Sonntag, 5. November 2023

Feininger in Frankfurt - jetzt aber wirklich Feininger

Ups, da ist mir doch mein Beitrag über Frankfurt ein wenig aus dem Ruder gelaufen, so viel sollte es eigentlich gar nicht werden, aber es lies sich nicht vermeiden...  Naja und irgendwann habe ich dann während des Schreibens entschieden, ich mache einfach zwei Beiträge.

Dass in Frankfurt eine Feininger-Ausstellung stattfindet habe ich eigentlich nur zufällig erfahren. Ich war ja in meiner Urlaubswoche im Oktober mal wieder in der Feininger-Galerie, nein, jetzt heißt es ja Museum Lyonel Feininger, da es dort eine neue Ausstellung gibt. Wieder zu Hause habe ich auf Facebook nach dem Museum gesucht und da den Hashtag lyonelfeininger entdeckt. Naja und so kam dann eins zum anderen, nachdem ich dem Hashtag gefolgt bin. Zunächst kam ein Beitrag des Museum, dann irgendwelche seltsamen ausländischen Beiträge, die meiner Meinung nach so rein gar nichts mit Feininger zu tun haben und dann irgendwann kam die Seite der Schirn in Frankfurt. Von der ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts gehört hatte, aber das war egal, denn auf der Seite stand, dass am 27.10.2023 eine große Feininger-Retrospektive in der Schirn eröffnet wird. Manchmal sind es eben einfach Zufälle, die dem Leben eine Wendung geben oder für ein Highlight sorgen.

Die Schirn wurde Ende der 80er Jahre eröffnet und zählt zu den rennomiertesten Ausstellungshäusern Europas. Die Schirn selber verfügt über keine eigene Kunstsammlung. Sicher ist es dann noch ein wenig schwieriger, von Museen Leihgaben zu erhalten, wenn man im Gegenzug nichts "zurückgeben" kann. Mich würde mal interessieren, was im Vorfeld einer Ausstellung alles hinter den Kulissen abläuft: Wie kommt man darauf, eine bestimmte Ausstellung zu planen, wer wird angefragt wegen Leihgaben, wie kommen die in die Ausstellung, was passiert vor Abreise und nach Ankunft mit den Objekten, wie wird die Ausstellung konzipiert, die Anordnung der Objkete, usw., usf...
Nun also Feininger: Die Ausstellung ist seit 25 Jahren die erste große Retrospektive, sie zeigt Werke aus allen Schaffensperioden von Feininger: Angefangen von den Karnevals- oder Mummenschanzbildern, über die Karikaturen, die Gelmerode- und Hallebilder, seine Seebilder hin zu den fast abstrakten Bildern, die er am Ende seines Schaffens in New York schuf. Gezeigt werden auch Fotografien, denn Feininger fotografierte auch viel, allerdings eher für den privaten Bereich.
 
Die Ausstellung ist auch so aufgebaut und folgt den bestimmten Schaffensperioden. Am sinnvollsten ist es auch, der Ausstellung so zu folgen. Wir haben das allerdings nicht gemacht, denn eines der Bilder zog uns durch seine Strahlkraft magisch in seinen Bann:
Barfüsserkirche II
 
Aber hey, eigentlich ist es doch egal, in welcher Reihenfolge man eine Ausstellung ansieht. Wir sind ja dorthin gefahren, um uns an den Ausstellungsstücken zu erfreuen und nicht, um das Werk akribisch auseinander zu nehmen. Dafür fehlt mir sowieso das Talent, ich muss nicht analysieren, warum er was wie gemacht hat, ich freue mich einfach, dass er es so gemacht hat, wie er es gemacht hat. Irgendwann stand ein älterer Herr neben mir und hat mir was erzählt, über das Spätwerk und wie er dort was gemalt hat und sich von dem und dem gelöst hat. Irgendwann merkte er, dass ich gar nicht seine Frau bin. Ich fand die Situation lustig, zumal ich mich einfach nur an den Dingen freuen möchte.
 
Den Eingang zur Ausstellung bilden die (wenigen) Selbstportraits von Feininger, mehrere Zeichnungen und ein Gemälde. Besonders das Gemälde ist interessant.
Selbstbildnis, 1915



 
Der erste Teil der Ausstellung war in einem runden Raum, sie führte sozusagen von außen nach innen, innen hingen die Bilder, Drucke und Zeichnungen von Gelmeroda. Am liebsten wäre ich da sofort hingegangen, aber ich habe mich ein klein wenig an den Weg gehalten. Aber irgendwann war meine Neugier dann doch größer als alles andere. Zumal ich im Vorfeld mir die Onlinepräsentation angesehen hatte und da auch das Bild "Gelmeroda XIII" gezeigt wurde. Das ist ja das Gemälde, nach denen ich meine Gelmeroda-Quilts nähe.
 
Ich konnte es kaum glauben, da hing wirklich das Gemälde vor mir, von dem ich noch vor ein paar Wochen bedauernd gedacht habe, dass ich das wohl niemals in meinem Leben in natura sehen werden, denn beheimatet ist das Bild im Metropolitan Museum of Art in New York. Und da komme ich nun wirklich nicht hin (lasse ich mich auf eine Zugfahrt nach Frankfurt ein, da keine Umstiege, so werde ich aber niemals mit einem Flugzeug fliegen, von wegen Kontrolle abgeben usw...). Und nun sehe ich es wirklich!!!
 
Ich habe die Kirche extra noch einmal näher fotografiert, so kann ich die Details besser erkennen, schließlich ist mein Schnitt noch nicht ganz ausgefeilt.
Ob man das so macht, war mir in dem Moment ein wenig egal, ich habe mit Gelmeroda XIII einfach mal ein Selfie gemacht. 😂
Aber auch die anderen Ausstellungsbereiche waren faszinierend, besonders auch sein Spätwerk, was er dann geschaffen hat, nachdem er in die USA zurückgekehrt ist. Dieses war mir so gut wie unbekannt und es war sehr interessant zu sehen, wie und in welche Richtung sich seine Arbeit entwickelt hat. Besonders interessant fand ich dieses Gemälde:

Manhattan, Hochhäuser, um 1952-1956

Dieses Gemälde gab mir die Idee zu einem speziellen Gelmeroda-Quilt, ob er mir gelingt, das weiß ich freilich nicht. Die Ghosties, die Feininger gegen Ende seines Schaffens gezeichnet hat, sind mir zum ersten Mal in Quedlinburg im Museum aufgefallen. Kleine, mit wenigen Strichen gezeichnete kleine Menschen. In meinen Augen sind die aber total liebenswert und zaubern jedem Betrachter ein Lächeln in's Geischt.

verständnisvolle Galeriebesucher, um 1952

 Die muss man doch einfach mögen, oder?

Neben der Malerei hat auch die Fotografie einen Großteil in Feiningers Leben ausgemacht, dies jedoch eher im privaten Bereich, im künstlerischen Bereich stand er der Fotografie skeptisch gegenüber. Zu Lyonel Feininger habe ich zum Beispiel über die Fotografie gefunden. Dazu muss ich ein wenig weiter ausholen. In den 90er Jahren habe ich sehr viel fotografiert, viel mehr noch als heute und habe auch diverse Zeitungen zu dem Thema gekauft und gelesen und bin so irgendwann auf Andreas Feiniger gestoßen. Seine Fotos sind legendär, besonders ein Selbstporträt, in dem er durch eine Lupe auf ein Negativ blickt. Ich hatte mehrere Bildbände von ihm zur Fotografier und bin irgendwann auf seinen Vater gestoßen. Eigentlich kann man keiner Person aus der Familie Feiniger entgehen, haben sie doch fast alle etwas mit der Kunst zu tun.

In der Schirn sind auch Fotografien von Feininger ausgestellt, besonders eines hat mein Herz berührt:

Es ist ein Foto einer Schaufensterpuppe und im Fenster spiegeln sich Feininger, der fotografiert, und seine Frau Julia. Das Foto ist um 1932/1933 in Dessau entstanden.

Eigentlich kann man die Atmosphäre der Ausstellung mit Worten gar nicht einfangen, man muss es einfach gesehen haben. Die Ausstellung war gut besucht, aber nicht so gut, dass man die einzelnen Objekte nicht gut betrachten konnte. Jeder nahm irgendwie auf den anderen Rücksicht, es war eine friedliche Stille in der Ausstellung. Kurz: Es war einfach schön!

Eins weiß ich genau, würde ich in Frankfurt oder der Nähe wohnen, würde ich mir die Ausstellung mehr als einmal ansehen, um alle Feinheiten und Details der Objekte ganz aufsaugen und auf meiner internen Festplatte dauerhaft speichern zu können.

Glücklich, einfach nur glücklich.
Ach, eigentlich könnte ich glatt schon wieder nach Frankfurt fahren und mir die Ausstellung ansehen. Um die Erinnerung zu bewahren, habe ich ganz viele Bilder gemacht und mir auch den Katalog zur Ausstellung gekauft. Immer wieder habe ich schon darin geblättert und quer gelesen. Er ist wirklich auch sehr zu empfehlen.

Freitag, 3. November 2023

Feininger in Frankfurt - erst einmal Frankfurt

Hier hatte ich ja schon kurz geschrieben, dass wir am Dienstag Feiertag haben und ich dann auf dem Weg nach Frankfurt sein werde.  Und genauso haben wir es auch gemacht. In Frankfurt findet in der Kunsthalle Schirn eine große Feininger-Retrospektive statt, zufällig habe ich davon gelesen und sofort stand für mich fest, dass ich mir diese unbedingt ansehen möchte. Ja, der ein oder andere mag denken, dass es ja ein wenig unsinnig ist, 4 Stunden hin und 4 Stunden zurück für eine einzige Ausstellung zu fahren. Ja, ein wenig verrückt ist das schon, aber man braucht auch mal was Verrücktes, dann wird der Alltag wieder für eine gewisse Zeit leichter (finde ich, siehe auch Hildesheim). Zum Glück kennt Steffen meine spontanen Ideen schon und steht ihnen, sofern es nicht um Umräumen geht, meist aufgeschlossen gegenüber. 

Und so haben wir entschieden, wir fahren nach Frankfurt. Zunächst war unser Plan, mit dem Auto zu fahren, irgendwann kam uns dann die Idee, wir könnten ja auch Zug fahren. Ich bin nicht der wirkliche Zugfahrer, das hat was mit Kontrolle abgeben zu tun und das ist mal so gar nichts für mich. Glücklicherweise gibt es von Göttingen eine direkte ICE-Verbindung nach Frankfurt und so haben wir Tickets dafür gebucht. Wir haben ein wenig geguckt, welches günstige Verbindungen sind und so war es nicht ganz so kostenintensiv. Ich habe uns dann noch Sitzplatzreservierungen dazu gebucht, auf der Hinfahrt wäre es nicht notwendig gewesen, auf der Rückfahrt war es gut, der Zug war recht voll.

Wir mussten schon ziemlich früh aufstehen, da wir um acht von Göttingen gefahren sind und bis dahin fahren wir ja auch gut 1 1/2 Stunden, aber es hat alles gut geklappt und auch die Zugfahrt hat gut geklappt. Wir als Nicht-Zugfahrer haben uns natürlich unheimlich über die Geschwindigkeit des ICE gefreut, leider ist er nur das kurze Stück zwischen Göttingen und Kassel-Wilhelmshöhe mal so richtig schnell gefahren.

Frankfurt ist eine interessante Stadt, für mich eine Stadt der extremen Gegensätze und ich finde, insbesondere so im Rückblick, dass es auch eine Stadt ist, die ihre Schönheit und Faszination erst auf den zweiten oder gar dritten Blick freigibt. Zu Anfang war ich ein wenig irritiert über Frankfurt. Gut, der Weg vom Bahnhof in die Innenstadt ist wohl auch nicht der allerschönste, zumal wir uns auch noch ein klein wenig verlaufen haben und durch eine "Seitenstraße" gegangen sind, in der wir schon einen kleinen Eindruck des anderen Frankfurt bekommen haben. Ich habe gar nicht rechts und links geguckt und habe nur zugesehen, dass wir aus dieser Straße so schnell wie möglich wieder rauskommen. Ich habe auch noch nie eine Stadt gesehen, in der es eine so große Dichte von Geldautomaten aller Art gibt.

Der Weg vom Bahnhof in die Innenstadt führte wohl auch durch das Bankenviertel, wir waren alle erstaunt über die Größe der Gebäude und musste echt aufpassen, dass wir nirgends gegen laufen, weil wir meist nach oben geguckt haben. 

  

Auch das ist einer der extremen Gegensätze von Frankfurt: Auf der einen Seite die Hochhäuser in moderner Bauweise, auf der anderen Seite, die Häuser aus früherer Zeit, die den Krieg überstanden haben oder wieder aufgebaut worden sind.

Ich hatte irgendwann mal einen Bericht darüber gesehen, dass in Frankfurt die Altstadt oder ein Teil davon wieder aufgebaut worden ist. Genau war mir das nicht mehr in Erinnerung, auch nicht, wann dieses Projekt begonnen und beendet worden ist. Zu Hause habe ich dann in der Mediathek noch einmal den Bericht gesucht und auch gefunden und noch einmal angesehen. Das Projekt wurde ja erst 2018 beendet, die neue Altstadt ist also noch wirklich richtig neu. Da wir uns für unseren Besuch hauptsächlich auf die Ausstellung konzentriert haben, haben wir uns im Vorfeld auch gar nicht weiter darum gekümmert, was wir uns vielleicht noch ansehen könnten. Ja, wir sind durch die neue Altstadt gebummelt und haben uns daran gefreut, aber die Hintergründe der einzelnen Gebäude kannten wir nicht. Mit dem Wissen, was ich jetzt habe, wäre der Besuch vielleicht noch intensiver gewesen.

        

In der Nähe der Kunsthalle befindet sich auch der Frankfurter Dom, den haben wir uns auch angesehen. Ein beeindruckendes Gebäude, besonders interessant fand ich die Orgel. Solch eine Anordnung der Orgelpfeifen habe ich noch nie gesehen.

 

Wir konnten uns nur einen Überblick verschaffen, da wir ja mit dem Zug unterwegs waren und man da doch gebundener ist, als wenn man mit dem Auto fährt. Allerdings fährt man auch ruhiger. Vom Dom sind wir dann durch die neue Altstadt zurück zum Römer spaziert. 

Wenn wir schon einmal in Frankfurt sind, dann müssen wir auch zum Main gehen, erst recht nach diesem netten Hinweis:

Ich finde solche großen Flüsse immer wieder faszinierend, wohl auch deshalb, weil wir hier nur ein winzig kleines Bächlein haben. Andererseits haben Flüsse auch immer ein Gefahrenpotential, wenn es regnet und regnet und regnet. Dann bin ich immer wieder froh, nicht am Wasser oder an einem Fluss zu leben. Am Eisernen Steg in Frankfurt kann man gut sehen, wie hoch der Main schon stand.

Ich fand, dass es auf dem kurzen Stück, welches wir von der Brücke aus sehen konnten, sehr viele Brücken über den Main gibt, sicher ist das bei der Größe einer Stadt wie Frankfurt auch notwendig, sonst gäbe es womöglich den absoluten Verkehrskollaps und nichts ginge mehr. Ich kann mir gut vorstellen, dass es so schon zeit- und nervenaufreibend ist, ist Frankfurt mit dem Auto unterwegs zu sein. Ich habe gerade mal gegoogelt, ungefähr 20 Brücken überspannen den Main in Frankfurt. Auf jeden Fall hatten wir von der Brücke einen schönen Blick über den Main, das Wetter spielte auch mit, es war zwar kalt, aber trotzdem sonnig, aber mit schönen Wolken. Ich finde, das sieht immer spannender aus, als wenn man nur strahlend blauen Himmel hat.
Und immer allgegenwärtig sind die Hochhäuser des Bankenviertels. Ich oute mich jetzt auch mal als völlig unwissend, mir war nicht wirklich bewusst, dass die Europäische Zentralbank ihren Sitz in Frankfurt hat. Wennn ich die Bilder im Netz richtig gedeutet habe, ist der Turm auf dem oberen Foto der Sitz der EZB.
Vom Main zurück führte uns unser Weg wieder zum Römer, dort haben wir eine ganze Weile auf der Bank gesessen und die Touristengruppen beobachtet, welche Fotos gemacht haben und Frankfurt offenbar in einem noch schnelleren Schnelldurchlauf besucht haben, als wir. 😂Leider war der Wind zu kalt, um länger sitzen zu bleiben, wir haben uns dann weiter auf Erkundungstour begeben.

Diese Kirche ist mir aufgefallen, weil an der Seite kleine Geschäfte angebaut waren. So etwas hatte ich vorher noch nicht gesehen. Ich dachte zunächst, dass die Kirche keine Kirche mehr ist und die Läden daher an/in der Kirche sind.

Ich habe, während ich den Beitrag schreibe, ein wenig über die Kirche, die zum Koster Liebfrauen gehört, welches auch heute noch als Kloser dient und Kapuzinermöchne beherbergt, gelesen. Die Kramläden an der Kirchenmauer gibt es schon seit vielen hundert Jahren. Offenbar wollte die Kirche die Läden schon immer weg haben, aber die blieben und auch beim Wiederaufbau der Kirche  nach dem zweiten Weltkireg wurden die Kramläden wieder mit aufgebaut. Ich finde das gut, denn waren die Läden doch der Grund, warum wir näher geschaut haben. Wir sind durch die Klosterpforte eingetreten und über den kleinen Vorhof in die Kirche gegangen.
 
Wir sind dann weiter spaziert und hatten geplant, uns so langsam in Richtung Bahnhof aufzumachen, wir waren alle drei fußlahm und das mal so richtig. Unwissentlich sind wir dann in der Zeil gelandet, eine der bekanntestesten und umsatzstärksten Einkaufsstraßen Deutschlands (laut Wikipedia, ich kannte die Straße bis dato nicht, ich bin aber auch nicht der Einkäufer). Die Straße selbst haben wir gar nicht so bewusste wahrgenommen, was uns aufgefallen ist, was das Loch in dem einen Gebäude. Das sah irgendwie... ...futuristisch aus und zog uns magisch an, fast wie ein Wurmloch (für die Trekkies unter uns... 😂).
Das sah schon interessant aus und so sind wir in das Einkaufszentrum reingegangen, aber nicht, um etwas zu kaufen, sondern nur, um uns das "Loch" anzusehen. Und ich muss sagen, es war wirklich sehenswert. Das Loch gehörte zu einer Konstruktion im Dach des Einkaufszentrums.
 
 
Wow, also dieses Einkaufszentrum war echt beeindruckend - von der Bauweise her. Was es dort für Geschäfte gab, kann ich nicht sagen, da die mich nicht wirklich interessiert haben, meist ist es sowieso immer das Gleiche, nur die Städte unterscheiden sich. Nachdem Einkaufszentrum sind wir dann wirklich Richtung Bahnhof gegangen, ok, mit einem Abstecher zum Goethehaus. Steffen fand das nicht mehr so lustig und war kurzzeitig übellaunig, aber das hat sich dann auch wieder gegeben. Und: Wenn man schon mal in Frankfurt ist, gehört ein Abstecher zum Geburtshaus von Goethe einfach mal dazu. Punkt. Und davon ließ ich mich auch nicht abbringen.
Die Lage des Hauses war, für mich, etwas abseits und unscheinbar. Es war zwar ausgeschildert, aber Besucher haben sich dorthin so gut wie gar nicht verirrt. Vielleicht ist das am Wochenende anders, schließlich waren wir ja an einem Dienstag dort, der auch in Hessen kein Feiertag war.

Vom Goethehaus sind wir dann aber endgültig zum Bahnhof gegangen. Wir waren alle erschöpft vom vielen Laufen und voll von Eindrücken, die es nun erst einmal zu sortieren und zu verarbeiten galt. Auf dem Bahnhof hatten wir noch ausreichend Zeit und konnten die Passanten auf dem Bahnhof beobachten (ich gebe zu, ich mache das sehr gern: Einfach irgendwo sitzen und Menschen beobachten). Unser Zug setzte in Frankfurt ein und so war sicher, dass er pünktlich abfuhr. Ich hatte wieder Plätze reserviert, das war mir einfach sicherer.

Und auf der Rückfahrt zwischen Kassel-Wilhelmhöhe und Göttingen hat der Lokführer dann wieder gut gezeigt, warum es ein ICE ist, mit dem wir gefahren sind, bis 249 km/h ist der Zug gefahren:

Der Zug hat sogar die zwei Minuten Verspätung wieder aufgeholt und war pünktlich in Göttingen. Wir waren alle froh, als wir dann endlich zu Hause und im Bett lagen, war es doch ein anstrengender, aber unheimlich schöner und ereignisreicher Tag. Ich glaube, ich möchte Frankfurt noch einmal in aller Ruhe, mit viel mehr Zeit und einem genauen Besichtigungsplan besuchen, denn es gibt so Vieles, was wir nicht oder nur flüchtig gesehen haben. Frankfurt, eine Stadt der Gegensätze, die ihre Schönheit erst auf den zweiten Blick preisgibt.

Und weil dieser Bericht nun viel länger geworden ist, als ich es eigentlich geplant hatte, gibt es einen extra Bericht über die Ausstellung. Es würde der Ausstellung nicht gerecht werden, in einen anderen Bericht mit reingepackt zu werden. Nein, die Feininger-Ausstellung hat einen extra Bericht verdient.