Ich hatte ja kürzlich schon geschrieben, dass ich beim Sortieren vom Stoffregal festgestellt habe, dass ich Unmengen an Jerseys habe und ich daraus mal was nähen müsste. Gesagt, getan, am Donnerstag habe ich damit begonnen, ein Schlafshirt zu nähen.
Das ist mir auch relativ gut gelungen, nur habe ich immer das Problem, dass mir bei den normalen Schnitten die Ärmel zu eng sind. Ich schneide die dann immer auf und mache sie weiter. Dieses Mal habe ich mir aber gedacht, dass ich den Ärmel unten nicht wieder so weit haben möchte, also habe ich den Ärmel nur in der Mitte aufgeschnitten und war der Meinung, dass es so ginge... Ging leider nicht, ich habe im Ärmel eine Menge Falten und der Fall vom Ärmel ist auch nicht so toll. Aber für den ersten Versuch nach vielen Jahren und unter dem Hintergrund, dass es ein Schlafshirt ist, ist es tragbar. Besonders schön finde ich meinen vorderen Ausschnitt, der ist, im Gegensatz zu den Ärmel, ganz gut gelungen.
Dann habe ich mir noch eine dazu passende Legging genäht, leider war der Stoff für eine Legging völlig ungeeignet, sie war viel zu eng und hat gleich den Weg in den Müll genommen.
Da ich von dem Stoff der Legging aber noch was über hatte, habe ich meine "Meine Nähmode"-Zeitungen nach einem Schnitt durchgeblättert. Ich wollte mal aus den Zeitungen und nicht nur nach Ottobre was nähen. Ich bin dann an einem etwas locker geschnittenen Shirt mit gerafftem Ausschnitt hängen geblieben.
Ich habe noch eine Weile überlegt, mich dann aber doch entschlossen, mal was Anderes zu probieren und wenn das Shirt nicht passt, kann es ja immer noch der Legging folgen.
Das erste Problem war jedoch schon der Schnitt:
Wie schön übersichtlich sind da doch die Schnittmuster der Ottobre... Aber ich habe mich zum nächsten Schritt durchgewurschtelt und stand schon vor dem nächsten Problem. An der vorderen und hinteren Mitte der Schnitteile waren in der technischen Zeichnung im Heft zwei Pfeile, die zur Mitte zeigten. Leider konnte ich die, trotz ewiger Sucherei, auf dem Schnittmusterplan nicht finden. Ich war dann soweit, die einfach wegzulassen, hinterher habe ich festgestellt, dass das bedeuten soll, dass die Teile im Stoffbruch zuzuschneiden sind. Oh Mann... Das konnte ja heiter werden.
Aber wider Erwarten ging der Rest echt gut. Die Beschreibung war kurz und knapp, aber völlig aussagekräftig und noch dazu durch Zeichnungen untermalt. Ich habe mir unheimlich große Mühe gegeben und sogar einige Stellen wieder aufgetrennt (wieder ein Indiz dafür, dass ich mich im Laufe der Jahre doch irgendwie weiter entwickelt haben muss). Der Einsatz am Vorderteil war zu raffen, dazu habe ich zum ersten Mal an der Nähmaschine die Heftfunktion genutzt - ich muss sagen: WOW!!!
Die Kleidungsnäher werden jetzt bestimmt über mich schmunzeln, aber ich bin von dieser Funktion sowas von begeistert. Einfach klasse! Die Ärmel waren auch zu kräuseln, auch das habe ich zunächst mit der Heftfunktion gemacht. Die Ärmel waren bei diesem Schnitt zunächst zu schließen und dann einzusetzen (bei den Ottobreschnitten werden Ärmel- und Seitennaht in einem Rutsch geschlossen). Eigentlich war ich immer abgeneigt, die Ärmel schon geschlossen einzusetzen, weil ich immer der Meinung war, das kann ich nicht. Aber für den ersten Versuch bin ich mit den Ärmeln ganz zufrieden. :-)
Auf dem Foto sehe ich an den Ärmel noch kleine Fältchen, nun muss ich mal schauen, wie es beim Tragen ist, aber schon beim Anprobieren habe ich mich wirklich wohl gefühlt. Ich denke, ich werde nach diesem Schnitt noch das ein oder andere Teil nähen. Morgen werde ich das Shirt erst einmal ausführen und gucken, wie ich mich darin fühle...