Samstag, 22. August 2020

3 Tage Kulturlaub - Tag 2

 Ich freue mich sehr, dass ihr so viel Anteil an unserem Urlaub nehmt, habt vielen Dank für eure lieben Worte. Ja, Dresden ist eine faszinierende Stadt und auch wenn man schon oft da war, man kann immer wieder Neues entdecken.

Für den zweiten Urlaubstag standen unsere zwei Museumsbesuche auf dem Plan. Eigentlich war ja der Urlaub spontan entstanden. Wir hatten uns über Kirschen unterhalten und Katharina meinte, sie würde gern mal den Kirschkern mit den Gesichtern sehen. Steffen war der Meinung, er könnte von jetzt auf gleich Karten für das Grüne Gewölbe buchen. Ich hatte damals zu ihm gesagt, "Wenn du für heute noch Karten für das Grüne Gewölbe bekommst, fahren wir sofort nach Dresden." Es gab natürlich für den gleichen Tag keine Karten, aber eine Idee war geboren. Und so fingen wir an zu planen und zu buchen. Da wir das Grüne Gewölbe für 11 Uhr gebucht hatten, kam die Idee dazu, in Dresden zu schlafen, es wäre schade, wenn wir wegen eines Staus oder so nicht pünktlich sind. Der Einlass ist im angegebenen Zeitfenster möglich.

Das Grüne Gewölbe ist beeindrucken, auch wenn viele Teile den Krieg nicht überlegt haben, ist immer noch ein unermesslich großer Teil vorhanden. Der Gang beginnt mit dem Bernsteinzimmer und steigert sich - wie bei der Semperoper auch - von Raum zu Raum. Wahnsinn, wie es in den Räumen gefunkelt und geglitzert hat. Manche Räume waren voller Spiegel, einer spiegelte den anderen... Man kann es mit Worten gar nicht beschreiben, man muss es einfach gesehen haben. Was wir allerdings nicht gesehen haben, war der Kirschkern, denn der wird im Neuen Grünen Gewölbe ausgestellt. Darüber waren wir alle ein wenig enttäuscht. Da wir aber der Meinung waren, zwei Museen am Tag reichen, haben wir uns den Kirschkern für irgendwann aufgehoben.

Wir hatten uns dann noch die Gemäldegalerie Alte Meister ausgesucht. Auch da war ich schon, einmal als Kind mit meinen Eltern, einmal mit Steffen. In der Gemäldegalerien waren Fotos erlaubt. Diese vielen, beeindruckenden Gemälde - Wahnsinn.

Viele der ausgestellten Bilder kannte ich noch, entweder von früheren Besuchen ode aus dem Kunstunterricht.
Auch die Bauweise oder Anlage der Räume war interessant, sie waren durchgehend, zwischendrin waren es immer mal verschiedene Ebenen und irgendwie führte alles zu dem EINEN Bild.

Eine Etage höher hingen die berühmten Canaletto-Bilder. Die dürfen bei einem Besuch in Dresden natürlich nicht fehlen.
Das schönste Exponat für mich war aber die Büste "Verschleierte Frau". Ich war schon fast daran vorbei gegangen, dann bin ich noch einmal stehen geblieben und habe mir die Büste näher angesehen. Es sah wirklich so aus, als hätte die Frau ein Tuch über dem Kopf, ich meinte, man konnte sogar die Struktur des Tuches erkennen.
Bei einer kurzen Pause im Zwinger haben wir dann den Rest des Tages besprochen. Von Katharina hatten wir zur Silberhochzeit einen Gutschein für eine Damperfahrt in Dresden bekommen. Wir hatten uns dann für die abendliche Schlösserfahrt entschieden. Allerdings habe ich erst am Schalter der Weiße Flotte festgestellt, dass der Gutschein von einem anderen Anbieter ist. Bei diesem gab es leider die Schlösserfahrt nicht im Angebot und für die Stadtfahrt waren nicht mehr genug Plätze vorhanden. Wir haben dann eine ganze Weile überlegt, was wir machen wollten. Wir haben dann die Schlösserfahrt für Mittwoch Abend so gebucht und von Katharinas Gutschein eine Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus für Donnerstag.

Erst wollten wir vor der Damperfahrt noch einmal ins Hotel und uns etwas wärmer anziehen, aber da wir nachmittags im Feierabendverkehr doch eine Weile zum Hotel brauchten, haben wir unseren Plan mal wieder geändert. Wir sind dann im Zentrum geblieben, haben für Katharina und mich im C & A Jacken gekauft und doch noch die Frauenkirche besucht. Dafür war dann Zeit. Zweimal haben wir den Plan schon nicht weiter verfolgt, da eine ziemlich lange Schlange am Eingang war. Aber am späten Nachmittag war sie dann nicht ganz so lang.
Auf der Stadtrundfahrt am nächsten Tag haben wir erfahren, dass 2/3 der benötigten Summe des Wiederaufbaus aus privaten Spenden zusammengekommen sind. Die Frauenkirche ist ein unheimlich tolles Gebäude. Als Steffen und ich mal gemeinsam in Dresden waren, war es noch eine Großbaustelle.
Auf den Brühlschen Terrassen haben wir im Schatten gewartet, dass die Zeit bis zum Beginn der Schlösserfahrt beginnt, dabei konnten wir einen Ballon beim Start beobachten.
Ich weiß gar nicht mehr, wann die Fahrt begonnen hat, aber schon eine Stunde vorher standen die Menschen am Anlieger an. Damit hätte ich beim besten Willen nicht gerechnet. Wir haben uns dann eben mit angestellt und auch noch gute Plätze bekommen. Wir saßen auf der Seite zur Mitte der Elbe und konnten so auf der Hinfahrt sehr gut die drei Elbschlösser sehen.
Majetätisch liegt die Elbe da und sieht eigentlich friedlich aus. Allerdings haben wir auch die Markierungen gesehen, wie hoch das Wasser 2002 und 2013 stand.
Die Waldschlösschenbrücke, ein Bauwerk mit unheimlichen Streitpotential und wegen dem Dresden den Welterbestatus aberkannt bekommen hat. Den Welterbetitel hat Dresden wegen des Elbtals und der Elbhänge bekommen, diesen dann aber wegen der Brücke verloren. Ich denke jedoch, dass die Brücke den Verkehr doch um einiges entlastet.

Irgendwann tauchte dann Schloss Pillnitz auf. Der Pianist meinte, wir würden die Vorbeifahrt an Pillnitz zelebrieren und ja, das hat er getan, er hat dazu das Lied aus "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" gespielt und es passte und war wirklich schön. Ich habe ja schon oft gesagt, dass mir das Romantik-Gen fehlt, ein Essen bei Kerzenschein ist so gar nichts für mich  (da sieht man ja nix) und Blumensträuße brauch ich auch nich (die machen nur Dreck)... Ich könnte die Liste noch unendlich fortsetzen, aber das mit Pillnitz war schon schön - und irgendwie romantisch.
Kurz hinter Schloss Pillnitz hat der Dampfer dann gewendet und so saßen wir auf der Rückseite auf der der Elbmitte abgewandten Seite und konnten sehr schön noch das Ufer ansehen. Schön waren die beleuchteten Brücken, allerdings war es gar nicht so einfach, davon ein Foto zu machen, schließlich hatte ich mich am Ende doch dagegen entschieden, den großen Fotoapparat mitzunehmen.
Auch die Waldschlösschenbrücke ist traumhaft schön beleuchtet. Das Foto gibt leider das wirkliche Licht und die Stimmung nicht wieder.
Am beeindruckendsten war aber dann das Panorama vom leuchtenden Dresden:
Einfach wunderschön, genau wie der gesamte Tag. Wir waren den ganzen Tag unterwegs und sind nach dem Ende der Fahrt auf direktem Weg zum Auto gegangen und ins Hotel gefahren. Wir waren einfach alle platt, aber hey, bei Yenidze muss ich noch einmal kurz anhalten:
Als Steffen und ich das erste Mal in Dresden waren, das muss irgendwann in den 90er Jahren gewesen sein, haben wir Yenidze durch Zufall entdeckt und seitdem "begleitet" uns dieses wundervolle Gebäude durch unsere Aufenthalte in Dresden. 1909 wurde das Gebäude vom Tabafabrikanten Hugo Zietz errichten lassen. Dort befand sich seine Tabakfabrik. Da die Stadt Dresden zur damaligen Zeit keine erkennbaren Industriebauten in der Stadt erlaubte und er den Orient mochte, ließ er das Fabrikgebäude als Moschee errichten. Der Schornstein ist als Minarett getarnt. Im Dunkeln wird die Kuppel von innen angeleuchtet, was natürlich unheimlich toll aussieht. Heute beherbergt das Gebäude Büros und in der Kuppel ein Restaurant.
Ja, unser zweiter Tag in Dresden war übervoll gepackt, aber es war ein schöner Tag. Schade, dass es dann am Donnerstag schon wieder Abschiednehmen hieß.

3 Kommentare:

  1. Liebe Viola, tolle Bilder sind das!!! Besonders die Nachtbilder finde ich gelungen! Ich finde es ganz erstaunlich, dass Katharina sich so sehr für die alten Meister interessiert und ihr dieses Interesse auch füttert, großartig!!!
    Habt einen feinen Sonntag, liebe Grüße an alle
    Katrin

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  2. Liebe Viola,
    ein erlebnisreicher Tag war das. Und wunderschöne Bilder zeigst du uns. Ich finde es auch toll, dass ihr Katharina mit in die Museen nehmt. So kann man rechtzeitig das Interesse an der Kunst wecken.
    Liebe Grüße
    Renate

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  3. welch ein schöner Bericht über Dresden, diese Stadt möchte ich auch noch gerne länger besuchen, wenn ich dazu in deinen Berichte lese , braucht es wirklich Zeit,
    meine letzt Resie dahin ist schon so lange her, da war noch vieles im Aufbau liebe Grüße von Frauke

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