahre "alt". Jonathan war heute morgen mit seinen Fußballkindern unterwegs und ist dann zu uns gekommen und wir haben schon auf die Schnelle einen Kaffee getrunken. Es war lustig, er hat seine Geschenke ausgepackt und wir haben ein wenig erzählt. Und wie das so ist, man wird ein wenig sentimental und überlegt, was war und was ist. Jonathan erzählte, dass er mit 23 nun schon seit über einem Jahr ausgezogen ist. Was meinte sein schlagfertiger Bruder dazu: "Ey Mann, in deinem Alter bin ich hier schon wieder eingezogen!". 😂

Anschließend sind wir mit unseren Kindern und Freunden von den Jungs nach Halberstadt in's Klostercafé gefahren. Wir wollten gern Jonathan einen schönen Nachmittag bereiten und Johannes und Katharina die Ausstellung zeigen, beides haben wir miteinander verbunden. Das Wetter war mal wieder richtig schön und es war ein wunderbarer Nachmittag.

Der Kuchen war heute wieder ganz besonders lecker, Himbeer-Mascarpone-Torte. Ein wahrer Traum. Es war schön, in so einer großen Runde dort im Café zu sitzen und den jungen Leuten bei ihren Erzählungen zuzuhören. Sie haben sich auch die Quilts angesehen und guckt mal, was für eine schöne Collage Colien dazu erstellt hat:

Überhaupt war es interessant zu sehen, dass ich doch einige der Besucher meine Quilts angesehen und auch die Erklärungen dazu durchgelesen haben. Die beiden Damen vom Café erzählten auch, dass nach dem Erscheinen des Zeitungsartikels doch einige Besucher mehr kamen und bisher war wohl noch keiner dabei, der gesagt hat, dass es ihm nicht gefällt. Das freut mich natürlich sehr.
Das war wirklich ein sehr schöner Nachmittag und weil das irgendwie zu "Essen hält Leib und Seele zusammen" passt, kreuze ich dieses Feld im Bingo an und verlinke meinen Beitrag zu Anni zum Bingo.

Donnerstag, 1. Oktober 2026

3. Bingo-Zeige-was-auch-immer

Die ein oder andere von euch hat es schon gesehen, ich habe heute früh einen Beitrag geschrieben und weil der so passend war, wollte ich ihn gern bei Anni beim Bingo verlinken. Gut, dass ich heute mal wieder gefühlt mitten in der Nacht wach war und so Zeit hatte, vor der Arbeit einen Blogbeitrag zu schreiben, denn sonst hätte ich es gar nicht mitbekommen, dass schon wieder der vierteljährliche Zeigetermin - fast rum ist. Meinen heutigen Beitrag konnte ich leider nicht mehr verlinken, da die Linkparty schon geschlossen ist, damit mir das mit dem Vierteljahresrückblick nicht auch passiert, müsst ihr eben zwei Beträge heute überstehen oder einfach weiter scrollen. 😂

Viele Bingofelder habe ich seit dem letzten Rückblick nicht füllen können, aber sechs sind doch dazu gekommen. Angefangen hat es mit meiner Buchhülle, die ich für mein Gästebuch (ob da wohl jemand was eingetragen hat? Ich habe noch nicht rein geguckt, erst, wenn meine Ausstellung zu Ende ist, gucke ich es mir an. Damit ich nicht enttäuscht bin, wenn keiner oder nur ganz wenige reingeschrieben haben) zu meiner Ausstellung genäht habe. "Zum Schutz von" passte dazu perfekt. 

Zur "Sommerliebe" passte mein Lavendelsommer perfekt. Übrigens habe ich da nach zwei Monaten nun endlich die restlichen Hexagons aufgenäht, fertig ist der Quilt aber noch nicht.

Im Sommer hatte ich wieder am Gildesommer teilgenommen und da den Kurs von Carmen mitgenäht, denn ich fand ihren Quilt Geborgenheit so wunderschön, das ist ein tolles "Muster". Mein Quilt ist ganz zügig fertig geworden, auch wenn ich mal wieder trennen musste, denn ich hatte ein Teil verkehrt herum eingenäht. Nachdem ich das behoben hatte, sah das Muster viel gefälliger und schöner aus.

Zum Bingofeld "Upcycling" passte natürlich ganz wunderbar die Verwertung der ausgedienten Urkundenkästen für meine Stoffe. Das war ein wahrer Glücksgriff und macht mich sehr glücklich. 

Der von diesem Vierteljahr schönste Beitrag war mein Beitrag 365 Tage zum Bingofeld "Geburtstag", zum einen war es ein wunderschöner Tag und zum anderen bin ich einfach froh, dass es mir wieder gut geht und ich hoffe natürlich, dass das auch weiterhin so bleibt. Es war nicht nur mein Geburtstag, sondern auch unser 31. Hochzeitstag. Wahnsinn: 31 Jahre! Wir waren ja in Leipzig im Botanischen Garten und auch wenn ich diese Graffitis gar nicht mag, passte es doch irgendwie zu uns.


Und nein, wir haben das natürlich nicht produziert. Das letzte Feld in diesem Jahr füllt mein Beitrag von heute morgen (ich hoffe, ich darf den hier mit dazu zählen, auch wenn ich ihn in der Linkparty nicht mehr eintragen konnte).  
Am Wochenende hatten wir ja einen schönen Ausflug nach Nordhausen gemacht und es war wirklich sehr, sehr schön. Der Feininger-Blick war toll und wir waren "unterwegs", haben mal wieder was zusammen gemacht, es war einfach auch was für die Seele.

Mit diesen sechs Beiträgen habe ich auf meiner Karte nun schon 21 (!) Bingofelder ankreuzen können, nein, ein Bingo ist noch nicht dabei, aber auch nicht mehr in allzu weiter Ferne (hoffe ich). 

Der Feininger-Blick

In einem Kommentar hatte mir Barbara geschrieben, dass Feininger auch in Nordhausen gewesen ist und dort die Blasii-Kirche gemalt hatte. Das war mir überhaupt nicht bewusst. Die Stadt Nordhausen hat vor einigen Jahren die Stelle, von der aus Feininger die Kirche gemalt hat, mit einer Tafel versehen und dort sozusagen den "Feininger-Blick" installiert. Schon als ich den Kommentar gelesen hatte, war klar, dass das nun der Grund ist, mal nach Nordhausen zu fahren. Wir haben uns schon immer mal vorgenommen, durch Nordhausen nicht nur durch zu fahren.

Wir hatten uns den Sonntag dafür ausgesucht, der seinem Namen wirklich alle Ehre machte. Schnell haben wir die Kirche und anschließend einen Parkplatz in der Altstadt gefunden. Wir haben uns dann von den Türmen anziehen lassen, der Weg war einfach zu finden und schwupps, standen wir am Feininger-Blick.
(Irgendwie hatte ich die leise Hoffnung, dass die Bilder nicht so pixelig aussehen, wenn ich den Beitrag über das Tablet schreibe...). Ich kann verstehen, dass Feininger diesen Blick spannend fand, die unterschiedlich hohen Türme sehen ja auch toll aus. Wir haben uns dann auch die Kirche von innen angesehen. Die Sonne zauberte durch die bunten Fenster wunderbare Lichtspiele an die Wand. Ansonsten war die Kirche eher schlicht in der Ausstattung, dafür zog das Kreuz alle Blicke auf sich.
Durch die Altstadt sind wir dann noch zum Dom gegangen. Die Spuren, die der Krieg hinterlassen hat, war überall zu sehen. Die Stadt wurde zu dreiviertel im Krieg zerstört, die Altstadt brannte fast völlig nieder und so sind zwischen den wenigen verbliebenen Fachwerkhäusern natürlich neue Gebäude zu sehen. Eben geht man noch über eine unebene kleine Kopfsteinpflasterstraße und dann vor einer großen mehrspurigen Straße und Neubauten zu stehen. Ich finde es immer wieder schade, wenn es in einer Stadt kein wirkliches Zentrum gibt, von dem alles ausgeht, ob es das in Nordhausen gibt, konnten wir nicht erkennen. Das, was wir aber von der Altstadt gesehen haben, war toll. 
Auch der Dom ist im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden. Gut kann man erkennen, was neu und was alt ist. Ist der Dom von außen schon toll anzusehen, beeindruckt er von innen aber noch einmal mehr, denn er ist hell und wirkt luftig. Diese Schwere und das Bedrückende, die manchmal von Kirchen ausgeht, hat er überhaupt nicht. So luftig, wie mir der Dom erschien, war der Altarraum prachtvoll gemschmückt. Aber es passt ganz wunderbar zusammen.
Im Gegensatz dazu dann der prachtvolle Altarraum:
Unter dem Altarraum befand sich die Krypta, die war für mich der schönste Ort: Ruhig und irgendwie würdevoll.
Das war wirklich ein sehr schöner Tag und es hat sich wirklich gelohnt, den Feininger-Blick zu suchen. Wenn die Baustelle um die Blasii-Kirche herum fertig ist, wird es bestimmt noch viel schöner werden. Wir haben ja nur einen ganz kleinen Teil von Nordhausen gesehen, aber es war ein sehr schöner Teil und es war ein richtig schöner Tag.
Und weil wir unterwegs waren, kreuze ich dafür das Feld "unterwegs" im Bingo von Anni an. Ich habe zwar noch immer kein Bingo, aber meine Karte füllt sich so langsam und noch sind ja drei Monate Zeit, das ein oder andere Kreuz zu setzen. Vielleicht habe ich ja zum Jahresende dann doch ein Bingo zusammen. 😉