Sonntag, 7. Dezember 2025

7. Dezember

Gespräch mit dem Engel

Robert Gernhardt

Ein Geräusch in der Luft,
wie von großen Maschinen:
„Sagn Sie mal – lässt sich das nicht abstellen?“
„Damit kann ich leider nicht dienen.
Das ist das Stöhnen Gottes
beim Betrachten seiner Welten.
Das heißt: Manchmal lacht er auch über sie.
Aber selten.“


Samstag, 6. Dezember 2025

Ich bastel' mir einen Rand!

Seit Mittwoch sind wir wieder komplett, die fünf Wochen von Steffens Reha sind endlich vorbei. Am Ende zog sich die Zeit wie Kaugummi und schien nicht vergehen zu wollen. Aber dann war der Tag da und ich konnte ihn abholen. Es war eine Überraschung, dass ich komme, das hat er so lange nicht mitbekommen, bis ich vor ihm stand. 😂Als er mein kleines, rotes Auto gesehen hat, hat er Johannes angerufen und gefragt, ob er wirklich mit dem kleinen Auto kommt. 😂Alle Kinder haben dicht gehalten und die Überraschung ist mir gelungen. 

Katharina musste leider zur Schule, die beiden Jungs waren zu Hause und so haben wir zusammen gefrühstückt. Das war richtig schön, aber ich muss sagen, der Trubel mit so vielen Leuten war schon ungewohnt. Man kann sich so schnell an Ruhe gewöhnen.

Heute hatte ich auch ganz viel Ruhe, denn alle, die noch zu Hause wohnen, waren ausgeflogen. Jeder in eine andere Richtung. Die Ruhe war schön und ich habe sie für mich genutzt. Ich habe einfach die Seele baumeln lassen und mich durch die Mediatheken gezappt. Zwischendurch habe ich dann auch das Top meines Weihnachtsquilts vollendet.

Zunächst hatte ich ja überlegt, die Schriftblöcke durch andere Blöcke zu ersetzen. Zum Glück habe ich mich dann dagegen entschieden, denn erst mit der Schrift sieht das Top komplett aus. Appliziert habe ich gestern und das gleicht mit der Maschine.


 Die Blöcke sind ja alle auf Papier genäht und so hat der Quilt auch eine interessante Rückseite.

Das Papier rauszupfen ist bei mir immer eine ungeliebte Arbeit, aber irgendwann war auch das geschafft und dann ging es daran, Stoffe für den Rand auszusuchen. Ich meine mich zu erinnern, dass ich die Stoffe nach Gutdünken bestellt hatte. So habe ich während des Nähens schon immer gehofft, dass sie reichen. So war es dann auch schwierig, Stoffe für den Rand auszusuchen. Bei dem roten Rand musste ich sehr schmal schneiden, sonst hätte der Stoff nicht gereicht. Vorher habe ich ausgemessen, welchen Umfang das Top hat, wie viel Stoff ich habe und wie breit die Streifen maximal sein können. Wenn ich dann irgendwas mit 5,1... ausrechne und nur 5 Streifen schneide, passiert was? Ja, genau: Die Streifen reichen nicht.



20 cm haben gefehlt und so musste ich ziemlich suchen und stückeln, um den Rand noch vollenden zu können. Aber: Ich hatte Glück und konnte meinen Rand stückeln, also wirklich stückeln.
 
Es hat wirklich gerade so gereicht. Ich war echt glücklich darüber. 😍Dem "e" in Noel habe ich dann noch die Pünktchen verpasst, die ich jetzt auf der PC-Tastatur nicht finde.
Wenn dann das bestellte Vlies da ist, werde ich aus dem Top  noch einen Quilt machen und dann meine Nähmaschine bis Weihnachten sozusagen einmotten. Ich habe in den letzten Wochen viel zu viel genäht, jetzt muss ich mich erst einmal erholen und hoffen, dass die Schmerzen überall wieder weniger werden. Wobei, wenn ich an all meine Ideen und Pläne denke, könnte ich gleich wieder an die Nähmaschine gehen, da sind so viele Ideen in meinem Kopf. Aber nein: Ich bin jetzt mal vernünftig.

6. Dezember

Der Tag, an dem das   verschwand
Robert Gernhardt

Am Tag, an dem das   verschwand,
da war die uft vo Kagen.
Den Dichtern, ach, verschug es gatt
ihr Singen und ihr Sagen.

Nun gut, sie haben sich gefaßt.
Man sieht sie wieder schreiben.
Jedoch:
Soang das   nicht wiederkehrt,
muss aes Fickwerk beiben.


 

Freitag, 5. Dezember 2025

5. Dezember

Franz, das freche Dromedar
Peter Hammerschlag


Die Wüste ist aus gelbem Mehl.
Dort ging die schöne Frau Kamel
Mit ihrem Sohn, Franz Dromedar.
So gingen sie ein ganzes Jahr…

Zu Neujahr sprach die Frau Kamel:
„Oh, Franz, Du Kleinod meiner Seel!
Du hältst Dich schlecht, geliebter Sohn!
Schau, einen Buckel hast Du schon!“

Drauf schrie der Franz ganz frech: „Juchhei!
Du hast doch selbst der Buckel zwei!“
Da legt Mama ihn übers Knie
Und drischt das kecke Buckel-Vieh!


 

Donnerstag, 4. Dezember 2025

4. Dezember


Barbarazweige
Martin Greif

Am Barbaratag holt‘ ich
Drei Zweiglein vom Kirschenbaum,
Die setzt‘ ich in eine Schale,
Drei Wünsche sprach ich im Traum:

Der erste, dass einer mich werbe,
Der zweite, dass er noch jung,
Der dritte, dass er auch habe
Des Geldes wohl genug.

Weihnachten vor der Mette
Zwei Stöcklein nur blühten zur Frist: -
Ich weiß einen armen Gesellen,
Den nehm ich, wie er ist.


 

Mittwoch, 3. Dezember 2025

Powernähen am Sonntag

Am letzten Wochenende habe ich unser Wohnzimmer für die Adventszeit dekoriert. Seit vielen Jahren hänge ich eigentlich fast immer die gleichen Quilts auf. Dieses Jahr habe ich mich gegen den großen Adventskalenderquilt entschieden. Irgendwie gefällt er mir nun gar nicht mehr so sehr, vielleicht kommt es irgendwann wieder.

Stattdessen habe ich mal wieder den roten Weihnachtsquilt mit der Lichterkette aufgehängt, so sieht es abends, wenn die Lichter dann an sind, schön gemütlich aus. Als ich die Quilts aufgehängt habe, fiel mir wieder unser Mittwochsprojektquilt ein und ich habe spontan entschlossen, dass ich dafür nun die restlichen Blöcke nähen werde.

So habe ich mich am Sonntag hingesetzt und in einem wahren Powernähen die noch fehlenden Blöcke genäht. Und ich muss sagen: Es hat Spaß gemacht und am Ende des Tages hatte ich doch tatsächlich alle fehlenden Blöcke fertig genäht.
Ich habe bei den Blöcken mit den Halbquadratdreiecken lange überlegt, ob ich die farblich so nähe, wie es in der Anleitung geschrieben ist. Ich habe mich dann aber dagegen entschieden, sondern die Blöcke einfach so genäht, wie mir die Stoffe unter die Nadel kamen. Ich habe dabei auch versucht, restliche Stoffstücke mit aufzubrauchen. Allerdings habe ich es mir damit ein wenig schwer gemacht, denn ich musste ziemlich vier hin- und hersortieren, damit die Farbverteilung harmonisch ist.

Ich habe meine Blöcke dann auch gleich mal ausgelegt:
Ich finde, das sieht schon richtig schön aus. Auch wenn ich zunächst überlegt habe, die Schriftblöcke zu ersetzen, so werde ich sie dann doch noch nähen. Denn ich finde, die machen den Quilt zu etwas ganz Besonderem. Und vielleicht wird er ja doch noch rechtzeitig zu oder - besser noch - vor Weihnachten fertig.

3. Dezember

Setzen, Stellen, Legen u. A.
Robert Gernhardt


Was hast du denn da angestellt
mit dem, was ich da aufgestellt?
Du hast dich nicht nur drangestellt
du hast dich auch noch draufgestellt.
 

Der Deckel war schon draufgemacht
ich dachte, nun sei’s eingemacht
du hast es wieder aufgemacht
dich draufgestellt und reingemacht.
 

Ich hatte alles drangesetzt
ich hatte mich so eingesetzt
doch kaum war alles angesetzt
da hast du dich schon reingesetzt.
 

Was heißt das, ich sei aufgebracht?
Wer hat das Zeug denn reingebracht?
Ich selber hab es raufgebracht -
und was hat mir das eingebracht?
 

Wie schön war alles eingelegt!
Wie hatte ich mich krummgelegt!
Einmal hast du mich reingelegt.
Noch mal – und du wirst umgelegt!



Dienstag, 2. Dezember 2025

2. Dezember

Herz und Hirn    
Robert Gernhardt


Ist das Herz auf dem Sprung, ist das Hirn auf der Hut
Springt das Herz in die Luft, greift das Hirn nach dem Schirm
Schwebt das Herz himmelwärts, spannt das Hirn seinen Schirm
stürzt das Herz auf den Schirm, ist das Hirn obenauf:
Siehste, mein Lieber. Immer schön auf dem Teppich bleiben!


Montag, 1. Dezember 2025

1. Dezember

 
Dezember        
Heinrich Hoffmann

Er ist der letzte von zwölf Brüdern,
Des Jahres Pforte schließt er zu.
Was du gewonnen hast an Gütern
Und was verloren, zähle du!
Doch wäge strenger und besonnen,
Und schließ genaue Rechnung ab,
Was Du an Weisheit hast gewonnen,
Und was an Torheit sich ergab.





Sonntag, 30. November 2025

1. Advent - Einladung

 Auch in diesem Jahr lade ich euch wieder zu meinem virtuellen Adventskalender ein. Kommt zu mir und "öffnet" jeden Morgen mit mir ein Türchen. Auch in diesem Jahr tausche ich wieder einen AMC-Adventskalender. Meiner war schon gaaaanz zeitig im Jahr bei mir und ich war eisern und habe ihm ganz weit in die Ecke gestellt, damit ich so gar nicht in die Versuchung komme, mal zu luchsen... Aber nun geht es endlich los.

Lied im Advent                   Matthias Claudius

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet auch das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!

Samstag, 29. November 2025

Hörnchenbeutel in Viola-Farben

Vor ein paar Tagen war ich mal wieder auf Stoffsuche und habe einen schönen Stoff in Beere mit Bäumen gesehen. Zuerst dachte ich, dass der Stoff für den Quilt aus dem Stoffbrief der Patchworkgilde passen könnte. Aber dafür war er nicht geeignet. Ich habe mir nicht nur diesen Stoff, sondern noch einen anderen mit bestellt, von dem ich dachte, den habe ich mir schon einmal bestellt und so habe ich mich auf die Suche nach dem Stoff gemacht. Den Stoff selber habe ich nicht gefunden (ich muss aber auch sagen, dass ich nicht so wirklich intensiv gesucht habe), aber eine Kiste mit... ...Stoffen. Die Stoffe waren kunterbunt und noch so zusammengelegt, wie sie vom Shop verschickt worden sind. 😮 Das könnte jetzt darauf hindeuten, dass ich eventuell zu viele Stoffe habe. Pssst... 

In dieser Kiste war auch ein Stoff, der perfekt zu meinem Baumstoff passte und so habe ich mir überlegt, mal einen Beutel zu nähen. 

Im neuen Büro ist es so, dass eine Kollegin manchmal Hörnchen mitbringt. Das war schon so, bevor ich das Notariat gewechselt habe. 😉Irgendwie ist es auch schön, dass sich eben manche Dinge nicht ändern. Ich bestelle für uns auch immer Hörnchen und fast immer habe ich keinen Beutel dabei, in den ich die Hörnchen legen kann. Naja, wenn ich Glück habe, habe ich einen Einkaufsbeutel in der Tasche, wenn ich kein Glück habe, dann habe ich keinen Einkaufsbeutel in der Tasche. Dann kommen die Hörnchen in meinen Lunchbeutel, der riecht dann aber am nächsten Tag auch noch nach Hörnchen und das mag ich nicht.

Na, wenn das mal kein Grund ist, aus dem schönen Stoff einen Hörnchenbeutel zu nähen. Ich hatte 25 cm bestellt, wenn ich die 25 cm als Höhe annehme, wär derdBeutel aber zu klein geworden und so habe ich aus dem anderen schönen Stoff unten eine Stück angenäht. So hat der Beutel einen schöne Höhe. Eigentlich wollte ich den schönen Baumstoff auch für innen nehmen, aber dann habe ich mich dagegen entschieden. So konnte ich zwei Beutel nähen. Für innen habe ich ein Panel zerschnitten, welches ich mal gekauft hatte, weil ich für jemanden einen Quilt nähen sollte. Dazu kam es aber nicht mehr, da sich der "Besteller" nicht mehr gemeldet hatte. Egal, so haben meine Beutel nun ein schönes Innenleben.

Ich liebe meine neuen Beutel und freue mich sehr darüber. Damit sie auch so richtig schön aussehen, habe ich die Nähte auch noch abgesteppt. Es fällt zwar nicht so auf, besonders nicht am oberen Ende, aber ich weiß es und das ist das Einzige, was zählt.

Beide Beutel habe ich noch mit Webetiketten verziert.

Leider hatte ich kein hundertprozentig passende Kordel zu Hause, aber ich denke, mit der dunkelblauen Kordel sieht es auch gut aus. So haben die Beutel einen kleinen Farbtupfer.


Ich bin in meine beiden Beutel richtiggehend verliebt. Einen davon werde ich mir dann immer in die Tasche packen, wenn ich Hörnchen bestellt habe. Den anderne werde ich wohl in die Geschenkebeutelkiste legen. Vielleicht möchte mir ja doch jemand aus meiner Familie mal etwas schenken und sucht nach einem passenden Beutel für mich. 😂

Ich muss es nochmal sagen: Ich finde meine Beutel ganz

Und jetzt werdet ihr bestimmt schmunzeln: Weil ich den Stoff so schön fand, habe ich ihn gleich noch einmal bestellt, denn daraus könnte ich mir auch einen Gelmerodaquilt ganz wunderbar vorstellen. 😍😂

Dienstag, 25. November 2025

für die Statistik

Im November sind noch drei weitere Gelmerodaquilts entstanden. Endlich ist nun auch der Düsseldorf-Kirchenfensterquilt fertig geworden. Das Top hatte ich ja schon Anfang September genäht, als ich den neuen Gelmerodaschnitt getestet habe. Seitdem lag das fertige Top, mal auf dem Zuschneidetisch, mal auf dem Bett, mal auf dem Hocker. Irgendwann hatte ich es so unterge"müllt", dass ich gar nicht mehr wusste, wo es war. Also habe ich das Top auch endlich mal zum Quilt verarbeitet.

Der Quilt ist völlig unspektakulär gequiltet, einfach nur in der Naht. Es sollte nichts von den Farben ablenken. Dieses Fenster war Vorlage für den Quilt:

Die außergewöhnlichen Farben kann man gut in dem Ausschnitt erkennen. Diese außergewöhnlichen Fenster haben wir in Düsseldorf in der Basilika St. Lambertus gesehen. An unserem ersten Tag in Düsseldorf hatten wir eine Schnipseljagd in der Innenstadt gemacht und sind dabei auch an der Kirche vorbeigekommen. Am zweiten Tag hatten wir zwischen dem Rheinturm und dem Museum noch ein wenig Zeit und sind dann wieder an der Kirche vorbeigegangen und haben sie dann besucht. Das war, wie man sieht, eine gute Idee.

Ein weiterer Quilt war eine spontan Überlegung. Bei einem ehemaligen Trainer habe ich im Whatsapp-Status ein wunderbares Foto der Stabkirche von Hahnenklee gesehen. Vor dem Altar hing ein ein textiles Werkstück in Farben, die geradezu nach einen Gelmerodaquilt schrieen. Dem konnte ich mich doch nicht verschließen.

Man sieht, das Foto ist nicht von mir, sondern von Marian Pohle-Hindermann, ich habe ihn gefragt, und ja, ich darf es hier in meinem Blog zigen. Ich habe für diesen Quilt extra Stoffe bestellt (in letzter Zeit bin ich häufiger von meinem Vorsatz, nur handgefärbte Stoffe zu verwenden, abgewichen). Ich hatte so wunderschöne Webstoffe angezeigt bekommen, die schienen mir perfekt für diesen Quilt. Kombiniert habe ich diese mit Oakshots und japanischen Webstoffen. Dass ich eben genau diese Stoffe schon einmal gekauft und das beim Wegräumen der neuen Stoffe festgestellt habe, behalte ich jetzt mal für mich. 😂


Wie immer habe ich beim Nähen die Stoffauswahl ein wenig angepasst, eben so, wie es für den Quilt am besten ist. Beim Nähen hat sich das oft noch einmal verändert. Gleich an dem Tag, an dem das Paket mit den Stoffen kam, MUSSTE ich einfach mit dem Nähen anfangen, denn ich wollte doch sehen, ob meine Idee funktioniert. Ich habe genäht wie im Rausch und habe tatsächlich das Top an dem Abend fertig bekommen.


Zum Aufräumen hatte ich dann abends um halb elf keine Lust mehr, das konnte dann also getrost bei zum nächsten Tag warten. Meinen Quilt habe ich unterschiedlich gequiltet, mal mehr mal weniger. 
Eine Weile habe ich überlegt, ob ich den Streifen aus dem Webstoff, bei dem die Übergänge zwar perfekt passen, nicht aber die geweben Streifen, aus dem Top heraustrenne. Ich habe mich dann aber dagegen entschieden, denn so hat das Teil ein wenig mehr Spannung. Durch das intensive Quilten an dieser Stelle sieht es nun sogar richtig gut aus.
 
Und noch ein weiterer Quilt ist in den letzten Tagen entstanden. Die Idee dazu kam mir, als wir in Jena in einer Ausstellung über DDR-Kunst waren, die im Depot des Museums gelagert wird. "Soviel Silber im Grau" war eine sehr interessante Ausstellung und ich freue mich, dass ich sie mir ansehen konnte. Dort war unter anderem ein Bild ausgestellt, welches in zarten Farben gemalt war und mich sofort angesprochen hat.
Mauretanische Küste von Einhard Hopfe
Diesen Quilt habe ich ebenfalls aus Oakshot genäht, um wieder zu den Anfängen zurückzukehren, habe ich diese mit handgefärbten Stoffen gemischt. Das Foto hätte besser sein können, aber es gibt so wunderbar die Farben diesesm Gemäldes wieder.

 
Diesen Quilt habe ich ein wenig symbolhaft gequiltet. Als wir die Ausstellung besucht hatten, ging es mir nicht gut und die Zeit ist wie in weiche Watte getaucht, die Erinnerungen daran sind nur bruchstückhaft. Das ist ein seltsames, unheimliches Gefühl. Aber irgendwie hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon die Zuversicht, dass es irgendwann wieder besser werden wird. Und so ist es gekommen. Ich bin wohl immer noch gefährdet, wieder in alte Muster zu verfallen. Gerade in den letzten Wochen kam wieder das alte Gefühl auf. Ich habe dann versucht, einen Gang zurückzuschalten und die Dinge, die mich stressen, nicht zu machen. Das ist zwar für andere manchmal nicht so schön, aber ich muss auf mich aufpassen und gucken, dass ich nicht wieder krank werde.
 
So habe ich in meinen Quilt das Wort "Zuversicht" gequiltet. Klar, ich hätte es ein wenig schöner und zur anderen Seite lesbar quilten können, aber das war eine spontane Idee. Im Himmelbereich steigen luftige, geschwungene Linen auf. Für mich stehen sie für Leichtigkeit und Zuversicht. Ich mag meinen Quilt sehr, erinnert er mich doch an eine nicht so schöne Zeit, in der ich aber schöne Momente hatte und liebe Menschen an meiner Seite. 😍
Mit diesen Quilts, die ich in den letzten Tagen hier gezeigt habe, ist meine Sammlung auf sage und schreibe 46 (!) angewachsen. ein paar Ideen habe ich ja noch, als da wären der Monatsquilt für Dezember (47), ein Quilt für die Besuche in Babelsberg im KarLi (48), ein schwarz-weißer Quilt, schließlich hat Regina mit ihren Quilts den Anlass dazu gegeben (49), ein Mohnblumenquilt (50)... 
 
Ich habe mir überlegt, aus den Quilts einen Kalender für mich zu machen. Zwölf Monate und ein Deckblatt könnte ich gestalten, wenn ich den Kalender im Querformat mache, sieht es bestimmt richtig gut aus, wenn jeden Monat vier Quilts auf dem Kalenderblatt sind. 13 mal 4 ergibt ungefähr 52, also kann ich noch zwei weitere Gelmerodaquilts nähen... 😍

Sonntag, 23. November 2025

Gelmeroda genähmalt

Hier habe ich schon einmal ein Foto meines neuen Gelmerodaquilts gezeigt, ohne näher darauf einzugehen. Anfang November war ich in Soltau zu einem Nähkurs zum Thema "Nähmalen". Mir kam dann die Idee, einen großen Gelmerodaquilt zu nähmalen. Bevor ich mich aber an einen großen Quilt von 80 x 100 cm wage, wollte ich erst einmal testen, ob meine Idee überhaupt funktionieren könnte und so habe ich einen meiner Gelemrodaquilts genähmalt.

Da ich meiner Idee selber nicht so recht getraut habe, habe ich eine einfachen Baumwollstoff als Hintergrund genommen. Von einem fertigen Gelmerodaquilt habe ich auf wasserlöslichem Vlies die Konturen abgezeichnet und dieses Vlies dann auf meinen Hintergrundstoff gesteckt und außen festgeheftet. Da ich nur einen kleinen runden Stickrahmen hatte, habe ich einfach einen von meiner Stickmaschine genommen und damit gearbeitet. 

  
Da mein Hintergrundstoff ein dunkles grau war, habe ich mich entschieden, den Quilt ausschließlich in Grau-Tönen zu arbeiten. Als Garn habe ich Stickgarn verwendet und dann habe ich einfach angefangen.

Ich musste erst ein wenig in die Arbeit reinkommen, je länger ich genähmalt hatte, umso leichter fiel es mir. Ich habe mich Stück für Stück voran gearbeitet und immer auch versucht, die Stichrichtung zu ändern, um damit auch Struktur in meine Arbeit zu bekommen. Oftmals habe ich dann auch versucht, diese kleinen Kreise zu arbeiten, die wir im Kurs gelernt haben. Das war eine wirkliche Mammutaufgabe und gar nicht so einfach. 

Auf diesem Bild kann man es gut erkennen: Das helle Grau sind die kleinen Kreise, rechts und links daneben und auch darüber haben die Stiche eine entsprechende Richtung. Diese kleinen Kreise waren sehr zeitaufwändig, aber ich finde, sie sehen gut aus. 
Dieses Bild ist ein Ausschnitt vom fertigen Quilt, dort kann man gut erkennen, wie ich die verschiedenen Richtugnen gearbeitet habe. Ich habe immer mal weider ein bisschen an meinem Quilt gearbeitet, einmal auch morgens vor der Arbeit, da ich da mal wieder zeitig wach war.
Nach einer Woche intensiver Arbeit war dann mein Top fertig.

Ich hatte mich dazu entschlossen, nur das Gebäude selbst zu nähmalen, den Hintergrund habe ich komplett frei gelassen und diesen dann am Ende gequiltet. Das Gebäude erscheint auf dem Quilt ein klein wenig erhaben, denn meinen Stoff hatte ich vor Beginn der Arbeit mit Vlieseline hinterlegt und diese aufgebügelt, damit mein Stoff Stabilität hat. Bevor ich angefangen habe zu nähmalen, habe ich jedes Mal ausreißbares Stickvlies hinterlegt, so ist die Stickerei schon ziemlich fest geworden.


Ich finde meinen Quilt sehr schön und es war eine lohnenswerte Erfahrung und so weiß ich nun, wie ich - irgendwann - an den großen genähmalten Quilt herangehen muss. Bevor ich mit diesem Projekt aber anfangen werde, wird aber noch eine ganze Weile dauern. Das ist etwas, wo ich für bereit sein muss. 😉

Donnerstag, 20. November 2025

Show and tell

Show and tell, so heißt das neue Pattern von Elizabeth Hartmann. Auch wenn ich ihre Quilts mag, so war ich bisher, bis auf den Koalaquilt, standhaft. Bei dieser Anleitung aber, war es recht schnell um mich geschehen. Ich weiß gar nicht so genau, warum. Naja, im Grund genommen ist mein Blog ja auch ein Show and tell - ich zeige und erzähle. Und so habe ich mich spontan (!) entschieden, mir die Anleitung zu kaufen. Es gab auch passende Kits dazu, aber ich wollte gern Stoffe aus meinem Bestand nehmen, die müssen ja irgendwann mal ein bisschen weniger werden. Zuerst wollte ich hellen Hintergrundstoff nehmen, habe mich dann aber, nachdem ich Werbung für einen rosa Stoff mit zartem Muster angezeigt bekommen habe 😂, dagegen entschieden.

Auf dem Quilt sind vier verschiedene Tierarten (Hase, Bär, Fuchs und Rentier), die jeweils verschiedene, klassische Quilts zeigen. Im Originalquilt sind alle Tiere einer Art aus dem gleichen Stoff genäht. Das wollte ich aber nicht, mein Quilt wird bunt und lebendig.

Heute war mir mal danach und so habe ich mit dem ersten Block angefangen. Zunächst wollte ich nur das Tier nähen, dann flutsche es aber nur so und ich habe den Quilt auch noch genäht. Ich habe mich zunächst für den Log Cabin-Quilt entschieden, den der Bär voller Stolz zeigt.

Die Stoffwahl ist, sagen wir es mal, ein wenig abenteuerlich, aber trotzdem finde ich den Quilt, den der Bär genäht hat, wunderschön. So ein klassicher Quilt hat eben immer wieder seinen Reiz. Nicht umsonst gibt es manche Muster schon viele, viele Jahrzehnte. Ich habe gerade mal nachgesehen, eigentlich sind die dunklen Stoffe auf einer und die hellen Stoffe demzufolge auf der anderen Seite. So finde ich es aber irgendwie schöner.

Der Block ist relativ groß, auch wenn ich das gelesen hatte, hat mich die Größe dann doch irgendwie überrascht.   

Ich mag es, wie der Bär stolz über seinen Quilt guckt, wenn ich den Block ansehe, muss ich zwangsläufig schmunzeln.