Donnerstag, 27. Oktober 2022

Weiter geht es mit Klimt

Weiter geht es mit der Erzählung von meinem Klimtquilt. Ich hatte ja geschrieben, dass ich mir Stoff bestellt hatte, um die Blöcke hängend anzuordnen. Ich denke, da kann man es einfacher sehen und das Gute ist, ich muss die Blöcke nicht immer wieder wegräumen.

Eine Weile hatte ich zwischen Flanell und Molton geschwankt... ...und mich dann für Molton entschieden. Allerdings musste ich feststellen, dass die Stoffe auf Molton nicht wirklich halten. Linkes Hexagon angedrückt, rechtes Hexagon auch, linkes Hexagon runtergefallen, rechtes Hexagon auch. Ok, Molton funktioniert also nicht.

Ach schade, und dabei hatte ich so auf eine "Designwand" gehofft. Naja, ein wenig kann ich es verwenden, ich muss halt die Blöcke mit Stecknadeln festheften. Egal, was soll's. Für's erste geht es und letztendlich werde ich den Molton dann als Rückseite für den Quilt verwenden.

Meine genähten Blöcke, ich finde, es sieht einfach schön aus.

Und dann folgt - so finde ich es - das Schönste an einem One-Block-Wonder-Quilt: Das Auslegen, Anordnen und Sortieren der Blöcke. Ja, das ist für mich die schönste Arbeit an einem Quilt.

Ja, es ist wirklich einfacher, die Blöcke hängend als liegend anzuordnen. Und Rückenschonender ist es auf jeden Fall.
Ich finde, das sieht schon ganz gut aus und ist ein Zustand, an dem ich gut weiterarbeiten kann.

Mittwoch, 26. Oktober 2022

Ein Klimt für meinen Geldbeutel... ;-)

Habt vielen Dank für eure lieben Worte zu meinem letzten Beitrag. Noch habe ich nicht mit meiner Sehnsuchtsjane begonnen. Dafür benötige ich noch eine Zutat, ich hoffe, sie kommt demnächst.

Am letzten Freitag habe ich das Ergebnis meiner ersten Klausur bekommen. Ich hatte ja ein ganz gutes Gefühl nach dem Schreiben und was soll ich sagen: Ich bin sowas von zufrieden! 😊

Wenn ich jetzt das Foto wieder sehe, freue ich mich gerade wieder darüber. Die nächste Arbeit habe ich bereits abgeschickt, die fiel mir deutlich einfacher, als die erste Einsendearbeit. Nun hoffe ich nur, dass ich mich nicht überschätzt habe...

Aber eigentlich wollte ich ja was ganz anderes erzählen. Im Netz (klar, wo sonst), ist mir mal wieder ein schöner Quilt über den Weg gelaufen. Ein One-Block-Wonder-Quilt aus Klimtpanelen. Logisch, dass ich mich gleich auf die Suche nach sieben dieser Panele gemacht habe. Und ich bin auch fündig geworden, zwar musste ich in zwei unterschiedlichen Shops bestellen, aber das war mir egal.

 

Zunächst stand also erst einmal schneiden, schneiden, schneiden auf dem Programm. 

Rückblickend kann ich sagen, dass es besser gewesen wäre, die schwarze Musterborte komplett wegzuschneiden, denn das Schwarz passt nicht in das Gesamtbild der Blöcke. Aber gut, das weiß ich erst jetzt. 

10 Päckchen Hexagone liegen nun und warten darauf, dass ich sie zusammennähe. Das habe ich vor eineinhalb Wochen am Sonntag gemacht. Es war mal wieder richtig schön, unbeschwert zu nähen. Ich muss aber auch sagen, dass ich es am nächsten Tag doch sehr gemerkt habe...

Wenn die Übergänge uns Muster so perfekt passen, wie auf dem oberen Foto, freut mich das unheimlich.
Dieses Hexagon finde ich besonders gut gelungen, da ist doch noch gut das Muster zu erkennen.

Am Ende des Sonntags waren die meisten der Hexagone zusammengenäht; viel war nicht mehr zu nähen. 

Vier Päckchen waren noch über. Da ich unter der Woche derzeit aber nicht nähe, habe ich zunächst alles erst einmal wieder in die Kiste gepackt und verstaut.

Meine Idee war auch, mir ein Stück Stoff zu kaufen, auf dem die Hexagone haften, so dass ich die Anordnung dieses Mal nicht auf dem Fußboden liegend, sondern hängend, festlegen kann. Den Stoff hatte ich bestellt und wartete nun, dass er geliefert wird.

Sonntag, 9. Oktober 2022

Ja oder ja

Ich stöbere ja gern auf ebay Kleinanzeigen, das ein oder andere Schnäppchen, egal in welchem Bereich, habe ich dort schon gemacht. Könnt ihr euch noch an die Bummelmeile erinnern? Oder im Sommer, da habe ich einen Palandt, der jetzt nicht mehr Palandt heißt, gefunden, für nur ein paar Euro. Es war nicht die aktuellste Ausgabe, aber das war egal, die zwei, drei neueren Auflagen konnte ich gut verschmerzen. Auch habe ich da schon den ein oder anderen schönen Anhänger für mein Pandora Armband entdeckt.

Vor ein paar Monaten habe ich dort einen traumhaften Quilt entdeckt, in den ich mich auf der Stelle verliebt habe. Da passte einfach alles: Die Farben, die Blöcke, das Quilting... Hach, ich gerade wieder in's Schwärmen. 

Den Quilt habe ich auf meine Favoritenliste gesetzt und fast täglich geguckt, ob er noch da ist. Ganz lange war er noch da... ...und irgendwann war er weg. 

Weg, einfach weg... :-( Todtraurig war ich deswegen. Zunächst habe ich ja Steffen gefragt, ob er mir eventuell eine Freude machen wollte, aber er hat mich nur völlig entgeistert angesehen. Ne, also er hat ihn nicht gekauft.

Also musste ich wohl doch auf die Version des Selbernähens zurückgreifen. Stoff dafür habe ich ja - wenn ich ganz ehrlich sein soll - schon im Sommer irgendwann bestellt. Aber da war immer noch der Gedanke im Hinterkopf, wenn er zu Weihnachten noch da ist, dann...

Naja, nun ist das also Geschichte und in mir ist das Fieber wieder da. Ja, Fieber auf einen weiteren Samplerquilt, ob in der Größe des ersten, weiß ich noch nicht, auf jeden Fall habe ich erst einmal zehn Meter Hintergrundstoff gekauft. Und ihr ahnt es jetzt bestimmt schon, in meinem Kopf geistert ein zweiter Janequilt rum. Ob ich einen weiteren kompletten Quilt nähen möchte, weiß ich noch nicht, aber ich kann ja gedanklich erst einmal planen. Und ich muss sagen, auch wenn ich hin und wieder mal was zwischendurch genäht habe, so vermisse ich Patchwork schon sehr arg. 😓

Der Hintergrund ist ein zartes Limettengrün, ich habe ich wieder für einen Kona entschieden. Ganz genau heißt der Stoff  "Sommer Pear Green".  Bei meiner erste Jane habe ich ja noch ein paar Mal Hintergrundstoff nachgekauft. Ob es mir dieses Mal wieder so ergehen wird? 😂 Auf jeden Fall ist es gut, den genauen Namen zu wissen, denn das hat ich bei meiner ersten Jane auch gerettet.

Ganz entgegen meiner sonstigen Farben wird dieser Quilt werden: Blau und grün. Vielleicht war es das, was mich so unheimlich fasziniert hat? Ich weiß es nicht.
Leider bekomme ich den Hintergrundstoff nicht in seiner Schönheit auf's Foto. Das Grün lässt sich unheimlich schwer fotografieren. Nun ja und ehe ich beginnen kann, wird wohl noch ein wenig Zeit vergehen. Wobei - ein Blöckchen könnte ich ja mal testen. Schließlich bin ich mit der nächsten Einsendearbeit, die Anfang November in Leipzig sein muss, gestern fertig geworden. 😊

Montag, 3. Oktober 2022

Alles hat seine Zeit

Vielen Dank für eure lieben Kommentare zu meinem letzten Beitrag. Es freut mich, dass ihr mir die Treue haltet, auch wenn es auf meinem Blog so still ist und ich auch kaum zum Kommentieren bei euch komme. Und trotzdem schaut ihr bei mir vorbei. Das freut mich sehr.

In der vergangenen Woche war ich in Leipzig zur ersten Präsenzphase des Fernstudiums. Was war ich im Vorfeld aufgeregt, aber die Aufregung war eigentlich ganz umsonst. Es ging alles ganz gut, auch die Klausur am Sonnabend habe ich überstanden. Und ich denke auch, dass ich sie bestanden haben werde... Ich habe ein ganz gutes Gefühl dabei. Nach dem Unterricht war ich viel in Leipzig unterwegs und habe dabei festgestellt, dass sich meine genähte Tasche so langsam auflöst.

Dass die Schlaufen nicht mehr schön aussehen, war mir schon aufgefallen. Nun löst sich auch der Stoff auf. Wobei das eigentlich kein Wunder ist, denn die Tasche habe ich wirklich täglich genutzt.
Man sieht es auch, dass der Stoff ziemlich an Farbe verloren hat. Besonders an der Rückseite, weil dort die Tasche immer an der Kleidung scheuert. Nun ja, so wollte ich die Tasche irgendwie nicht mehr nehmen.

Ich war hin- und hergerissen, was ich nun tue: Eine neue Tasche kaufen oder eine nähen. Letztendlich habe ich mich für das Nähen entschieden. Zeit hätte ich wohl eigentlich eher weniger gehabt, denn die neue Einsendeaufgabe, die aber auch schon bis zum 9. November eingereicht sein muss, liegt schon seit einer Woche bei mir zu Hause. Allerdings wollte ich erst die Unterlagen des ersten Semesters durcharbeiten und auch erst die Präsenzphase hinter mich bringen. Wobei ich dasgen muss, dass es mich schon ein wenig stresst, dass die Aufgabe nun schon hier ist. Leider gibt es zwischen den einzelnen Semestern keine Pause, das finde ich ein wenig schade. Aber nun gut...

Ich habe zunächst überlegt, mich dann aber dzau entschieden, dieses Wochenende nichts für das Fernstudium zu tun, sondern etwas für meine Seele. Ich vermisse mein Hobby schon sehr und ich finde doch, dass es eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität ist, dass ich dafür derzeit gar keine wirkliche Zeit habe. Umso mehr weiß ich es zu schätzen, was ich bisher hatte - und irgendwann wieder haben werde.

Ich hatte noch zwei Taschensets von Smaragd-Taschen liegen, einmal die kleine Umhängetasche, die ich schon letztes Jahr genäht hatte und zum anderen eine twas größere Umhängetasche in einem satten Braun. Mit dieser Tasche habe ich angefangen, die sollte für mich sein. 

Die Sets enthalten alles, was für die Tasche notwendig ist und die Stoffe sind auch schon passend zugeschnitten. So mag ich es und so habe ich mich dann an das Nähen der Tasche gemacht. Die Anleitung ist gut beschrieben und bebildert und so komme auch ich damit klar. Aber ich wäre nicht ich, wenn alles glatt gegangen wäre. So habe ich den Anhänger auf dem Quadrat ein wenig ungünstig angenäht. Ich wollte ihn gern ein wenig dezentral aufgenäht haben. Im Liegen sah das auch gut aus, allerdings habe ich nicht daran gedacht, dass der Anähnger hängt und damit nicht meinem Plan folgt.

Also habe ich meine Tasche noch einmal unter die Nähmaschine gewürgt und den Anhänger noch ein wenig fixiert.
Ja, so gefällt es mir viel besser.

Das Wenden der Tasche durch die Wendeöffnung im Boden des Futters war mal wieder ein wenig tricky und hat mich echt Mühe gekostet, aber es hat geklappt und die Tasche ist fertig geworden.

Die zweite Tasche habe ich heute auch noch genäht, wenn ich mir schon Nähzeit nehme, dann muss es sich aber auch lohnen (nur für Quilts reicht die Zeit nicht, dann sind es eben kleine Teile, die ich dann nähe). Diese Tasche habe ich Katharina versprochen. Ich bin gespannt, was sie dazu sagen wird, denn sie hat sie noch gar nicht fertig gesehen. ;-)

Zum Fotografieren haben Steffen und ich einen Spaziergang gemacht, es war heute so ein schöner sonniger Herbsttag.


Ach ja, ich freue mich. Beide Taschen sind toll geworden und meine braune Tasche werde ich morgen dann gleich einweihen und mit zur Arbeit nehmen. Die andere Tasche war nun wirklich nicht mehr schön. Und auch unser Herbstspaziergang war sehr schön. Sie Sonne schien und war noch schön warm und ich habe die Ruhe sehr genossen (der Trubel in Leipzig ist so gar nichts für mich, da lob ich mir mein Elbingerode - frei nach Goethe...).

Im Naturbad haben sich so schön die Wolken und die Bäume gespiegelt.

Sonntag, 18. September 2022

...mal wieder ganz spontan...

Ich mag mal ein kurzes Lebenszeichen von mir geben. 😊Mich gibt es noch, allerdings merke ich immer mehr, dass die Zeit schneller vergeht, je älter man wird. 😂Als ich Kind war, konnte ich immer nicht verstehen, dass die Älteren gesagt haben, je älter man wird, umso schneller vergeht die Zeit. Heute nun kann ich das nachvollziehen, aber nicht erklären. Ja, die Zeit rennt nur so und abends frage ich mich, wo der Tag geblieben ist.

Das Fernstudium fordert mich unheimlich, da bleibt wenig Zeit für irgendwas. Obwohl ich das ja im Vorfeld wusste, fällt es mir an manchen Tagen sehr schwer, mich damit abzufinden, zumal ich oft auch ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich mal einen Tag nichts dafür tue... In der letzten Woche habe ich mir ganz spontan einen Tag frei genommen und fast einen ganzen Tag an den Studienunterlagen gearbeitet. Das tat wirklich auch meiner Seele gut.

Mal wieder waren Steffen und ich spontan, als wir in der letzten Woche auf Facebook gelesen hatten, dass in Osterwieck ein Konzert mit Alex Parker stattfindet. Wir waren bei ihm schon einmal vor gut 2 1/2 Jahren zum Konzert, damals in Potsdam. Alex Parker ist ein Musiker, der ganz wunderbar Udo Jürgens interpretiert, teilweise denkt man, Udo Jürgens singt selbert. Zu Udo Jürgens haben wir es leider nie zum Konzert geschafft, was ich immer noch sehr schade finde. Während ich noch überlegt habe, ob wir uns die Karten kaufen sollten, hatte Steffen schon zwei bestellt. Sonst ist er eigentlich immer derjenige, der keine Entscheidung trifft und mir alles überlässt. 😌

Ich habe mich so sehr auf den Abend gefreut. Da kam es mir doch sehr entgegen, dass ich mir gerade Anfang letzter Woche einen ganz tollen Merinowalk in petrol bestellt habe. Daraus wollte ich mir erneut eine Jacke nähen. Im letzten Jahr hatte ich nach dem Schnitt schon eine Walkjacke genäht, muss aber sagen, dass mich der Schnitt zu Anfang so gar nicht überzeugt hatte. Ehrlich gesagt habe ich sogar überlegt, den Schnitt zu entsorgen, mein Plan, diesen Schnitt nicht noch einmal zu nähen stand fest. Als ich die Jacke das erste Mal getragen hatte, hatte ich eine "rutschige" Bluse drunter und die Jacke ist immer wieder gerutscht. Danach habe ich die Jacke dann aber sehr oft mit einem Shirt drunter getragen und fühle mich damit sehr wohl. So kann ich die Jacke mit einem Shirt drunter auf Arbeit anziehen und bin doch angezogen.

Mein Stoff ist wirklich ganz schnell geliefert worden und so konnte ich Donnerstag nach der Arbeit gleich mit der Jacke beginnen. Bestellt hatte ich einen Meter von dem Stoff, irgendwie war mir so, als ob ich weniger als einen Meter bräuchte.

Ähm ja, mit einem Meter ist es wohl ein wenig knapp, an den Ärmeln fehlt ein Stück, da mir die Ärmel aber sowieso meist zu lang sind, konnte ich da ganz gut ausgleichen und die Ärmel haben noch eine gute Länge.

Der Schnitt ist schnell genäht, gibt es doch nur zwei Schnittteile und zwei Abnäher im Vorderteil und so war ich mit der Jacke innerhalb kurzer Zeit fertig. 

 

 

 

Allein das Knopfloch hat mir große Sorgen bereitet. Ich hatte mir in Wernigerode in der Bastelkiste einen tollen großen Perlmuttknopf bestellt, mein bisher teuerster Knopf mit 6,40 Euro. Ich brauchte also ein sehr großes Knopfloch, größer als der automatische Knopflochfuß zuließ. Ich habe probiert und probiert, aber irgendwie konnten mich die Probeknopflöcher überzeugen. Nach einer guten Stunde probieren habe ich dann doch mal in die Bedienungsanleitung geschaut (ja, ich weiß, hätte ich auch früher machen können... 😂😂😂). Da habe ich dann gelesen, dass ich Knopflöcher auch mit dem Satinfuß nähen kann. Das habe ich dann am Freitag probiert und ganz passable Knopflöcher zustände gebracht.

Das Knopfloch an der Jacke ist nicht ganz perfekt geworden, in der Mitte sind die Raupen zusammen gegangen und beim Aufschneiden habe ich dann die Fäden an der Kante aufgeschnitten. Ich habe dann noch einmal mit dem Zickzackstich drüber genäht und so habe ich mein Knopfloch doch noch fertig bekommen.

Meine Jacke ist fertig geworden und passend dazu habe ich mir natürlich noch ein Shirt genäht, schließlich soll es perfekt aussehen. Davon erzähle ich in einem extra Beitrag, sonst wird dieser viel zu lang. 😘

Sonntag, 17. Juli 2022

Nur ein Brief war es...

Habt vielen Dank für Eure lieben Kommentare und eure Erfahrungen, die ihr so vielfältig mit mir geteilt habt, das zeigt mir, wir sind nicht allein mit unseren Sorgen. Über jeden einzelnen Kommentar habe ich mich bei meinem vorigen Post noch viel mehr als sonst gefreut. Im Moment genieße ich einfach die Zeit und das Leben und schiebe den Gedanken, dass uns jetzt sechs Jahre Bangen bevorstehen, einfach gaaaaanz weit nach hinten. Wir haben uns und uns wurde noch weitere Zeit zusammen geschenkt und das ist im Moment einfach das Wichtigste und das Schönste. 😊

Nun aber wieder zu meiner Überschrift: Der Brief hat mich mal wieder völlig aus der Bahn geworfen. Am Donnerstag hatten wir auf Arbeit einen sehr dicken Brief mit dabei, der als Einschreiben mit Rückschein versandt worden ist. Der Rückschein klebte noch auf dem Brief, sicher ist er der Post durchgerutscht. Auf jeden Fall zeigte meine Kollegin mir den Brief und drückte ihn mir in die Hand. Ich habe erst gar nicht verstanden, warum ich den Rückschein ausfüllen sollte, das macht nämlich diejenige, die die Postfrau gerade greifen kann...

Nun also ich. Na gut, dann mache ich das eben und dann habe ich erst gesehen, dass der Brief an mich adressiert war. Persönlich! Auweia, das konnten nur die Ergebnisse der ersten Einsendeaufgabe des Fernstudiums sein... ...und so war es! Nachdem ich das realisiert hatte, kamen mir sofort die Tränen und ich habe mich nicht getraut, den Brief aufzumachen. Was, wenn es schon wieder vorbei ist? Denn das Bestehen der Einsendeaufgabe berechtigt erst, an der Präsenzphase teilzunehmen. Und das Bestehen der dortigen Klausur berechtigt erst dazu, im nächsten Semester weiterzumachen... 

Meine beiden Kolleginnen haben mir Mut zugesprochen und gesagt, ich habe es sowieso geschafft und ich soll den Brief nun endlich aufmachen. Mit zittrigen Fingern und total verheult habe ich es dann doch irgendwie geschafft, den Brief aufzumachen, das Rausholen des Schreibens hat noch einmal gedauert und dann stand dort: Vollbefriedigend! Hurra! Ich darf nach Leipzig!!! Und dann flossen die Tränen, Tränen der Freude, der Erleichterung, es fiel alles der letzten Monate von mir ab. Ich konnte mich gar nicht weider einkriegen, selbst abends zu Hause kamen mir immer wieder die Tränen. Ich bin so, so froh!!!

(Ich muss mich grad mal sammeln, ich träne gerade wieder...) Ich kann es noch immer nicht so recht glauben, dass ich das wirklich geschafft habe, habe ich doch viele Jahre um Handels- und Gesellschaftsrecht einen großen Bogen gemacht. Das ist das, was mir in meinem Beruf gar nicht liegt und was ich - ehrlich gesagt - auch nicht so mag. Aber zu diesem Thema war die erste Einsendeaufgabe zu schreiben und das war für mich sozusagen ein Kaltstart.

Und soooo schlecht war ich gar nicht, einzig in dem Teilbereich, mit dem ich so sehr gehadert habe, nämlich die Änderung der Firma der KG, habe ich die wenigsten Punkte bekommen. Gut, das ist Ansporn für mich, bei der nächsten Aufgabe mich mit dem Teil, der mich Nerven kostet, noch mehr zu beschäftigen.

Ich habe mir dann auch mal die Punkteschlüssel angesehen und meiner Kollegin froh erzählt, dass ich Glück hatte, denn zwei Punkte weniger und ich hätte eine vier gehabt. Sie meinte dann aber nur, nein, zwei Punkte mehr und ich hätte eine zwei gehabt und das stimmt, sie hatte recht.

Aber egal, ob zwei oder drei oder vier: Ich bin froh, dass ich die Aufgabe geschafft habe und bin - ehrlich gesagt - ein wenig stolz auf mich. Als ich das Fernstudium begonnen habe, wussten wir zwar, dass Steffen in's Krankenhaus muss, aber wir wussten nicht, was uns danach noch erwartet und auch wie sich die Situation sonst so entwickelt, war da noch nicht absehbar. 

Nun werde ich mich mit den verbleibenden beiden Kurseinheiten beschäftigen, ich habe noch gut zwei Monate, um diese durchzuarbeiten und heute abend werde ich dann mal das Hotel für Leipzig buchen!

Samstag, 9. Juli 2022

Zuversicht

Zuversicht ist ein weibliches Substantiv und bedeutet laut Google "festes Vertrauen (auf etwas zu erwartendes Gutes)". Ja, ich glaube, damit hat google wohl recht, ich merke auch, wie ich so langsam wieder Zuversicht bekomme. Festes Vertrauen darauf (manchmal wackelt es noch ein wenig), dass sich alles zum Guten wendet und dass ich Ende des Jahres lächelnd auf diese verrückte Zeit zurückblicke und sagen kann "yeah, wieder eine Hürde gemeistert".

Steffen lag fünf Wochen im Krankenhaus, seit zwei Wochen ist er nun wieder zu Hause und hat vor fünf Tagen die Mitteilung erhalten, dass der Krebs vollständig weg ist und er als geheilt gilt. Während ich diese Zeiten schreibe, träne ich gerade wieder (diese Wortschöpfung hat Katharina erfunden und ich finde es viel schöner, als "ich weine", es hat sowas... ...Weiches, Romantisches). Die Zeit, die hinter uns lag, war keine einfache Zeit, zum Glück hatte ich aber meine Kinder, besonders die beiden zu Hause, die mir ganz viel geholfen und mich unterstützt haben, wo sie nur konnten.

Ich habe heute gerade Fotos vom Handy runtergeladen, was ich lange nicht mehr gemacht hatte, und habe mir dabei noch einmal die Fotos der vergangenen Wochen angesehen, es kommt mir schon alles wieder so unwirklich und so ewig lange her vor, dabei bestimmte diese Situation vor noch nicht einmal drei Wochen unseren Alltag immens. Aber das ist das Gute daran, dass Schlechtes so schnell in den Hintergrund tritt und dann ganz schnell immer mehr verblasst. So geht es mir zumindest.

Oh, wenn ich daran denke,  wie ich mich zerteilt habe und wie ich versucht habe, alles irgendwie hinzukriegen, wie sehr ich mich danach gesehnt habe, mal in den Arm genommen zu werden (nicht von meinen Kindern, die haben das getan) und zu hören, "hey, alles wird gut, ich helfe dir". Wie sehr war ich auf mich allein gestellt, wie traurig war ich, wie sehr habe ich versucht, meinen Alltag zu meistern... Wie sehr hat mich Vieles enttäuscht, wie sehr habe ich mich aber auch über Dinge, Gesten, Worte, E-Mails, leere Wäschekörbe, was auch immer gefreut, womit ich nicht gerechnet hatte.

Viel Unterstützung hatte ich auch auf Arbeit von drei meiner Kolleginnen. Sie hatten immer ein offenes Ohr für mich, haben mich in dieser scheiß Zeit (die ja schon seit Mitte März geht), so genommen, wie ich zu der Zeit war, haben mir die Augen geöffnet, mich immer wieder auf den richtigen Weg geschickt, haben mir zugehört, haben mich auch mal in den Arm genommen, haben mir gesagt, es wird wieder, waren einfach - neben der Arbeit und auch im Feierabend - für mich da.

Irgendwann war es dann für mich an der Zeit, einfach mal Danke zu sagen. In Wernigerode gibt es ein Geschäft Herzenssachen. Dort werden Dinge verkauft, die Menschen mit Behinderungen herstellen, in den Läden können sie auch tagsüber kreative Dinge herstellen. Ich mag diesen Laden sehr und habe mir dort schon einige getöpferte Dinge gekauft. Ein Engel ziert schon seit einigen Jahren unseren Weihnachtsbaum und auch auf meinem Schreibtisch steht ein Engel, den ich dort gekauft habe. Immer, wenn mein Blick auf meinen herrlich perfekten unperfekten Engel fällt, muss ich schmunzeln und die Zuversicht kommt wieder.

Ich habe immer mal wieder im dem Laden geschaut und irgendwann hatte ich dann drei Engel zusammen. Zu Hause habe ich dann noch Karten gemacht, auch da habe ich mich für Engel entschieden, sind sie es doch.

Wie das so ist, wenn sowieso schon wenig Zeit ist, ging das ein oder andere schief, zuerst hatte ich die kleinere Datei genommen, dann das falsche Garn, dann hatte ich einen Block gestickt, den ich gar nicht wollte, dann hatte ich vergessen, nach der einen Karte, die Maschine wieder auf den Anfang zu bringen... Aaahhh. Ich wollte schon aufgeben, aber ich habe mich durchgebissen und dann waren meine drei Engelskarten fertig.

Am nächsten Morgen bin ich dann ganz pünktlich auf Arbeit gefahren und habe meine Engel auf den Schreibtischen meiner drei Kolleginnen verteilt. Jede hat den Engel bekommen, der - meiner Meinung nach - zu ihr passt.

Meine Kollegin, mit der ich das Büro teile, hat ihren Engel gleich entdeckt, nachdem sie gekommen ist, eine zweite hat ihren ein wenig später entdeckt, die dritte erst, nachdem wir unseren Kaffee getrunken hatte. Alle drei haben sich sehr darüber gefreut und haben ihren Engel auf dem Schreibtisch stehen, auch die Karten haben sie alle auf dem Schreibtisch stehengelassen. Das freut mich sehr, konnte ich doch damit einmal Danke für die Unterstützung sagen, die mir sehr gut tat und tut.