Freitag, 16. August 2019

Wie schnell doch die Zeit verfliegt

(Achtung: Ganz, ganz lang, so viel und zu diesem Thema sollte es gar nicht werden...)

Hatte ich hier noch geschrieben, dass drei lange Urlaubswochen vor uns liegen, muss ich heute schreiben, dass nun drei kurze Urlaubswochen hinter uns liegen. In den Urlaub bin ich ganz euphorisch gestartet und voller Ideen und Tatendrang. Viele unserer Pläne und Ideen haben wir umgesetzt, manches war jedoch nicht möglich (den Sonnenaufgang auf dem Brocken habe ich immer noch nicht erlebt und auch in der Feininger-Galerie war ich noch nicht zur derzeitigen Sonderausstellung), manches haben wir spontan entschieden (es ist beeindruckend, vor der Himmelsscheibe zu stehen)... In den letzten Tagen wich die Euphorie immer mehr und machte Wehmut Platz. Ich könnte gern noch den ein oder anderen Tag Urlaub gebrauchen. :-(

Alles in allem war es aber ein sehr schöner Urlaub, wir haben wieder etliche Bundesländer bereist: Bremen, Niedersachsen, Hamburg, Sachsen-Anhalt (sowieso), Thüringen, Brandenburg und Berlin. Wow, was für eine Liste und das war gar nicht geplant.

Schön war es, nach drei langen Jahren von Whaptsapp, PMs und Telefonaten endlich einmal die große Katharina wieder zu treffen. Ach, was habe ich mich auf den Tag gefreut. Katharina hat uns Bremen im Schnelldurchlauf gezeigt. Eine wirklich schöne Stadt, die es auf jeden Fall wert ist, länger und richtig entdeckt zu werden.
Und natürlich haben wir alle die Bremer Stadtmusikanten angefasst, denn wir wollen doch wiederkommen.
Wir haben viele spontane Sachen gemacht. Eines Abends sind wir essen gewesen und sind anschließend noch ein bisschen rumgefahren und ich bin dann nach Weddersleben zur Teufelsmauer gefahren und wir haben dort den Sonnenuntergang genossen. Die Teufelsmauer allein ist schon einen oder auch mehrere Ausflüge wert, aber mit Sonnenuntergang ist es einfach ein Traum.
An unseren Schuhen kann man erkennen, WIE spontan dieser Ausflug war. Und ja, Johannes, ich weiß, DU wolltest dort nicht hin. ;-)


In der zweiten Urlaubswoche habe ich meine Familie morgens um acht geweckt und verkündet, dass wir in die Lüneburger Heide fahren, da es schon immer mein Traum war, die Heide blühen zu sehen. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen, aber das hat mich nicht wirklich beeindruckt: Alle mussten mit (wahrscheinlich was das wohl der letzte Urlaub zu fünft). Die Heide hat mich beeindruckt. Die Landschaft ist toll und die weiten Felder voll Heidekraut - wow. Als ich die ersten Felder gesehen hatte, schossen mir die Tränen in die Augen und ich konnte nichts dagegen tun.
 
Wir haben nur eine kleine Wanderung durch die Heide gemacht, aber es war unbeschreiblich schön. Wenn ich das jetzt schreibe, spüre ich direkt wieder die Wärme die vom Boden aufsteigt und den weichen Boden überhaupt.
Geplant war eigentlich, auf dem Rückweg in Uelzen anzuhalten und uns dort den Hundertwasserbahnhof anzusehen, aber Johannes wollte gern nach Hamburg, war aber der Meinung, das machen wir ja sowieso nicht. Naja, wenn wir schon einmal so nah dran sind, dann können wir doch wohl auch nach Hamburg fahren. Dann also Elbtunnel, statt Bahnhof.

Und auch für Hamburg hatte ich etwas in petto, was ich mal live sehen wollte: Das Treppenviertel in Blankenese. Im Fernsehen hatte ich darüber mal einen Bericht gesehen, das fiel mir wieder ein und so führte uns unser erste Weg nach Blankenese. Bevor wir zum Treppenviertel kamen, fühlten wir uns in einer anderen Welt: Parkähnliche Grundstücke und wahnsinnig tollen Villen darin. Das Treppenviertel war der krasse Gegensatz dazu, ist es doch das alte Fischerdorf. Da wir ja nur Tagestouristen waren, haben wir nur einen Bruchteil sehen können, aber wir haben einen kleinen Eindruck bekommen.
Von den höher gelegenen Stellen hat man einen beeindruckenden Blick über das Viertel zur Elbe hin.
Noch beeindruckender ist es aber, direkt an der Elbe zu stehen. Wie majestätisch der Fluss in seinem Bett "ruht"... Für uns Bergkinder ist das schon beeindruckend.

Wie im Urlaub, nur schade, dass wir ja nicht so viel Zeit mitgebracht hatten, schließlich waren wir erst gegen zwei in der Heide und sind ja dann noch nach Hamburg gefahren. Wir konnten überall nur einen kleinen Einblick bekommen. Anschließend sind wir zu den St. Pauli Landungsbrücken gefahren. Ein wenig hat mich die Fahrerei gestresst, aber das Flair dort am Hafen und vor allen Dingen der Alte Elbtunnel haben vollkommen entschädigt.
Auch für den Besuch des Alten Elbtunnels war mal wieder das Fernsehprogramm ausschlaggebend. Wir hatten hat irgendeine Ratesendung gesehen, wo Leute einen Satz über sich sagen müssen und dann müssen die Spieler durch Fragen herausfinden, wer oder was der Mensch ist. In dieser Sendung war derjenige, der die Kacheln im Alten Elbtunnel restauriert hat. Naja und so kamen wir dann in Hamburg darauf, da durchzugehen. Meine Familie wollte nach der Hälfte umkehren, aber ich habe mich durchgesetzt und auch durchgesetzt, dass wir auf der anderen Elbseite auch noch zum Aussichtspunkt gehen. Bereut habe wir es nicht.
Im Tunnel war es ein Gefühl, welches ich gar nicht recht beschreiben kann. Zum einen erhabend, durch so ein Bauwerk zu gehen, erst recht, wenn man bedenkt, wann der Tunnel schon gebaut worden ist und zum anderen ist es aber auch ein seltsames Gefühl, über sich Millionen Kubikmeter Wasser zu wissen. Aber warum sollte gerade dann, wenn wir durch den Tunnel gehen, etwas passieren... ;-)

Der einzig schon lange geplante Ausflug in unserem Urlaub war der Besuch im Friedrichstadtpalast in der Revue "Vivid". Diese hatte ich mit Steffen im Januar gesehen und wir waren davon so beeindruckt, dass ich gleich, nachdem wir wieder zu Hause waren, Karte für uns und die Kinder bestellt hatte. Es gibt ein paar wenige Plätze rechts und links, die preislich ok sind, wo man aber nicht eine ganz so gute Sicht hat. Diese Plätze haben wir wieder genommen. Bevor wir nach Berlin gefahren sind, haben wir in Potsdam angehalten und geguckt, wo dort die Uni ist, denn Johannes hat u. a. von Potsdam die gewünschte Zulassung bekommen.

Gleich, als ich nach Potsdam reingefahren bin, habe ich das Hotel gesehen, in dem ich mit meinen Eltern als Kind mal im Urlaub war. Das muss Ende der 70er Jahre gewesen sein, denn meine Schwester war noch nicht da. Und mir fiel auch gleich wieder ein, dass ich in dem Hotel in der Fensterbank bei unserer Abreise eine kleine Marzipanente habe stehen lassen. Diese hatte ich vom Personal geschenkt bekommen und war sehr traurig, dass ich sie vergessen hatte. Und oft habe ich meine Eltern dann, wenn wir da vorbei gefahren sind, gefragt, ob wir gucken und fragen können, ob die Ente noch da ist. ;-)
In Potsdam habe ich auch mein erstes Buch bekommen bzw. mir selber ausgesucht: Das Wolkenschaf. Ich sehe die Buchhandlung noch heute vor mir. Eine typische DDR-Buchhandlung (und ich weiß, wie die aussahen, das war meine zweite Heimat): Ein langer Raum und in der Mitte standen halbhohe Regale, die von beiden Seiten mit Büchern bestückt waren, die Regale waren unten breiter und gingen oben etwas zusammen. Ich kann es nicht recht beschreiben, von der Seite sahen sie aus wie ein Dreieck.
Die Show im Friedrichstadtpalast war noch einmal beeindruckend. Auch wenn wir sie schon gesehen haben, war es immer wieder toll und ich würde sie mir auch noch ein drittes und viertes Mal ansehen.
Auch die Kinder waren beeindruckt, Katharina sowieso, besonders von den bunten Kostümen. Die Jungs waren eher von den akrobatischen Leistungen beeindruckt, auch wenn sich Johannes dreiviertel der Show nach dem Sinn gefragt hat. Muss etwas denn immer einen Sinn haben? Und ja, die Show hatte einen Sinn!

In unserer letzten Woche stand dann noch der Untersuchungstermin für Jonathan in Halle an. Die Ärztin im Elisabeth-Krankenhaus hätte ihn nicht wieder erkannt. Er hat sich verändert und ist groß geworden: 1,68 m. Nun ist es sogar amtlich, dass er größer ist als ich. In zwei Jahren haben wir dann noch einen letzten Abschlusstermin und dann wird er in die Hände eines "Erwachsenenarztes" vor Ort übergeben. Das sind doch mal gute Nachrichten.

Auf dem Weg nach Halle kamen Katharina und ich mal wieder auf die Himmelsscheibe zu sprechen. Seitdem wir kürzlich über den Fund und die Geschichte einen Bericht gesehen hatten, hat Katharina sehr oft davon erzählt. Und so haben wir spontan entschieden: Wir gucken uns die Himmelsscheibe von Nebra an. Ausgestellt wird sie im Landesmuseum für Vorgeschichte. Das Museum zeigt die Menschheitsgeschichte von ca. 400.000 Jahren, von der Steinzeit bis zum Beginn der frühen römischen Kaiserzeit. In der Ausstellung selbst ist viel zu lesen (auch zu sehen), aber das war für keinen unserer drei Kinder interessant. Als sie dann aber vor der Himmelsscheibe von Nebra standen, waren alle beeindruckt, ganz besonders Katharina.

Allein schon die Präsentation ist toll: Ein dunkler Raum, die Decke ist über und über mit kleinen Leuchten übersät, die den Sternenhimmel darstellen sollen. Und in einem schmalen, schlanken Schaukasten steht die Himmelsscheibe, sie ist von vorn und auch von hinten zu sehen. Auch wenn die Scheibe nur klein ist, vielleicht ungefähr so groß, wie eine Tortenplatte, fühlt man sich plötzlich ganz, ganz klein, wenn man davor steht. Ich weiß nicht, ob das Museum immer so leer ist oder nur an Wochentagen, auf jeden Fall war es für uns von Vorteil: Ich konnte lange vor der Scheibe stehen und mir alles genau ansehen. Gern würde ich mal darüber streichen, aber das bleibt auf ewig ein Traum.
Während ich meine Zeilen geschrieben habe, habe ich mir gedacht, dass Wehmut völlig fehl am Platze ist. Wir hatten eine wunderschönen Urlaub, wir haben ganz viel gesehen, erlebt, unternommen. Wir hatten Spaß zusammen, hatten auch mal Meinungsverschiedenheiten. Nein, Wehmut muss nicht aufkommen, es war wieder ein wunderschöner Urlaub. Und die Erkenntnis für mich ist wieder: Wir wohnen im Harz und auch in Deutschland wunderschön, es gibt so vieles zu entdecken, was wir noch nicht kennen und was es lohnt, zu Hause Urlaub zu machen. :-))

Nachtrag: Eigentlich wollte ich ja einen Bericht über meine zwei neuesten Blöcke vom Watercolor-Bom schreiben, nun ist es ein Urlaubsbericht geworden. Da bin ich wohl vom Thema abgekommen. 😉😊

4 Kommentare:

  1. Das klingt nach einem tollen Urlaub. Ganz viel gesehen und erlebt, und dann such noch mit der ganzen Familie. Finde ich schööön. Wenn ich gewusst hätte, dass Ihr auch in Bremen seid, hätten wir uns vielĺeicht auf einen Kaffee am Roland treffen können
    Liebe Grüße
    Jeannette

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  2. Liebe Viola,
    so ist es wohl immer mit dem Urlaub - zu Anfang denkt man sich eine Menge schöne Dinge aus und am Ende war die Zeit dafür zu kurz. Wir hatten ja jetzt nur eine Woche, in der wir neben der Wohnzimmer-Renovierung noch viele andere Sachen machen wollten. Nunja... aber eben sind wir aus Berlin zurück, das technische Museum war toll! Ja, Urlaub zu Hause ist durchaus okay.
    Guten Start am Montag!
    Elke

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  3. Liebe Viola, das klingt nach einem tollen Urlaub, ihr seid viel unterwegs gewesen und habt eine Menge erlebt und gesehen!!! Die Himmelsscheibe zu sehen , ist wirklich etwas Besonderes und Berlin und Hamburg... wie toll!!! Wir waren am letzten Ferientag von Sa/An auf dem Mittelberg und dann in der Arche Nebra, das ist gar nicht weit weg von Euch. Die Präsentationen und der Fundort der Himmelsscheibe sind absolut sehenswert! Ihr habt das genau richtig gemacht, alle zusammen! Ganz liebe Grüße an Dich und die Deinen von Katrin

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  4. Oh liebe Viola, da ward ihr aber toll umtriebig in eurem Urlaub. So schöne Sachen habt ihr gesehen. Hamburg habt ihr auch besucht. Klasse. Ich wohne hier seit 1988 und war noch nicht im Treppenviertel. Aber der Elbtunnel ist wirklich wunderschön. Ihr habt das richtig gemacht, euch anzuschauen, wonach euch der Sinn steht. Aber mal nach Uelzen zu fahren, ist eine Überlegung wert. So ein Niedersachsenticket ist ja nicht so teuer.
    Die Himmelscheibe finde ich toll und etliche Dokumentationen darüber habe ich schon im Fernsehen gesehen. Sie in echt zu bestaunen, war bestimmt klasse.
    Winkegrüße Lari

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