Eigentlich wollte ich ja schon am letzten Wochenende über meine Woche in Leipzig berichten, aber durch meine Freude und Euphorie über die Teilnahme an wirklich vier Präsenzphasen ist mein Beitrag zu unendlich lang geworden, dass ich mir den Rest von Leipzig für später aufgehoben habe. 😉
Ich hatte mir für Leipzig wieder Sachen zum Handarbeiten mitgenommen, da ich ja schließlich schon das dritte Mal innerhalb von 1 1/4 Jahren in Leipzig war und ich daher nicht so richtig einen Plan hatte, was ich nach dem Unterricht machen wollte. Dieses Mal hatte ich mir wieder was zum Applizieren einpackt, mal wieder mit Wollfilz. Das habe ich lange nicht gemacht. Vor einiger Zeit hatte ich im Netz den Quilt Nature's Notebook gesehen, der hatte es mir angetan und so habe ich bekommen, Stoffe von Tim Holtz dafür zu sammeln. Manche der Stoffe habe ich so nicht mehr bekommen, aber die habe ich dann eben einfach ersetzt. Inzwischen habe ich eine gute Sammlung dieser Stoffe zusammen und so kam die Idee, dass ich ja an diesem Quilt arbeiten könnte. Die Motive, die ich applizieren wollte, wollte ich aus einer Anleitung von MJJenekDesigns nehmen. Die Anleitung für den Quilt Botanical Quilt liegt auch schon gefühlt Jahre hier.
So habe ich dann als erstes meine Sachen zum Handarbeiten vorbereitet und in meinen Koffer gepackt. Allerdings habe ich weit weniger daran gearbeitet, als gedacht, denn der Tisch im Zimmer war arg klein und auch das Licht war nicht ganz so gut.
Und dann hatte ich doch auch noch einige Farben vergessen einzupacken. Aber das war gar nicht schlimm. Ich denke, auch so kann man erkennen, in welche Richtung der Quilt gehen wird.
Einen weiteren Block habe ich noch begonnen, aber auch mit dem bin ich nicht fertig geworden, zum einen war der vorbereitetet Hintergrund zu klein und zu anderen fehlte auch hier braun.
Dieser Quilt wird dann mein Sofa- und/oder Balkonprojekt für dieses Jahr werden. Da nun das Ende des Fernstudiums in greifbare Nähe gerückt ist und es sich dann bei mir wieder ein wenig normalisiert, habe ich schon einmal die Sachen für den Quilt zusammengepackt und in den schwarzen Rollwagen mit in's Wohnzimmer genommen. Ich bin zuversichtlich, dass ich bald wieder ein wenig daran arbeiten kann - und wenn es immer nur ein klein wenig ist.
Ansonsten war ich nach dem Unterricht wieder viel unterwegs, schließlich musste ich mir ja immer was zum Abendessen besorgen. Bis auf einen Tag hatten wir immer bis 16, 16.30 Uhr Unterricht, so dass ich eigentlich fast immer erst zur Blauen Stunde losgehen konnte. Am Mittwoch habe ich es aber dann doch geschafft, mir das Bundesverwaltungsgericht anzusehen. Das Gebäude kann man zu den Öffnungszeiten täglich bis 16 Uhr besichtigen, ohne Anmeldung. Das stand auf jeden Fall auch auf meinem Plan und ich muss sagen, es hat sich sowas von gelohnt.
Die Kuppelhalle, die Haupttreppe und die Galerie können während der Öffnungszeiten besichtigt werden. 1895 wurde das Reichsgerichtsgebäude durch Wilhelm II. eingeweiht. Es ist, laut der Seite des Bundesverwaltungsgerichts, wohl eines der beeindruckendsten Gerichtsgebäude Deutschlands. Wenn ich an meinen Besuch zurückdenke, mag ich das sehr gern glauben.
Auch der große Sitzungssaal kann besichtigt werden.
Auf den Fenstern finden sich die Wappen derjenigen Städte, in denen zur Zeit der Gründung des Reichsgerichts Oberlandesgerichte ihren Sitz hatten. Es sind auch Wappen von Städten enthalten, die heute nicht mehr zu Deutschland gehören. Zu DDR-Zeiten war in diesem Saal das Dimitroff-Museum untergebracht, denn hier fand 1933 der Prozess gegen diejenigen statt, welche wegen des Brandes im Reichtstag angeklagt waren. Bis auf einen wurden alle, unter anderen auch Dimitroff, freigesprochen.
1992, nach der Wende, wurde empfohlen, dass das Bundesverwaltungsgericht von Berlin nach Leipzig umzieht, 1997 hat der Bundestag Leipzig endgültig als neuen Sitz bestimmt. 1998 begann der Umbau und die Sanierung des Gebäudes und 2002 zog dann das Gericht nach Leipzig um. Ich hatte mich noch sehr lange mit einem Wachmann im Gebäude unterhalten, der mir unter anderem erzählte, dass das Bundesverwaltungsgericht das erste Gericht in Deutschland ist, welches komplett die elektronische Akte hat. Dort wird - bis auf gaaaanz große Pläne - nichts mehr in Papierform, sondern alles nur noch elektronisch eingericht.
Solltet ihr mal in Leipzig sein, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. In diesem Jahr gibt es wohl auch einen Tag der offenen Tür, an welchem man auch Räume sehen kann, die man sonst nur im Rahmen einer Führung besichtigen kann.
Natürlich war ich auch immer wieder an und in der Peterskirche. Sie begleitet mich irgendwie durch meine Leipziger Zeit.
Mal am Abend,
mal am Morgen,
mal mit Sonne,
mal mit Schnee.
Und immer wieder ziehen mich die Fenster in ihren Bann.

Überhaupt ist die Stadt zur blauen Stunde faszinierend, die Lichter gehen an und es legt sich irgendetwas über den sonst vielen Trubel, als ob es etwas zur Ruhe kommen will. Aber nur will, denn wirklich ruhiger wird es nicht so richtig. Während bei uns zu Hause abends die Bürgersteige hochgeklappt werden und man dann fast allein auf der Straße ist, ist es in einer Großstadt ganz anders. Ich möchte dort nicht leben, aber für ein paar Tage ist es schon einmal interessant zu sehen - und zu fotografieren:
Leider wird es im Januar noch recht schnell dunkel und ich habe ja immer nur mein Handy dabei, aber ich finde, die Bilder sind trotzdem schön geworden und zeigen ein wenig von der Faszination Licht.
Ich bin aber nicht nur so durch die Stadt gelaufen, ich habe mir auch zwei Museen angesehen, zum einen war ich einmal allein im Grassimuseum und dann im Museum der Bildenden Künste. Da ich im Grassimuseum nur einen kleinen Teil der Dauerausstellung zur Angewandten Kunst sehen konnte, sind wir Sonnabend, als Steffen und Katharina mich nach der Klausur abgeholt haben, noch einmal dorthhin gefahren und haben uns gemeinsam den Rest angesehen. Davon erzähle ich aber ein einem extra Beitrag. Das haben beide Museen verdient.
Danke für den schönen Einblick in deine Woche. Leipzig ist eine Stadt, die viele Gesichter hat. Ich habe ja auch dort studiert und kann mich am meisten an driste, dunkle Häuserzeilen erinnern. Dort , wo das Stadtleben nicht gerade pulsierte, war es leider nicht schön. Ich war schon viele Jahre nicht mehr da und hoffe, dass nicht nur die Sehenswürdigkeiten einen schönen "Anstrich" bekommen haben. Übrigens, der Hintergrundstoff vom neuen Projekt ist der Oberhammer. LG von Rela
AntwortenLöschenLiebe Viola, vielen Dank für diesen schönen Blick auf Leipzig! Obwohl ich schon oft in der Stadt war, habe ich solche Einblicke wie Du noch nie gehabt, Dresden stand meist mehr im Fokus.... Welche Serie von Tim Holtz benutzt Du? Ich habe hier eine ältere Serie liegen, vielleicht ist da was für Dich dabei?
AntwortenLöschenGanz liebe Grüße an Dich und die Deinen
Katrin
Danke für die tollen Fotos und bald ist die Weiterbildung geschafft :)
AntwortenLöschenLiebe Viola,
AntwortenLöschenschade, in Leipzig bin ich noch nicht gewesen. Das hätte mich auch interessiert.
Liebe Grüße
Renate
Liebe Viola,
AntwortenLöschenich bin ganz hin und weg! was hast Du Dir denn da wieder für einen schönen Quilt ausgesucht. Bin gerade mal allen drei Links gefolgt. Da muss ich stark bleiben... *lach*
Leipzig ist zu jeder Zeit sehenswert. Aber mir geht es wie Dir: zum Anschauen ja, aber zum Leben nein.
Wir waren letzte Woche in Frankfurt. Da ist dieses Gefühl ja auch sehr deutlich. Aber wir haben die Feininger Ausstellung gesehen!
LG
Elke