Am vergangenen Donnerstag war bei uns in Sachsen-Anhalt Reformationstag. Auch wenn die wenigstens der Bevölkerung bei uns christlich sind, ist das bei uns ein Feiertag, was bestimmt auch damit zusammenhängt, dass Sachsen-Anhalt die Wiege der Reformation ist. Ich lege auch immer sehr viel Wert darauf, den Kindern (nun ja nur noch Katharina, die beiden Jungs sollten es inzwischen wissen) zu erklären, dass wir Reformationstag und nicht Halloween feiern. Auch wenn man nicht glaubt, gehört das für mich zum Allgemeinwissen dazu. Unabhängig von Reformationstag oder Halloween: Ich habe mich wahnsinnig auf den Feiertag gefreut und noch mehr auf den sich anschließenden Brückentag. Ich hatte mir nämlich ganz, ganz viel vorgenommen: Einen weiteren großen Gelmerodaquilt wollte ich anfangen.
Die Idee dazu geistert ja schon in meinem Kopf rum, seitdem ich meinen ersten Großen beendet habe. Wobei ich in dem Beitrag von zwei Quilts geschrieben habe. Ich muss zu meiner Schaden gestehen, dass mir der dritte, den ich nähen wollte, momentan eher nicht einfällt...
Ich hatte mich schon eine Weile auf den freien Tag vorbereitet: Das Bild war aus einem Buch abfotografiert und als Poster bestellt, Stoffe lagen bereit, ebenso Hintergrund und Vlies. Fehlte nur noch der freie Tag. 😂
Meine Wahl fiel auf Gelmeroda XII, die Farben hatten mich in ihren Bann gezogen und ich fand es spannend, die Kirche aus beiden Ansichten zu nähen: Einmal vom Turm aus gesehen, einmal von der Seite aus gesehen.
Und dann trat schon das erste Problem auf, denn auf Grund der Tatsache, dass ich das Bild aus einem Buch abfotografiert hatte, war es ziemlich dunkel und ich konnte die Linien, insbesondere im unteren Bereich, nicht durch das Transparentpapier sehen.
Ich habe dann erst einmal alle Linien mit einem Edding nachgezogen. Leider hatte ich nur einen schwarzen da und so konnte ich die Konturen noch immer nicht wirklich sehen. Aber ich fand, das Bild bekam dadurch irgendwas:
Ich wusste nicht so recht, wie ich nun weitermachen sollte und habe - wie ich das in solchen Situationen oft mach - das gesamte Projekt in Frage gestellt. Ich habe dann aber nicht aufgegeben, sondern mich dazu entschieden, das Poster immer peu á peu in seine Einzelteile zu zerschneiden, diese dann aus dem passenden Stoff auszuschneiden und auf den Hintergrundstoff aufzulegen.
Ja, so wird es funktionieren und nachdem die ersten Hürden überwunden waren, lief es nur so und das Grundgerüst meines Quilts war relativ schnell erstellt. Ich hatte mir im Vorfeld die Maß wieder auf den Hintergrundstoff aufgezeichnet, so hatte ich die Begrenzungen meines Tops und wusste, wo ich die Stoffe auflegen musste. Mein Quilt nahm immer mehr Gestalt an.
Da ich den Quilt wieder aus Oakshots nähe und diese ja auf Grund der Webart ziemlich ausfransen, habe ich dieses Mal die Nahtzugaben ein wenig größer gelassen. Beim letzten Quilt waren diese manchmal ein wenig knapp bemessen. Zum Glück habe ich den Quilt von außen nach innen gearbeitet, so habe ich nämlich irgendwann bemerkt, dass ich mit meinem Platz im Inneren nicht hinkomme, mir fehlten gut zehn Zentimeter:
Erst wollte ich es so belassen, aber dann hätte ein entscheidendes Detail, nämlich das relativ helle Viereck am linken Rand gefehlt. Das wollte ich nicht, denn ich finde, das ist schon wichtig. Also habe ich meine Teile links alle noch einmal entfernt und ein ganzes Stück nach links versetzt. Zuerst hatte ich angenommen, dass es an der Nahtzugabe liegt, aber ich vermute inzwischen, dass ich mich beim Aufzeichnen des Rahmens einfach vermessen habe.
Gegen 19 Uhr war ich dann mit meinem Top fertig, alle Teile waren an der richtigen Stelle fixiert und es ging an's Aufräumen. Danke an meinen allerliebsten Ehemann, dass ich einen ganzen Tag lang hemmungslos Chaos im Wohnzimmer verbreiten durfte.
Der Tag war unheimlich anstrengend, ich habe am Ende jeden einzelnen Knochen und Muskel gespürt, aber ich war sowas von zufrieden und glücklich. 😍😍😍
Oh liebe Viola, das ist ein Traum! Und Deine Vorgehensweise absolut logisch und nachvollziehbar.
AntwortenLöschenRichtig, richtig schön!!!
Hab einen schönen Sonntag, alles Liebe
Katrin
Vielen Dank, liebe Viola, für den kleinen Kurs, den du uns jetzt gegeben hast. Alles sehr logisch und durchdacht. Wusstest du eigentlich, dass es im Weimarer Land auch einen Feinigerturm gibt?
AntwortenLöschenViele Grüße auch an deinen verständnisvollen Mann. Das muss ich von meinem Herrn L. auch sagen. Eine Patchworkerin ist nur dann glücklich, wenn sie so einen Mann im Hintergrund hat. Liebe Grüße von Rela
Ist das nicht Gelmeroda?
LöschenLiebe Viola,
AntwortenLöschendas war ja mal wieder eine sehr schnelle Sache! Auch wenn Du den ganzen Tag daran gewerkelt hast - das hätte bei mir einen Monat gedauert... Interessante Technik. Und der Quilt wird ganz toll werden!
Wo hängst Du die denn dann alle hin? Ich musste ja mit dem Wetter aufhören weil das Treppenhaus voll war! *lach*
LG
Elke
Liebe Viola, du hast die Vorgehensweise wieder mal sehr folgerichtig erarbeitet. Deine Anstrengung wurde belohnt und ich kann deine Zufriedenheit direkt nachfühlen. LG eSTe
AntwortenLöschenLiebe Viola, spannend, wie du das Thema angegangen bist. Dazu gehört schon sehr viel Geduld, dass alles umzusetzen.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Renate