Im November sind noch drei weitere Gelmerodaquilts entstanden. Endlich ist nun auch der Düsseldorf-Kirchenfensterquilt fertig geworden. Das Top hatte ich ja schon Anfang September genäht, als ich den neuen Gelmerodaschnitt getestet habe. Seitdem lag das fertige Top, mal auf dem Zuschneidetisch, mal auf dem Bett, mal auf dem Hocker. Irgendwann hatte ich es so unterge"müllt", dass ich gar nicht mehr wusste, wo es war. Also habe ich das Top auch endlich mal zum Quilt verarbeitet.
Der Quilt ist völlig unspektakulär gequiltet, einfach nur in der Naht. Es sollte nichts von den Farben ablenken. Dieses Fenster war Vorlage für den Quilt:
Die außergewöhnlichen Farben kann man gut in dem Ausschnitt erkennen. Diese außergewöhnlichen Fenster haben wir in Düsseldorf in der Basilika St. Lambertus gesehen. An unserem ersten Tag in
Düsseldorf hatten wir eine Schnipseljagd in der Innenstadt gemacht und sind dabei auch an der Kirche vorbeigekommen. Am zweiten Tag hatten wir zwischen dem Rheinturm und dem Museum noch ein wenig Zeit und sind dann wieder an der Kirche vorbeigegangen und haben sie dann besucht. Das war, wie man sieht, eine gute Idee.
Ein weiterer Quilt war eine spontan Überlegung. Bei einem ehemaligen Trainer habe ich im Whatsapp-Status ein wunderbares Foto der Stabkirche von Hahnenklee gesehen. Vor dem Altar hing ein ein textiles Werkstück in Farben, die geradezu nach einen Gelmerodaquilt schrieen. Dem konnte ich mich doch nicht verschließen.
Man sieht, das Foto ist nicht von mir, sondern von Marian Pohle-Hindermann, ich habe ihn gefragt, und ja, ich darf es hier in meinem Blog zigen. Ich habe für diesen Quilt extra Stoffe bestellt (in letzter Zeit bin ich häufiger von meinem Vorsatz, nur handgefärbte Stoffe zu verwenden, abgewichen). Ich hatte so wunderschöne Webstoffe angezeigt bekommen, die schienen mir perfekt für diesen Quilt. Kombiniert habe ich diese mit Oakshots und japanischen Webstoffen. Dass ich eben genau diese Stoffe schon einmal gekauft und das beim Wegräumen der neuen Stoffe festgestellt habe, behalte ich jetzt mal für mich. 😂

Wie immer habe ich beim Nähen die Stoffauswahl ein wenig angepasst, eben so, wie es für den Quilt am besten ist. Beim Nähen hat sich das oft noch einmal verändert. Gleich an dem Tag, an dem das Paket mit den Stoffen kam, MUSSTE ich einfach mit dem Nähen anfangen, denn ich wollte doch sehen, ob meine Idee funktioniert. Ich habe genäht wie im Rausch und habe tatsächlich das Top an dem Abend fertig bekommen.
Zum Aufräumen hatte ich dann abends um halb elf keine Lust mehr, das konnte dann also getrost bei zum nächsten Tag warten. Meinen Quilt habe ich unterschiedlich gequiltet, mal mehr mal weniger.
Eine Weile habe ich überlegt, ob ich den Streifen aus dem Webstoff, bei dem die Übergänge zwar perfekt passen, nicht aber die geweben Streifen, aus dem Top heraustrenne. Ich habe mich dann aber dagegen entschieden, denn so hat das Teil ein wenig mehr Spannung. Durch das intensive Quilten an dieser Stelle sieht es nun sogar richtig gut aus.
Und noch ein weiterer Quilt ist in den letzten Tagen entstanden. Die Idee dazu kam mir, als wir in Jena in einer Ausstellung über DDR-Kunst waren, die im Depot des Museums gelagert wird.
"Soviel Silber im Grau" war eine sehr interessante Ausstellung und ich freue mich, dass ich sie mir ansehen konnte. Dort war unter anderem ein Bild ausgestellt, welches in zarten Farben gemalt war und mich sofort angesprochen hat.
Diesen Quilt habe ich ebenfalls aus Oakshot genäht, um wieder zu den Anfängen zurückzukehren, habe ich diese mit handgefärbten Stoffen gemischt. Das Foto hätte besser sein können, aber es gibt so wunderbar die Farben diesesm Gemäldes wieder.

Diesen Quilt habe ich ein wenig symbolhaft gequiltet. Als wir die Ausstellung besucht hatten, ging es mir nicht gut und die Zeit ist wie in weiche Watte getaucht, die Erinnerungen daran sind nur bruchstückhaft. Das ist ein seltsames, unheimliches Gefühl. Aber irgendwie hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon die Zuversicht, dass es irgendwann wieder besser werden wird. Und so ist es gekommen. Ich bin wohl immer noch gefährdet, wieder in alte Muster zu verfallen. Gerade in den letzten Wochen kam wieder das alte Gefühl auf. Ich habe dann versucht, einen Gang zurückzuschalten und die Dinge, die mich stressen, nicht zu machen. Das ist zwar für andere manchmal nicht so schön, aber ich muss auf mich aufpassen und gucken, dass ich nicht wieder krank werde.
So habe ich in meinen Quilt das Wort "Zuversicht" gequiltet. Klar, ich hätte es ein wenig schöner und zur anderen Seite lesbar quilten können, aber das war eine spontane Idee. Im Himmelbereich steigen luftige, geschwungene Linen auf. Für mich stehen sie für Leichtigkeit und Zuversicht. Ich mag meinen Quilt sehr, erinnert er mich doch an eine nicht so schöne Zeit, in der ich aber schöne Momente hatte und liebe Menschen an meiner Seite. 😍
Mit diesen Quilts, die ich in den letzten Tagen hier gezeigt habe, ist meine Sammlung auf sage und schreibe 46 (!) angewachsen. ein paar Ideen habe ich ja noch, als da wären der Monatsquilt für Dezember (47), ein Quilt für die Besuche in Babelsberg im KarLi (48), ein schwarz-weißer Quilt, schließlich hat Regina mit ihren Quilts den Anlass dazu gegeben (49), ein Mohnblumenquilt (50)...
Ich habe mir überlegt, aus den Quilts einen Kalender für mich zu machen. Zwölf Monate und ein Deckblatt könnte ich gestalten, wenn ich den Kalender im Querformat mache, sieht es bestimmt richtig gut aus, wenn jeden Monat vier Quilts auf dem Kalenderblatt sind. 13 mal 4 ergibt ungefähr 52, also kann ich noch zwei weitere Gelmerodaquilts nähen... 😍
Beide stark und ich finde den Webstoff perfekt gewählt.
AntwortenLöschenNana
Liebe Viola,
AntwortenLöschenich bewundere dich. Ein Quilt ist schöner als der andere. Und es macht einfach Spaß zu lesen, welche Gedanken die jeweiligen Werke hervorgebracht haben. Ein Kalender ist auf alle Fälle toll. Aber du solltest auch eine Ausstellung in Betracht ziehen.
Liebe Grüße
Renate