Sonntag, 9. Oktober 2016

Ich und Ebooks - das geht wohl nicht...

Neulich hatte ich meine Tunika an und darüber meine Windjacke. Als ich an einem Schaufenster vorbei gegangen bin, habe ich gesehen, dass das eigentlich total blöd aussieht, da die Tunika für alle meine Jacken viel zu lang ist. Ne, so wollte ich nicht mehr umlaufen. Zunächst hatte ich geguckt und wollte mir eine Jacke kaufen, aber alle, die mir gut gefallen haben, hatten wieder ganz enge Ärmel, ne, das ist mir auch nix... Also habe ich es anders herum angefangen und nach Stoff geguckt: Bei Anne bin ich fündig geworden. Ein toller aubergine-farbiger Softshell lief mir über den Weg. Der sollte es also sein, nun musste ich nur noch den Schnitt finden. Zwei Ebooks standen zur Wahl, zum einen der Schnitt Hamburg von Alles für Selbermacher, zum anderen der Schnitt Jerika von Prülla. Letztendlich habe ich mich für Jerika entschieden.

Also hieß es erst einmal wieder schneiden und kleben. Nein, das ist wirklich nichts für mich. Abgezeichnet habe ich den Schnitt heute früh, mein Vorteil, dass ich schon wieder seit 5.15 Uhr wach war.
Zuerst wollte ich die Taschen aus dem bordeaux-farbigem Jersey zuschneiden, der Stoff hat allerdings nicht mehr für das Futter der Kapuze gereicht. Also musste ich mich umentscheiden, zum Glück habe ich vor einiger Zeit Unmengen von dem Vogelsweat gekauft. ;-)
Das Nähen ging sehr gut, ich hatte zunächst ein wenig Befürchtungen, da ich noch nie Softshell verarbeitet hatte. Aber er lässt sich wie normaler Stoff verarbeiten. Sogar Trennen ist möglich und hinterlässt keine Spuren.
Tja, da war ich mit dem Absteppen der Kapuze zu voreilig, die hätte ich erst nach dem Einnähen des Reißverschlusses absteppen müssen. Leider war die Anleitung dazu für mich ein wenig dürftig. Ich habe mal wieder gemerkt, dass ich wohl kein E-Book-Näher bin, ich brauche eine Nähanleitung in Worten, bunte Bilder sind gar nichts für mich.

Glücklicherweise habe ich mein Teil zwischendurch mal anprobiert - und musste dabei feststellen, dass ich im "Größe schätzen" auf ganzer Linie versagt habe:

Mein Gesicht sagt alles. So bekomme ich den Mantel beim besten Willen nicht zu. Früher hätte ich sofort aufgehört und den Mantel nie im Leben fertig gestellt. Heute habe ich es so gemacht, dass ich den Mantel erst einmal komplett fertig genäht habe, die Seitennähte habe ich noch offen gelassen, da habe ich ganz zum Schluss etwas eingesetzt. Zum Glück habe ich reichlich Stoff gehabt, es hatte also sein Gutes, dass der Stoff einen Fehler im Ballen hatte und die Stücken ohne Fehler beide zu klein waren und ich dann den ganzen Rest gekauft hatte.

Dadurch, dass mein Mantel nun ingesamt weiter wurde, mussten auch die Ärmel weiter werden. Das habe ich "frei Schnauze" gemacht, ich musste ein bisschen fummeln, um die Ärmel einzusetzen. Ich habe die ein bisschen eingehalten (ok, ich gebe es zu, ich musste ziemlich viel Ärmelweite verteilen), aber es hat geklappt, die Ärmel waren, bis auf ein winzig kleine, faltenfrei drin und mein Mantel ist fertig:
 

 
Der Mantel ist hinten länger als vorn. Innen habe ich auf den Reißverschluss Webband aufgenäht, damit habe ich auch die Naht der Kapuze überdeckt. Allerdings juckt die Kante vom Webband im Nacken. :-( Sollte ich den Schnitt noch einmal nähen, werde ich die Taschen höher ansetzen, denn sie sind für mich ein wenig tief. Vielleicht können wir in den nächsten Tagen noch einmal ein paar schönere Fotos machen.

Auch wenn mir manches nicht ganz so gut gelungen ist und ich bei diesem Schnitt nicht in die 44 passe, finde ich meinen Mantel gut und freue mich, dass ich es geschafft habe, nach so langer Zeit mal wieder eine Jacke zu nähen. ;-)

Samstag, 8. Oktober 2016

Erfurt

Wir hatten in der vergangenen Woche Urlaub, leider ist heute schon wieder Sonnabend und am Montag hat uns Erwachsene und Katharina der Alltag wieder. Die Jungs haben es gut, sie haben noch eine Woche Ferien und sie freuen sich sehr, dass wir wieder arbeiten müssen, denn so können Sie in der kommenden Woche endlich einmal ausschlafen, was sie in dieser Woche leider nicht konnten - wir aber auch nicht. ;-) Da man im Urlaub aber nicht nur Möbel aufbauen, räumen und aufräumen kann, haben wir am Donnerstag die Chance genutzt und sind nach Erfurt gefahren. Auf Facebook hatte ich die Ankündigung für eine Patchworkausstellung der QuilThuer-Quilter gelesen, die ab 5. Oktober in Erufrt in der Michaeliskirche zu sehen ist. Na, wenn das kein Zufall ist. Von uns nach Erfurt zu fahren, ist nicht gerade angenehm, es geht auf der B4 lang und die ist voll mit LKW, es war ein ziemliches Getuckele, aber letztendlich sind wir ohne größere Staus und nach nur gut zwei Stunden nin Erfurt angekommen. Als erstes haben wir uns die Ausstellung angesehen, schließlich sind wir extra deswegen nach Erfurt gefahren.

Es war eine sehr vielfältige Ausstellung. Gleich am Eingang begrüßte uns der Gartenquilt von Petra, den sie nach einem Muster von Claudia Hasenbach genäht hat.
Daneben hängt ein Inchi-Quilt von Regina Langbein. Ich bin immer wieder fasziniert, was man auf einem Inch alles unterbringen kann. Ich glaube, ich könnte das nicht!
Besonders fasziniert haben mich die Gemeinschaftsarbeiten der Gruppe zum Thema "Flusslandschaft" und zum "Grünen Band". Bei der Flusslandschaft hat jede Frau der Gruppe einen Miniquilt mit einem Fluss gearbeitet, zusammengehängt ergeben sie ein tolles Bild:
Leider kann ich die Fotos nicht nebeneinander einfügen, sonst könnte man die Flusslandschaft im Ganzen sehen, aber ich denke, auch so kann man den Fluss sehr gut erkennen.
Die Quilts zum "Grünen Band" sind im Hochformat gearbeitet, auch sind alle wieder sehr unterschiedlich, aber der "rote Faden" ist wieder sehr gut zu erkennen.
Hier noch ein paar weitere Fotos:
 

Und das hier ist mein ganz persönlicher Favorit, die Wahl fiel unheimlich schwer, da alle Quilts wunderschön waren, aber der sprang mir sofort in's Auge:
Herbarium von Franziska Kluge. Ich denke, dass da die Motive zunächst gestempelt und dann mit der Maschine gequiltet worden sind. Eine tolle Idee und ein wunderschöner Quilt.

Nachdem wir uns die Ausstellung angesehen hatten, haben wir uns natürlich noch Erfurt angesehen. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Kirchen auf einem Fleck gesehen. Was natürlich zu Erfurt gehört, ist die Krämerbrücke. Gehört hatte ich davon schon viel, selbst da gewesen, war ich bis zu diesem Tag noch nicht.

 
Die Krämerbrücke ist eines der Wahrzeichen von Erfurt und ist die längte mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. Bis auf einige wenige Häuser stehen alle im Eigentum der Stadt Erfurt. Am Ende (oder am Anfang, je nachdem) ist die Äegidienkirche, deren Turm man besteigen kann. Bezahlt haben wir für uns alle fünf, letztendlich musste aber zwei passen, so bin ich denn mit Johannes und Katharina allein auf den Turm gestiegen. Die 128 zusätzlichen Stufen haben sich gelohnt, die Aussicht war traumhaft:

 

Wir haben dann noch einem Bummel durch Erfurt gemacht, bevor wir dann zum Dom gegangen sind. Ein Foto auf dem berühmten Domstufen ist dabei doch ein Muss:

 
Leider war auf dem Platz vor dem Dom gerade Oktoberfest, ich hätte mir den Dom lieber ohne bunte, blinkende Lichter und Musik angesehen. Und wenn wir schon mal da sind, dann sehen wir uns den Dom und die Kirche St. Severi, die direkt daneben steht, auch von innen an. Jonathan meinte, zwar, wir würden uns nun schon die vierte Kirche angucken. Er hat dann nach dem Dom auch lieber draußen in der Kälte gewartet. Katharina fand das alles ganz toll, besonders die Orgeln und wie derjenige, der sie spielt, da hoch kommt, fand sie faszinierend.
 

Leider hatten wir mit dem Wetter nicht ganz so viel Glück, aber wir haben uns davon nicht abhalten lassen und haben einen schönen Tag in Erfurt verbracht. Am Ende haben wir noch einen Hinweis auf das Puppenstubenmuseum entdeckt. Da eine Puppenstube Katharinas Weihnachstwunsch ist, sind wir da natürlich auch noch hingegangen. Und ich muss sagen, wir wurden nicht enttäuscht: Wahnsinn, wie viele verschieden Puppenstuben es dort gibt und eine ist schöner als die andere. Es gibt auf Kaufmannsläden zu sehen und bei vielen Sachen haben Steffen und ich erfreut ausgerufen, dass wir das aus unserer Kindheit noch kennen. Das war richtig schön, wie eine Reise in die Kindheit. Also, wer in Erfurt ist, sollte unbedingt das Puppenstubenmuseum beuschen, das lohnt sich auf jeden Fall!

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Eigentlich...

...würde ich jetzt gern im Bett liegen und tief und fest schlafen, denn es ist gerade 0.26 Uhr und es ist für mich völlig untypisch, zu dieser Zeit nicht zu schlafen. Aber ich komme heute einfach nicht in den Schlaf, ich weiß allerdings gar nicht, was mich so sehr um den Schlaf bringt, denn ich habe ausnahmsweise mal nix zum Grübeln und müde und fertig müsste ich auch sein, denn die letzten beiden Tage haben wir mal wieder Möbel aufgebaut und umgeräumt. Jetzt ist für dieses Jahr aber definitv Schluss, ich möchte keine Möbel mehr aufbauen, keine Zimmer mehr umräumen, nichts mehr neu einrichten...

Am Wochenende waren Steffen und ich zu einem Kurzurlaub in Dresden. Ein Kollege von ihm hat wieder eine Überraschungsfahrt organisiert und weil die letzte uns so viel Spaß gemacht hat, haben wir uns auch in diesem Jahr wieder angemeldet und waren mit dabei. Wussten wir im letzten Jahr noch nichts, so wussten wir in diesem Jahr, dass es nach Dresden gehen würde. Darauf habe ich mich ganz besonders gefreut. In Dresden bin ich immer wieder gern, zum letzten Mal waren wir dort, da waren die Jungs beide noch im Kindergarten, Mensch, ist das lange her.

Also Dresden. Gefrühstückt haben wir wieder gut und reichlich am Leipziger Flughafen und dann ging es mit dem Bus weiter nach Dresden. Dort hatten wir dann bis gegen 16 Uhr Zeit für uns. Eigentlich wollten wir uns nur irgendwo in die Sonne setzen, aber die offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit haben uns sozusagen einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn in diesem Jahr war die Feier wieder in Dresden und dementsprechend voll war die Stadt. Dabei mussten wir daran denken, dass wir vor 16 Jahren auch zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden waren, damals allerdings noch zu zweit und ein wenig traurig, weil es mit dem Baby einfach nicht klappen wollte. Was wir damals noch nicht wussten: Als winzig kleines Pünktchen war Johannes doch schon dabei. ;-)

Nun, denn haben wir uns eben in's Getümmel gestürzt und uns die Frauenkirche, den Fürstenzug, den Schlossplatz, den Zwinger und was es sonst noch auf die Schnelle in Dresden zu sehen gibt, angeguckt:


Eigentlich stand an dem Eingang zur Frauenkirche, dass dort Fotografieren verboten ist, aber da es alle gemacht haben, bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe auch in aller Schnelle das ein oder andere Handyfoto gemacht. Es ist aber auch eine Pracht, die dort zu sehen ist, das ist Wahnsinn. Und wann man überlegt, wie viel von der Kirche zerstört war, ist es erstaunlich, dass sie überhaupt wieder aufgebaut worden ist. Als ich Kind war, war ich mit meinen Eltern auch mal in Dresden und kann mich da noch dunkel an den Schutthaufen "Frauenkirche" erinnern...

Wenn man schon in Dresden ist, gehört ein Besuch im Zwinger einfach dazu, auch wenn man schon ganz oft dort gewesen ist.

Als wir das letzte Mal im Zwinger waren, waren wir abends da, die Jungs waren noch klein und eigentlich wollten wir zu Steffens Opa zum runden Geburtstag. Allerdings hatten wir so ein schlechtes Quartier erwischt (mit Ofenheizung und der Winter war arschkalt, wenn wir in der Wohnung gesprochen haben, gab es Kondenswölkchen), so dass wir Mitten in der Nacht wieder nach Hause gefahren sind. Wenn ich heute daran denke, werde ich noch immer traurig und wütend zugleich.

 

Anschließend haben wir im Sophienkeller ein ganz leckeres Essen gehabt. Ich habe noch nie so lecker gegessen und wenn ich daran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen und ich bekomme gleich wieder Hunger. Der Höhepunkt des Abends war dann aber ein Besuch in der Comödie Dresden. Dort haben wir "Ganz großes Kino" gesehen, ein Stück, in dem in zwei Stunden die besten Filme präsentiert werden - natürlich auf irrsinnig lustige Weise und zwar so schön, dass sogar ich als Filmmuffel so gut wie alle Filme zuordnen konnte. Schade, dass ich so wenig im Kopf behalten habe, es waren einfach viel zu viele Gags, aber es war unheimlich toll!!!

Am nächsten Morgen stand dann noch ein Abstecher zur Moritzburg auf dem Programm, bevor es dann gegen Mittag wieder nach Hause ging. Auch auf der Moritzburg waren Steffen und ich schon, auch ohne Kinder.
Mir wurde gesagt, dass ich unbedingt den goldenen Schuh anprobieren muss, der auf der Treppe ist und den Aschenbröder in dem Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" dort auf der Treppe verloren hat.
 
Ich habe mir wirklich allergrößte Mühe gegeben und alles versucht, aber der Schuh war einfach zu klein, selbst ohne Strumpf hat er nicht gepasst. Aber ich denke, das liegt wohl daran, dass ich meinen Prinzen ja schon lange gefunden habe und was will frau denn mit zwei Prinzen??? ;-)











Anschließend haben wir noch ein wenig das schöne Wetter und die traumhafte Gegen genossen. Wie schon vor einem Jahr in Meißen: Einfach die Ruhe genießen, Auspannen, Kraft tanken...
  

Ach ja, das war wieder ein traumhaft schönes Wochenende und ganz bestimmt werden wir mit den Kindern noch einmal nach Dresden und zur Moritzburg fahren. Das haben wir uns ganz fest vorgenommen!