Irgendwann vor ein paar Tagen hatte ich das dringende Bedürfnis, mal wieder was Schönes zu machen, zu erleben. Irgendwie gibt es bei uns in letzter Zeit immer nur Alltag und ich finde, die Phasen er Erholung werden immer weniger. Also haben wir das Wochenende, an dem Katharina nicht da war, einfach mal für uns genutzt.
Freitag Abend waren Steffen und ich in Wernigerode essen, wir hatten von unseren großen Kind und Schwiegerkind einen Gutschein für ein Restaurant bekommen und so haben wir entschieden, wir gehen Freitag essen. Mal nur wir beide, ohne irgendwen anders. War das komisch? Nein, komisch oder ungewohnt nicht, aber es war etwas, was wir so schon ewig nicht mehr hatten. Irgendwie ist ja bei uns immer Trubel... Ich mag dieses Simmengewirr, von überall her dringen Wortfetzen heran, es ist ein Gemurmel, da könnte ich am liebsten ewig sitzen und mich berieseln lassen, viel erzählen muss ich da gar nicht...Wir hatte uns zunächst eine Vorspeisenplatte geteilt, die war unheimlich lecker und auf jeder Seite des Parmesans in der Mitte lag das Gleiche, so dass jeder von uns zu seinem Recht kam. Ich hatte mich dann für einen Auberginenauflauf entschieden und ich weiß, dass ich den zu Hause auch mal machen werde. Johannes meinte, als wir davon erzählt haben, dass ich den machen kann, wenn er nicht da ist, er ist sowas nicht! Und damit es so richtig schön wird, habe ich mir zum Schluss noch ein Trüffeleis bestellt. Auch das war so richtig lecker.
Der Freitag Abend war richtig schön und wir waren beide so... ...erfüllt davon.
Für Sonnabend hatten wir uns einen Ausflug überlegt, zuerst hatte ich überlegt, nach Magdeburg zu fahren, aber dort waren wir schon so oft und irgendwann kam ich auf Hildesheim. Hildesheim hat mit dem Dom St. Marien und der Michaeliskirche zwei Welterbestätten und soll auch einen sehr schönen Marktplatz haben. Und so haben wir uns dann für Hildesheim entschieden, allzu weit weg von uns ist es auch nicht. So haben wir Sonnabend erst in aller Ruhe gefrühstückt und sind dann kurz vor Mittag losgefahren.
Unser erster Weg führte uns zum Dom. Wir dachten zunächst, der Dom sei eventuell geschlossen, nichts deutete darauf hin, dass er offen sein könnte: Keine Menschen, keine Hinweise, nichts. Er stand einfach da.
Er war zum Glück offen, genau wie die Michaeliskirche, an der sich uns ein ähnliches Bild bot. Wie überall in Hildesheim, lediglich in der Fußgängerzone, wo die Geschäfte waren, war Trubel, der Rest war wie leergefegt. Seltsam. Dabei gibt es dort so viel Potential.
Der Dom war sehr schön, eine romanische Kirche, die ja doch relativ schlicht sind, aber von der Bauweise her unheimlich beeindruckend.
Am westlichen Ende des Doms befindet sich die Bernwardtür. Die größe, figürlich geschmückte Bronzetür des Mittelalters. Im Dom gibt es rechts und links zwei Eingänge mit dem Hinweis auf die Tür. Man geht durch relativ schlichte Gänge, steht dann in einem leeren, hohen Raum und sieht dann diese Tür. Wow!Wir haben uns natürlich auch die 1000-jährige Rose an der Apsis angesehen:
Ob die Rose wirklich tausend Jahre alt ist, kann man sicher bezweifeln. Allerdings seht sie schon sehr lange dort und war so etwas wie die Hoffnung der Hildesheimer nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg. Auch der Dom wurde stark beschädigt und die Rose ist mit verbrannt und unter den Trümmern verschüttet. Allerdings trieb sie schon kurze Zeit später wieder aus. Egal, ob nun tausendjährig oder nicht, die Geschichte ist einfach schön und gibt Hoffnung.
Vom Dom führte uns unser Weg zur Michaeliskirche. Sie erbeht sich auf einer kleinen Anhöhe und bietet ein majestätisches Bild:
Diese absolute Symmetrie kann man ein wenig erahnen. Auch hier waren nur sehr wenige Besucher, was eigentlich sehr schade ist, denn im Innern erwartet den Besucher eine bemalte Holzdecke, die einfach nur wow ist:
Auch diese Kirche ist wieder recht schlicht in der Ausstattung, aber beeindruckend durch die Bauweise.
Auch diese Kirche wurde in zweiten Weltkrieg stark beschädigt, aber wieder aufgebaut.
Von der Kirche sind wir dann zum Zentrum gegangen, unterwegs haben wir die St. Andreas-Kirche gesehen, die einlud, dass der Turm zur Besichtigung geöffnet sei. 364 Stufen bis zu einer tollen Aussicht über Hildesheim. Verlockend, aber auch anstrengend. Wir haben uns an den Aufstieg gewagt, Steffen ist allerdings schon fast gleich wieder umgekehrt. Also bin ich allein den Turm hinaufgestiegen. Der Aufstieg war anstrengend und mir haben ganz schön die Beine gezittert, aber ich habe es bis ganz nach oben geschafft. Und ja, die Aussicht war grandios, wir hatten aber auch unheimlich Glück mit dem Wetter.
Nachdem ich wieder unten war, hat mir Steffen gesagt, dass die Kirche auch geöffnet ist. Diese haben wir uns auch angesehen. Die Kirche ist gotisch mit romanischen Teilen und wurde im zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört. Mit Ausnahme des Doms war keine andere Kirche in Hildesheim so stark zerstört, wie die St. Andreaskirche. Auch sie wurde anschließend originalgetreu wieder aufgebaut.
Besonders fand ich die Fenster hinter dem Altar, diese waren mit Blättern gestaltet, in der Mitte waren die Blätter rot, daneben blau und ganz außen waren sie grün. So etwas hatte ich bisher noch nicht gesehen.

Weiter sind wir dann zum Marktplatz spaziert und dann haben wir auch Menschen gesehen: Nämlich in der Fußgängerzone, wo die Einkaufsstraße war. Mmmh... Vielleicht ist mir das so extrem aufgefallen, weil shoppen nun so gar nicht meins ist? Ich weiß es nicht.
Der Marktplatz wurde ebenfalls fast komplett zerstört und nach dem Krieg zunächst funktional wieder aufgebaut. Irgendwann entschied man sich dann zur Rekonstruktion der alten Gebäude. Ein Haus wurde wohl vollständig abgerissen und an dieser Stelle dann das Knochenhaueramtshaus errichtet.
Besonders beeindruckend fand ich das Wedekindhaus, dieses - so finde ich - ist am beeindruckendsten und zieht am ehesten in den Bann.
Es war ein sehr schöner Ausflug nach Hildesheim und auch der einsetzende Regen zum Schluss hat uns nicht wirklich gestört. Ein klein wenig schade ist, dass Hildesheim so wenig aus dem Vorhandenen macht, schade, dass die meisten Menschen die tollen Gebäude und Welterbestätten nicht so wirklich interessiert haben.Es war ein schöner Tag, so etwas sollten wir mal wieder viel öfter machen, es gibt Kraft für den Alltag und ich habe so viele schöne Erinnerungen in mir, das ist einfach schön. 😍💕
























































