Ups, da habe ich es aber gerade so vor Tore Schluss geschafft, meinen 15. Block des Heimatquilts fertig zu bekommen. Naja, Sakralbauten brauchen eben ihre Zeit, der Magdeburger Dom wurde 150 Jahre lang gebaut, der Kölner Dom wurde ganze 632 Jahre gebaut und an der Sagrada Familia in Barcelona wird noch immer gebaut, also bin ich mit meiner kleinen Kirche in Anlehnung an die Kirche im Gelmeroda in guter Gesellschaft.
Gut, ich habe daran keine Jahre "gebaut", aber doch ein paar Tage. Ich weiß gar nicht, wann ich mich dazu entschieden habe, statt des Häuschens eine kleine Kirche zu nähen. Aber ich finde, die passt einfach besser in mein Tal. Was soll da ein einsames Häuschen stehen, aber eine kleine Kirche passt perfekt: So können Wanderer oder Bauarbeiter oder vielleicht die Bergleute dort innehalten.
Die kleine Kirche habe ich gezeichnet und dieses Mal sogar daran gedacht, meinen Block seitenverkehrt herum auszudrucken. Dazu habe ich dann meinen gezeichneten Block eingescannt und dann seitenverkehrt ausgedruckt. Schließlich sollte die Tür an der linken Seite der Kirche sein. Wär ja blöd, wenn die Besucher erst um die Kirche herumgehen müssten, um einzutreten.
Ich finde, je mehr Blöcke ich genäht habe, um so schwieriger wird die Farbauswahl. Wieder habe ich es so gemacht, dass ich die Nachbarblöcke ausgelegt habe und meine Stoffe immer passend dazu ausgesucht habe. Allerdings musste ich mich dann doch recht schnell von meinem leuchtend roten Kirchendach verabschieden, denn das hätte das Farbkonzept des Quilts durchbrochen.
Nein, das passt überhaupt nicht, also habe ich im altrosa Bereich nach einer passenden Dachfarbe geguckt.
Eine schöne Farbe habe ich gefunden, dass ich aber die Tür an die falsche Seite angenäht habe, ist mir da noch nicht aufgefallen. Erst als ich das Dach annähen wollte und es irgendwie komsich aussah, ist mir mein Fehler aufgefallen.
Also musste ich mal wieder trennen, aber danach sah meine Kirche viel besser aus. Für die linke Seite neben der Kirche habe ich oben zwei Flying Geese-Einheiten genäht, vor meiner Kirche steht eine Fichte. In meiner Heimat wuchsen mal ganz, ganz viele Fichten, da sie schnellwachsendes Holz haben, welches früher für den Bergbau zum Abstützen der Stollen verwendet worden ist. Waren die Wälder abgeholzt, wurde wieder mit Fichten aufgepflanzt. Vor hunderten Jahren war der Harz ein Mischwald, irgendwann waren es dann Fichtenmonokulturen, das Ergebnis dessen kann man jetzt ganz gut sehen. Den Wald, den ich von meiner Kindheit kenne, gibt es nicht mehr und so hat eine Fichte Eingang in meinen Block gefunden.
An der rechten Seite meiner Kirche steht ein "Rosenstock", der jetzt allerdings schon am Verblühen ist. Meine Kirche steht auf einer saftig grünen Wiese (ob das zum verblühenden Rosenstock passt, sei jetzt mal dahingestellt).
Allerdings habe ich meinen Block noch einmal aufgetrennt, denn die Teile oben rechts gefielen mir nicht. Da ich die Kirche nicht nach einem bestimmten Maß gezeichnet habe, passte diese nicht in das 3x3 Raster der bisherigen Blöcke. In der Gesamtheit der umliegende Blöcke fiel dieser Makel nicht so sehr auf...
...aber hey, wenn ich darüber schreibe, könnt ihr euch sicher vorstellen, dass ich das nochmal behoben habe. Das Trennen habe ich wieder nach meiner Methode gemacht: Nur das getrennt, was wirklich notwendig war. ;-)
Den schmalen lachsfarbigen Streifen musste ich einsetzen, damit ich auf die passende Breite komme, aber ich finde, so sieht der Block gut aus und damit kann ich gut leben.
Das ist nun schon der 15. Block, den ich hier zeige, nur noch fünf Blöcke trennen mich von dem Mittelteil des Quilts. Hach, ich freue mich...