Mittwoch, 11. September 2019

Ein Kleid zur Einschulung

Ja, ihr lest richtig, es gibt mal wieder ein Kleid zur Einschulung. Und nein, ihr habt nichts verpasst, wir schulen nicht schon wieder ein Kind ein (wir haben auch keine mehr...), nein, dieses Mal bin ich nur Gast auf der Einschulung und habe keinen Stress... ...wobei, keinen Stress haben, trifft es auch nicht so ganz. Denn ich habe mir erst Sonntag überlegt, dass ich mir zur Einschulung meines Neffen ein Kleid nähen könnte. Stoff und Schnitt waren schon da (zum Glück, denn sonst wäre es wohl nichts mehr geworden).

Bestimmt seid ihr im Netz schon einmal über den Frieda-Stoff von Lillestoff gestolpert. Den Stoff fand ich von Anfang an toll, aber da mir dazu die passende Idee fehlte, habe ich ihn mir nicht gekauft. Als wir im August in Halle waren, stand der Stoff im dortigen Stoffladen auch, aber noch immer fehlte die Schnitt-Idee. Also blieb der Stoff stehen. Ein paar Tage später kam die neue Ottobre-Woman und was hatten sie verarbeitet?
Aus der Ottobre Woman abfotografiert.
Genau, den Frieda-Stoff. Toll und ich hatte den nicht gekauft. :-(

Also habe ich im Internet gesucht und tatsächlich noch Stoff gefunden. Und so habe ich mir Ende August das Frieda-Panel und drei andere Stoffe bestellt. Aus dem Panel und dem anderen dunklen Stoff wollte ich das Wickelkleid aus der Ottobre nähen. Irgendwie kam ich dann aber doch in's Grübeln, habe andere Zeitungen gewälzt, um mich dann doch für das Wickelkleid zu entscheiden. Der erste Schock kam beim Maßnehmen: Oberweite Größe 48, Hüfte Größe 50 und Taille (welche Taille eigentlich) Größe 52... Ahhh. Die müssten sich geirrt haben. Ich habe dann obenrum Gr. 48 und im weiteren Verlauf Gr. 50 genommen. Sicher wäre ich auch mit Gr. 48 hingekommen, aber ich wollte nichts riskieren.

Ich hatte mir nur ein Panel gekauft, weil ich es nicht schön finde, dass im oberen Teil des Kleides das Bild zerschnitten ist. Also musste ich mein Vorderteil noch einmal unterteilen, da das Panel nicht für die gesamte Länge gereicht hatte.

Obwohl ich so sorgfältig gesteckt und probiert hatte, war ich mit dem Sitz des Kleides überhaupt nicht zufrieden. Zum fand ich das Kleid in der Taille zu weit, zum anderen gefiel mir der Ausschnitt nicht. Auf der Puppe sah das Kleid (mit Gürtel) toll aus, an mir war es einfach nur grässlich. Ich konnte die ganze Nacht nicht wirklich schlafen, weil mich das Kleid und der Sitz doch arg beschäftigt haben.
Am nächsten Morgen habe ich es dann Steffen gezeigt. Der fand es aber, wie er alles immer schön findet, schön. Bitte nicht unbedingt auf mein Gesicht achten. Zum einen war es noch recht früh und zum anderen war ich mit meinem Kleid todunglücklich. Ich habe mich aber bemüht, freundlich zu gucken.
In meiner Mittagspause habe ich dann nach einer Jacke geguckt und habe noch einen Schal als Gürtelersatz mitgenommen.
Ok, so wurde das Kleid schon einmal tragbar. Und dann habe ich mich hingesetzt und die seitlichen (Overlock)Nähte aufgetrennt.
 
Ich habe dann vom Ober- und Rockteil  Länge weggenommen. So saß meine Frieda schon nicht mehr so tief auf dem Knie und der Wickelausschnitt saß auch besser. Schon als ich das nur gesteckte Kleid anprobiert habe, war zu sehen, dass diese kleine Änderung viel bewirkt.
Nachdem ich genäht hatte, habe ich auch an der Schulterbreite was weggenommen. Da habe ich aber die Ärmel nicht noch einmal rausgetrennt, sondern einfach an der Naht noch einmal lang genäht und so von der Schulter und vom Ärmel was weggenommen. Das waren insgesamt nur gut, zwei, drei Zentimeter, aber es hat viel bewirkt. Auch oben herum saß das Kleid nun besser. Einzig, die Vorderteile treffen nicht genau in der Mitte aufeinander. Erst hatte ich überlegt, noch einmal zu trennen. Nach langen Überlegen habe ich dann aber entschieden: Damit muss ich nun leben.

Blieb nur noch der Saum. Nach dem lustigen Abstecken vom Abiballkleid habe ich dieses Mal einen Rockabrunder benutzt. Amazon Prime sei dank, war er heute schon da (gestern früh bestellt).
Von vorn war der Kreidestrich sehr gut zu sehen, von hinten leider nicht. Wer weiß, wo ich da die Kreide hingepustet habe. Aber alles in allem ist das Teil die perfekte Lösung! Katharina war natürlich auch davon begeistert, allerdings nicht wegen der Praktikabilität, sondern wegen des Pustens... ;-)

Ihr ahnt es schon: Mein Kleid ist fertig. Nicht ganz ohne letzte Hindernisse, ich musste ganz viel trenne und habe wieder gemerkt: Wenn es sich nicht gut anhört, sofort aufhören:
Das Problem hatte ich beim Dreifach-Zickzack-Stich ganz oft. Woran das genau lag, konnte ich nicht ergründen. Ich schiebe es jetzt einfach mal auf das Garn... Aber das ist nun alles egal. Ich bin mit meinem Kleid fertig geworden und nun bin ich auch sehr zufrieden damit.
 
 
 
 
Ach ja, ich stehe übrigens auf unserem Balkon. Nein, er ist noch nicht ganz fertig, aber alle Platten liegen, das Türschwell ist fest und so haben wir ihn schon einmal eingeweiht. Für unseren Balkon fehlen nun nur noch die Seitenwände und am Türschwell müssen noch die Fugen gemacht werden. Da hatten wir Glück, dass bei uns angefangen worden ist. :-) Ihr glaubt ja gar nicht, wie schön so ein Balkon ist. Heute nachmittag habe ich meinen Kaffee auf dem Balkon getrunken. Einfach nur schön.

Dienstag, 3. September 2019

Meine neue Nähmaschine

Habt vielen Dank für Eure lieben Kommentare zu meinen letzten Beiträgen. Ja, es ist immer gut, ein Nähprojekt in Reserve zu haben, so kann frau mal schnell einen oder mehrere Blöcke nähen. Und wenn ich immer mal ein oder zwei Blöckchen nähe, werde ich auch irgendwann fertig. Dauert halt nur ein wenig länger. ;-)

Gestern Abend habe ich ein wenig Zeit zum nähen gehabt. Steffen hat Nachtschicht, das hatten wir seit Jahren nicht mehr und im Moment sehe ich die Vorteile darin, aber ungewohnt ist es schon irgendwie. Naja, gestern habe ich nur Vorteile gesehen und den letzten Block für meine Nähmaschine genäht.

Jeannette hatte ja geschrieben, dass sie die Flying Geese Einheit auf Papier genäht hat. Darber habe ich auch kurzzeitig nachgedacht, aber dann hätte ich ja erst noch den Block aufzeichnen müssen. Dazu hatte ich keine Lust, also habe ich die Flying Geese herkömmlich genäht. Es ging eigentlich auch ganz gut. Gut, die ein oder andere Spitze ist mir mal wieder verloren gegangen, aber sie waren da. Das wirklich letzte Teil war dann auch irgendwie viel zu lang für meinen Block. obwohl ich genau nach Maß zugeschnitten hatte.
Mit 8 1/2 Inch war das Teil zu lang, mit 7 1/2 Inch zu kurz. Ich habe das Teil dann wieder abgetrennt und versucht, die Spitze genau an der Naht auslaufen zu lassen. Es ging ganz gut. Ich hatte dann zwar noch eine minimale Abweichung, ich habe da einfach mit einer etwas größeren Nahzugabe erneut genäht und nun bin ich mit meiner Nähmaschine zufrieden.
Wie geschrieben, ist hin und wieder eine Spitze verlustig gegangen und rechts das grüne Dreieck in Innenraum der Nähmaschine passt leider nicht ganz zum anderen Dreieck, aber damit kann ich leben. Ansonsten finde ich das Top sehr schön. Lange hat es gedauert, die Stoffe für die einzelnen Blöcke rauszusuchen. Schließlich wollte ich eine schöne Farbverteilung von blau über braun-beige zu grün und rosa zu rot. Ich denke, das ist ganz gut gelungen.

Nun muss ich mein Top heften und dann überlegen, wie ich quilten möchte. In knapp 14 Tagen steht mir eine lange Zugfahrt bevor, ich überlege schon, ob ich mir den Quilt als Zeitvertreib mitnehmen werde...

Montag, 2. September 2019

Mal wieder Jane

Lange habe ich keine Blöcke für meine Jane genäht. In der letzten Woche war mir nach Nähen, es sollte was Schnelles für nach der Arbeit sein. Und so habe ich mir einen Jane-Block der J-Reihe rausgesucht.

Ich möchte in meine Jane ja auch Stoffe mit einarbeiten, mit denen ich eine Erinnerung verbinde. Als wir im Sommer in Delmenhorst waren, waren wir ja auch in Bremen und dort haben Katharina und ich im Karstadt in der Stoffabteilung gestöbert. Ich habe mir dann einen Patchworkstoff für meine Jane mitgenommen. Den habe ich nun für den Block J3 ausgewählt.
J3 - Rick´s Volleyball Net
Die Ecken habe ich auf Papier genäht, die Bögen dann auf das Mittelteil appliziert und die Ecken angenäht. Vor dem Bügeln sah mein Block lustig aus und erinnerte mich an die Schnapper, die wir uns als Kinder immer gefaltet haben.
 
Der Block sieht schön aus und in der Reihe J fehlen mir nun nur noch sechs Blöcke. Mal schauen, wann ich dazu komme, weitere Blöcke zu nähen. Irgendwie habe ich gerade mal wieder zu viele Dinge am Laufen, deswegen ruhen manche Sachen im Moment auch.

Sonntag, 1. September 2019

Zwischenstand

Heute habe ich doch noch Zeit gefunden, an meiner Nähmaschine weiter zu arbeiten und ich bin gut voran gekommen. Und da Ingrid schrieb, dass sie es sich noch gar nicht vorstellen kann, zeige ich mal den Zwischenstand.
Vielleicht wird es jetzt ein wenig klarer, wie der Quilt aussehen wird. Links kommt noch ein Block mit gefühlten tausend Flying Geese hin - den habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben. Das wird meine Wochenaufgabe. ;-)

Zwei AMC nach Feininger

Bestimmt habe ich schon das ein oder andere Mal geschrieben, dass ich von dem Künstler Lyonel Feininger sehr begeistert bin. Johannes haben wir mit zweitem Namen auch nach ihm benannt. :-) Und so gucke ich auch immer, wenn eine Ausstellung in meiner Nähe ist, dass ich mir diese ansehe. Als wir in Halle im Urlaub waren, waren wir dort in der Moritzburg und haben uns u. a. die Bilder angesehen, die dort von ihm noch hängen. Im Urlaub waren wir ja in Gelmeroda und haben uns die kleine Kirche angesehen, die er bis zu seinem Tod gemalt hat.

In Quedlinburg gibt es die Lyonel-Feininger-Galerie. Als Feininger dann 1937 Deutschland verlassen hat, hat er große Teile seiner Werke seinem Freund Klumpp übergeben, welcher sie in Quedlinburg vor den Nazis versteckt hatte und so die Werke vor der Vernichtung gerettet hat. Nachdem nach dem Tod von Feinigers Frau Julia die Eigentumsverhältnisse mit den Erben geklärt waren, wurde die Feininger-Galerie gegründet und somit die Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Noch bis zum 2.9. ist in der Galerie die Sonderausstellung "Die Feiningers. Ein Familienbild am Bauhaus." zu sehen.
Die Ausstellung habe ich mir letztes Wochenende angesehen. Im Urlaub haben wir es leider nicht geschafft. Der Vorteil, dass ich am letzten Wochenende dort war, war allerdings, dass ich allein war. Meine ganze Familie war unterwegs und so habe ich mir einfach mal Zeit für mich genommen und mir in aller Ruhe die Ausstellung angesehen.
Die Ausstellung war wirklich sehenswert und wenn ich Jonathan nicht vom Fußball hätte abholen müssen, wäre ich noch länger geblieben.

In den letzten Tagen habe ich zwei AMC nach Bildern von Feiniger genäht. Zum einen habe ich für einen privaten Tausch die Kirche von Gelmeroda nachgearbeitet.
Dazu habe ich mir ein Bild ausgedruckt und dieses auf meinen Leuchtkasten gelegt, so dass ich die Konturen nachzeichnen konnte. Die Konturen habe ich dann mit schwarzem Garn gestickt und dann die Zwischenräume mit Auarellstiften ausgemalt und das dann mit Wasser verwischt. Und so sieht die Karte aus:
Katharina hat die Kirche sofort erkannt und zwar an dem spitzen Turm. ;-)

Mit Astrid, die ihren Blog leider nicht mehr hat, tausche ich seit Anfang des Jahres regelmäßig AMC (leider komme ich nicht immer zum posten). Wir tauschen Karten, die zum Monat passen. Von Astrid bekam ich im August eine tolle Leuchtturmkarte.
Und ich habe mich, inspiriert durch die Ausstellung in Quedlinburg, dazu entschieden, ihr eine AMC mit Segelbooten zu machen.
Auch hier habe ich es wieder so gemacht, dass ich die Konturen auf dem Leuchtkasten von einem Bild abgezeichnet und diese dann nachgestickt habe. Hier habe ich allerdings farbig gestickt. Die Zwischenräume habe ich auch hier wieder koloriert. Ich finde beide Karten schön und ich denke, das Kolorieren werde ich wohl noch des Öfteren versuchen.

Samstag, 31. August 2019

Ich näh mir eine Nähmaschine...

Ich muss gerade mal meine Freude und auch mein Erstaunen mit Euch teilen: Ich habe heute eine Geburtstagskarte von einer stillen Blogleserin bekommen Darüber habe ich mich unheimlich gefreut. Sie hat mir im Brief auch noch was von sich geschrieben und dass sie meinen Blog sehr gern liest und schon viele Anregungen von hier mitgenommen hat. Liebe Blogleserin: Ich habe mich wahnsinnig über Deinen Brief gefreut und ihn meiner Katharina gleich noch einmal vorgelesen. Der Brief war etwas, womit ich niemals gerechnet hätte und dass mein Blog für andere so inspirierend ist, wusste ich auch nicht.
 
Nun habt aber wieder vielen Dank für Eure lieben Kommentare zu meinem Utensilo. Auch darüber habe ich mich sehr gefreut. Das Utensilo hat sich auch schon gut bewährt.

Einzig mein Handy musste ich in eine tiefer gelegene Tasche stecken. Die ist für das Handy zwar ein wenig klein, aber im Halbschlaf kann ich nicht die Wahnsinnsleistung vollbringen und mein Handy weit oben aus der Tasche holen. :-( Das ärgert mich ein bisschen. Und meinen Wecker musste ich nun auf richtig doll laut stellen. Sonst ist mein Wecker sehr sanft und leise, da lag mein Handy auch direkt über mir. Jetzt ist es etwas weg, noch in einer Stofftasche und so habe ich den Wecker in den ersten Tagen nicht gehört. Zum Glück bin ich aber schon immer vor dem Wecker halbwach und so habe ich nicht verschlafen. Aber nun passt alles. Und was das allerbeste ist: Ich suche nicht ständig die Packung für mein Ohropax, denn die hat nun auch eine Tasche bekommen. ;-)

Heute habe ich mein neues Projekt in Angriff genommen. Im letzten Jahr habe ich mir bei Grit von Grit's Life eine Anleitung für einen Nähmaschinenquilt gekauft. Und seitdem lag die Anleitung bei mir. Vor ein paar Tagen habe ich auf Facebook diesen Quilt in wunderbaren Stoffen gesehen. Die Stoffe waren kleingemustert und zart von den Farben her. Genauso wollte ich meinen Quilt nähen. Dafür brauchte ich aber erst einmal die Anleitung - und die war urplötzlich verschwunden. Nachdem ich alles auf den Kopf gestellt habe und unser Schlafzimmer nach Suchen aussah, fiel sie mir in die Hand. Sie war da, wo ich schon ein paar Mal geguckt habe, aber ich habe das dünne Heftchen einfach übersehen. Hätte ich richtig geguckt, hätte ich mir einen Vormittag Suchen gespart.

Ich habe eine Weile überlegt, was ich wegen der Stoffe mache, der Shop, in dem die andere Quilterin ihre Stoffe gekauft hat, hatte Urlaub, aber ich wollte mir doch die Stoffe zum Geburtstag schenke. Mmh... Irgendwann habe ich mir überlegt, dass ich einfach mal wieder eine Mail mit dem Foto und der netten Bitte, mir Stoffe zusammenzustellen, an das Handarbeitshaus in Gröbern schicke. Das habe ich schon mehrfach gemacht und enttäuscht wurde ich noch nie.

Und auch dieses Mal haben sie wieder traumhaft schöne Stoffe zusammengestellt:
Eigentlich ist das Päckchen viel zu schön, um es auszupacken. Aber lasse ich es so, bekomme ich keinen Quilt... ;-)
Die Stoffe sind genauso, wie ich sie mir vorgestellt habe. Die Zusammenstellung ist wirklich wunderbar. Und so habe ich heute gleich mal angefangen.

Allerdings habe ich das Gefühl, ich kann richtiges Pachtwork gar nicht mehr nähen. Ok, das liest sich jetzt ein wenig paradox, denn schließlich nähe ich ja an einem Jane-Quilt. Aber da nähe ich viel auf Papier und es wird appliziert. Aber bei diesem Quilt muss ich kleine und noch kleinere Teile zuschneiden. Als erstes habe ich mich in der Anleitung verlesen. Da steht 2 1/2 Inch und ich schneide 2 Teile à 1/2 Inch zu... Naja und das Nähen war irgendwie nicht besser, ich habe jede zweite Naht getrennt. Aber dann meinte ich, auf einem guten Weg zu sein... ...bis ich mir mein Teil noch einmal angesehen habe:
Obwohl ich beim Nähen immer mit der Anleitung verglichen habe und auch da trennen musste, ist das kein Stern, sondern ein einziges Durcheinander. Also habe ich den Stern noch einmal aus dem großen Teil herausgetrennt und den Stern richtig zusammengenäht.
Die Teile sind nur gelegt, aber so sieht es schon besser aus. Ich habe die Seitenteile nicht komplett auseinander genommen, sondern nur abgetrennt und gedreht wieder angenäht. Mit diesen Blöcken stehe ich immer irgendwie auf Kriegsfuß.

Das nächste Teil war auch wieder ein bisschen tricky, allerdings beim Zusammennähen. Denn da mussten die schrägen Nähte aufeinander treffen. Bei einer Naht passt das bei mir leider nicht so schön, aber ich denke, dass es in dem fertigen Quilt vielleicht nicht so auffallen wird?!
Noch kann man nicht erkennen, dass es mal eine Nähmaschine werden soll. Mal schauen, ob ich morgen Zeit finde, daran weiter zu nähen.

Sonntag, 18. August 2019

Alles gut verstaut

In unserem Schlafzimmer ist leider kein Platz für Nachtschränke, es ist zwar ein großer Raum, aber wir müssen da ja auch eine ganze Menge unterbringen und so mussten Nachtschränke eben weichen. Egal. Wir haben über dem Bett eine Bilderleiste angebracht, auf der alles Notwendige seinen Platz findet. Allerdings ist es mir morgens auch schon oft passiert, dass mir Dinge auf die Nase gefallen bin, wenn ich im Halbschlaf versucht habe, meinen Wecker auf Schlummern zu schalten. Dann war ich zwar wach, aber meist noch morgenmuffeliger als sonst schon.

Schon lange hatte ich überlegt, mir einen Utensilo zu nähen, der an die Seitenwand vom Regal neben meinem Bett kommt. Naja und seitdem ich meine neue Brille habe, hatte ich für diese erst einmal einen provisorischen Platz im Regal gesucht, ich hatte einfach Angst, dass ich im Halbschlaf was auf die Brille legen, wenn diese auf der Bilderleiste liegt und mir dann die Gläser verkratzen.

Also habe ich gestern begonnen, das Utensilo zu nähen. Die Stoffe dafür sind mir in die Hände gefallen, als ich eine Anleitung gesucht habe. Weil das Utensilo an der Seitenwand von einem Billyregal hängen sollte, war die Breite schon vorgegeben. Als Länge habe ich eine Stoffbreite genommen, denn es nützt nichts, wenn ich im Utensilo viel Platz habe, weil es sehr hoch ist, ich aber an die oberen Taschen nicht mehr rankomme.

Meine Taschen habe ich an die Dinge angepasst, die ich darin verstauen möchte: Kindle, Handy, Cremes, Ohropax, Taschentücher und Brille. Die Taschen für den Kindle, das Handy und die Brille habe ich noch mit G700 verstärkt, damit die schweren Dinge auch wirklich Halt haben. Die Idee war nur halbgut, denn es war war nicht so einfach, in die verstärkten Taschen die Falten zu nähen.
Damit das Utensilo selbst auch viel Stand hat, habe ich das Innenvlies doppelt genommen. Als Hintergrund habe ich einen leichten Jeansstoff genommen und dann alles in engen Querlinien gequiltet.
Ich habe früher viele Utensilos genäht und verschenkt, ich hatte bei meinem aber echte Probleme, die Taschen passend in Falten zu legen. Irgendwie ist mir das früher besser gelungen. Steffen möchte auch gern ein Utensilo haben, vielleicht gelingt es mir da besser.
Ich habe einen schmalen Streifen mit aufgenäht, an den ich meine Haarspangen klipsen kann. Die lagen nämlich auch immer einfach so auf der Bilderleiste rum. Die Aufhängung habe ich ganz simpel gemacht: Ich habe zwei Ösen angebracht und das Teil auf zwei Nägel gehängt. Klappt und hängt sicher.
Verziert habe ich das Utensilo noch mit ein paar meiner Webbänder. So kamen die auch mal wieder ein bisschen zum Einsatz.
Hier habe ich mal ein Foto mit Steffens Handy gemacht, um zu sehen, ob es auch geht, wenn ich abends mein Handy am Ladekabel habe. Ob sich das bewährt und ich morgens dann mein Handy einfach aus der Tasche bekomme und den Wecker auf Schlummern schalten kann, das werde ich morgen testen.

Auf jeden Fall freue ich mich, dass ich das Untesilo endlich genäth habe und dass es auch ganz gut geworden ist. Allerdings ist es wieder nicht ganz rechtwinklig, mein alter, dummer Fehler. :-(

Samstag, 17. August 2019

Neues vom Watercolor-BoM - Halbzeit!

Eigentlich wollte ich ja schon in meinem gestrigen Beitrag über die neuesten zwei Blöcke vom Watercolor-Bom schreiben, aber dann bin ich über unseren Urlaub abgeschweift.

Block Fünf lag schon eine ganze Weile hier, aber ich konnte mich in letzter Zeit dazu  nicht durchringen. Ich muss sagen, der Block hatte es - für mich - auch in sich. Das Bäumchen an der linken Seite habe ich ganze dreimal gestickt, zweimal davon wieder aufgetrennt, weil ich mit dem Stich nicht wirklich klar kam. Naja, der dritte Versucht hat dann geklappt.
Viel war bei diesem Block nicht zu sticken.
Den rechten Baum habe ich mit Seidenband gestickt, nun ist das gelbe leider auch aufgebraucht. Das muss ich dann unbedingt auf meine "Bestell"liste setzen.

Ich habe dann gleich mit den sechsten Block weiter gemacht, ich war einmal so drin im Thema. Auch dieser Block hat mir Sorge bereitet. Zum einen lag ich in der Farbe des Stickgarns beim ersten Versuch ziemlich daneben, zum anderen gelang mir  der Stich nicht.
 
Das dunkle Blau passte leider überhaupt nicht zum Bild und da auch die Stiche nicht wirklich schön waren, habe ich auch hier alles wieder aufgetrennt. Beim nächsten Versuch habe ich dann helleres Garn genommen und die Lehnen doch so gestickt, wie in der Anleitung beschrieben und dann war ich auch mit dem Stuhl zufrieden.
Alternativ könnte man das Kissen noch nähen und applizieren. Ob ich das tue, weiß ich noch nicht so genau. Das kann ich ja später immer noch nachholen. Auch den zweiten Stuhl habe ich bestickt, ebenso ein bisschen die Fensterläden.
 Bei diesem Bild überlege ich schon die ganze Zeit, ob man aus dem Fenster raus guckt. Ich würde ja sagen ja, aber dann irritiert mich der grüne Busch im Zimmer...
Das sind alle meine bisherigen Blöcke zusammen. Ich finde sie alle sehr schön, kann mir aber derzeit nicht vorstellen, wie sie zusammengesetzt werden sollen und irgendwie finde ich im Moment, dass sie nicht so recht zusammenpassen. Na, ich denke, das wird noch kommen. Jetzt warte ich erst einmal auf den nächsten Block.

Freitag, 16. August 2019

Wie schnell doch die Zeit verfliegt

(Achtung: Ganz, ganz lang, so viel und zu diesem Thema sollte es gar nicht werden...)

Hatte ich hier noch geschrieben, dass drei lange Urlaubswochen vor uns liegen, muss ich heute schreiben, dass nun drei kurze Urlaubswochen hinter uns liegen. In den Urlaub bin ich ganz euphorisch gestartet und voller Ideen und Tatendrang. Viele unserer Pläne und Ideen haben wir umgesetzt, manches war jedoch nicht möglich (den Sonnenaufgang auf dem Brocken habe ich immer noch nicht erlebt und auch in der Feininger-Galerie war ich noch nicht zur derzeitigen Sonderausstellung), manches haben wir spontan entschieden (es ist beeindruckend, vor der Himmelsscheibe zu stehen)... In den letzten Tagen wich die Euphorie immer mehr und machte Wehmut Platz. Ich könnte gern noch den ein oder anderen Tag Urlaub gebrauchen. :-(

Alles in allem war es aber ein sehr schöner Urlaub, wir haben wieder etliche Bundesländer bereist: Bremen, Niedersachsen, Hamburg, Sachsen-Anhalt (sowieso), Thüringen, Brandenburg und Berlin. Wow, was für eine Liste und das war gar nicht geplant.

Schön war es, nach drei langen Jahren von Whaptsapp, PMs und Telefonaten endlich einmal die große Katharina wieder zu treffen. Ach, was habe ich mich auf den Tag gefreut. Katharina hat uns Bremen im Schnelldurchlauf gezeigt. Eine wirklich schöne Stadt, die es auf jeden Fall wert ist, länger und richtig entdeckt zu werden.
Und natürlich haben wir alle die Bremer Stadtmusikanten angefasst, denn wir wollen doch wiederkommen.
Wir haben viele spontane Sachen gemacht. Eines Abends sind wir essen gewesen und sind anschließend noch ein bisschen rumgefahren und ich bin dann nach Weddersleben zur Teufelsmauer gefahren und wir haben dort den Sonnenuntergang genossen. Die Teufelsmauer allein ist schon einen oder auch mehrere Ausflüge wert, aber mit Sonnenuntergang ist es einfach ein Traum.
An unseren Schuhen kann man erkennen, WIE spontan dieser Ausflug war. Und ja, Johannes, ich weiß, DU wolltest dort nicht hin. ;-)


In der zweiten Urlaubswoche habe ich meine Familie morgens um acht geweckt und verkündet, dass wir in die Lüneburger Heide fahren, da es schon immer mein Traum war, die Heide blühen zu sehen. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber das hat mich nicht wirklich beeindruckt: Alle mussten mit (wahrscheinlich was das wohl der letzte Urlaub zu fünft). Die Heide hat mich beeindruckt. Die Landschaft ist toll und die weiten Felder voll Heidekraut - wow. Als ich die ersten Felder gesehen hatte, schossen mir die Tränen in die Augen und ich konnte nichts dagegen tun.
 
Wir haben nur eine kleine Wanderung durch die Heide gemacht, aber es war unbeschreiblich schön. Wenn ich das jetzt schreibe, spüre ich direkt wieder die Wärme die vom Boden aufsteigt und den weichen Boden überhaupt.
Geplant war eigentlich, auf dem Rückweg in Uelzen anzuhalten und uns dort den Hundertwasserbahnhof anzusehen, aber Johannes wollte gern nach Hamburg, war aber der Meinung, das machen wir ja sowieso nicht. Naja, wenn wir schon einmal so nah dran sind, dann können wir doch wohl auch nach Hamburg fahren. Dann also Elbtunnel, statt Bahnhof.

Und auch für Hamburg hatte ich etwas in petto, was ich mal live sehen wollte: Das Treppenviertel in Blankenese. Im Fernsehen hatte ich darüber mal einen Bericht gesehen, das fiel mir wieder ein und so führte uns unser erste Weg nach Blankenese. Bevor wir zum Treppenviertel kamen, fühlten wir uns in einer anderen Welt: Parkähnliche Grundstücke und wahnsinnig tollen Villen darin. Das Treppenviertel war der krasse Gegensatz dazu, ist es doch das alte Fischerdorf. Da wir ja nur Tagestouristen waren, haben wir nur einen Bruchteil sehen können, aber wir haben einen kleinen Eindruck bekommen.
Von den höher gelegenen Stellen hat man einen beeindruckenden Blick über das Viertel zur Elbe hin.
Noch beeindruckender ist es aber, direkt an der Elbe zu stehen. Wie majestätisch der Fluss in seinem Bett "ruht"... Für uns Bergkinder ist das schon beeindruckend.

Wie im Urlaub, nur schade, dass wir ja nicht so viel Zeit mitgebracht hatten, schließlich waren wir erst gegen zwei in der Heide und sind ja dann noch nach Hamburg gefahren. Wir konnten überall nur einen kleinen Einblick bekommen. Anschließend sind wir zu den St. Pauli Landungsbrücken gefahren. Ein wenig hat mich die Fahrerei gestresst, aber das Flair dort am Hafen und vor allen Dingen der Alte Elbtunnel haben vollkommen entschädigt.
Auch für den Besuch des Alten Elbtunnels war mal wieder das Fernsehprogramm ausschlaggebend. Wir hatten hat irgendeine Ratesendung gesehen, wo Leute einen Satz über sich sagen müssen und dann müssen die Spieler durch Fragen herausfinden, wer oder was der Mensch ist. In dieser Sendung war derjenige, der die Kacheln im Alten Elbtunnel restauriert hat. Naja und so kamen wir dann in Hamburg darauf, da durchzugehen. Meine Familie wollte nach der Hälfte umkehren, aber ich habe mich durchgesetzt und auch durchgesetzt, dass wir auf der anderen Elbseite auch noch zum Aussichtspunkt gehen. Bereut habe wir es nicht.
Im Tunnel war es ein Gefühl, welches ich gar nicht recht beschreiben kann. Zum einen erhabend, durch so ein Bauwerk zu gehen, erst recht, wenn man bedenkt, wann der Tunnel schon gebaut worden ist und zum anderen ist es aber auch ein seltsames Gefühl, über sich Millionen Kubikmeter Wasser zu wissen. Aber warum sollte gerade dann, wenn wir durch den Tunnel gehen, etwas passieren... ;-)

Der einzig schon lange geplante Ausflug in unserem Urlaub war der Besuch im Friedrichstadtpalast in der Revue "Vivid". Diese hatte ich mit Steffen im Januar gesehen und wir waren davon so beeindruckt, dass ich gleich, nachdem wir wieder zu Hause waren, Karte für uns und die Kinder bestellt hatte. Es gibt ein paar wenige Plätze rechts und links, die preislich ok sind, wo man aber nicht eine ganz so gute Sicht hat. Diese Plätze haben wir wieder genommen. Bevor wir nach Berlin gefahren sind, haben wir in Potsdam angehalten und geguckt, wo dort die Uni ist, denn Johannes hat u. a. von Potsdam die gewünschte Zulassung bekommen.

Gleich, als ich nach Potsdam reingefahren bin, habe ich das Hotel gesehen, in dem ich mit meinen Eltern als Kind mal im Urlaub war. Das muss Ende der 70er Jahre gewesen sein, denn meine Schwester war noch nicht da. Und mir fiel auch gleich wieder ein, dass ich in dem Hotel in der Fensterbank bei unserer Abreise eine kleine Marzipanente habe stehen lassen. Diese hatte ich vom Personal geschenkt bekommen und war sehr traurig, dass ich sie vergessen hatte. Und oft habe ich meine Eltern dann, wenn wir da vorbei gefahren sind, gefragt, ob wir gucken und fragen können, ob die Ente noch da ist. ;-)
In Potsdam habe ich auch mein erstes Buch bekommen bzw. mir selber ausgesucht: Das Wolkenschaf. Ich sehe die Buchhandlung noch heute vor mir. Eine typische DDR-Buchhandlung (und ich weiß, wie die aussahen, das war meine zweite Heimat): Ein langer Raum und in der Mitte standen halbhohe Regale, die von beiden Seiten mit Büchern bestückt waren, die Regale waren unten breiter und gingen oben etwas zusammen. Ich kann es nicht recht beschreiben, von der Seite sahen sie aus wie ein Dreieck.
Die Show im Friedrichstadtpalast war noch einmal beeindruckend. Auch wenn wir sie schon gesehen haben, war es immer wieder toll und ich würde sie mir auch noch ein drittes und viertes Mal ansehen.
Auch die Kinder waren beeindruckt, Katharina sowieso, besonders von den bunten Kostümen. Die Jungs waren eher von den akrobatischen Leistungen beeindruckt, auch wenn sich Johannes dreiviertel der Show nach dem Sinn gefragt hat. Muss etwas denn immer einen Sinn haben? Und ja, die Show hatte einen Sinn!

In unserer letzten Woche stand dann noch der Untersuchungstermin für Jonathan in Halle an. Die Ärztin im Elisabeth-Krankenhaus hätte ihn nicht wieder erkannt. Er hat sich verändert und ist groß geworden: 1,68 m. Nun ist es sogar amtlich, dass er größer ist als ich. In zwei Jahren haben wir dann noch einen letzten Abschlusstermin und dann wird er in die Hände eines "Erwachsenenarztes" vor Ort übergeben. Das sind doch mal gute Nachrichten.

Auf dem Weg nach Halle kamen Katharina und ich mal wieder auf die Himmelsscheibe zu sprechen. Seitdem wir kürzlich über den Fund und die Geschichte einen Bericht gesehen hatten, hat Katharina sehr oft davon erzählt. Und so haben wir spontan entschieden: Wir gucken uns die Himmelsscheibe von Nebra an. Ausgestellt wird sie im Landesmuseum für Vorgeschichte. Das Museum zeigt die Menschheitsgeschichte von ca. 400.000 Jahren, von der Steinzeit bis zum Beginn der frühen römischen Kaiserzeit. In der Ausstellung selbst ist viel zu lesen (auch zu sehen), aber das war für keinen unserer drei Kinder interessant. Als sie dann aber vor der Himmelsscheibe von Nebra standen, waren alle beeindruckt, ganz besonders Katharina.

Allein schon die Präsentation ist toll: Ein dunkler Raum, die Decke ist über und über mit kleinen Leuchten übersät, die den Sternenhimmel darstellen sollen. Und in einem schmalen, schlanken Schaukasten steht die Himmelsscheibe, sie ist von vorn und auch von hinten zu sehen. Auch wenn die Scheibe nur klein ist, vielleicht ungefähr so groß, wie eine Tortenplatte, fühlt man sich plötzlich ganz, ganz klein, wenn man davor steht. Ich weiß nicht, ob das Museum immer so leer ist oder nur an Wochentagen, auf jeden Fall war es für uns von Vorteil: Ich konnte lange vor der Scheibe stehen und mir alles genau ansehen. Gern würde ich mal darüber streichen, aber das bleibt auf ewig ein Traum.
Während ich meine Zeilen geschrieben habe, habe ich mir gedacht, dass Wehmut völlig fehl am Platze ist. Wir hatten eine wunderschönen Urlaub, wir haben ganz viel gesehen, erlebt, unternommen. Wir hatten Spaß zusammen, hatten auch mal Meinungsverschiedenheiten. Nein, Wehmut muss nicht aufkommen, es war wieder ein wunderschöner Urlaub. Und die Erkenntnis für mich ist wieder: Wir wohnen im Harz und auch in Deutschland wunderschön, es gibt so vieles zu entdecken, was wir noch nicht kennen und was es lohnt, zu Hause Urlaub zu machen. :-))

Nachtrag: Eigentlich wollte ich ja einen Bericht über meine zwei neuesten Blöcke vom Watercolor-Bom schreiben, nun ist es ein Urlaubsbericht geworden. Da bin ich wohl vom Thema abgekommen. 😉😊