Montag, 18. März 2024

Gelmeroda im März

Momentan machen im Netz viele Fotos vom Blauen See in seiner leuchtenden türkisen Farbe die Runde. Der Parkplatz und die Straße sind am Wochenende voll von parkenden Autos, von überall her scheinen die Besucher zu kommen. Ich wollte auch schon immer noch einmal zum Blauen See fahren und ihn in richtig türkis sehen, aber bislang hat uns der volle Parkplatz davon abgehalten. Wenn ich so etwas sehe, möchte ich es genießen können und meine Ruhe haben (hört sich jetzt bös an, ich weiß), aber der volle Blaue See ist für mich mit so viel Glück verbunden, das möchte ich in aller Ruhe und Stille genießen. Am Sonnabend war es dann noch einmal soweit, gleich frühmorgens bin ich losgefahren und gegen halb neun waren Katharina und ich fast ganz allein dort. Und es war unheimlich schön.

Ja, es ist ein Naturschauspiel und immer wieder schön anzusehen, erst recht, nach den vielen Jahren der Trockenheit, in denen der See recht leer war. 

Der See gab den Anstoß für einen weiteren Gelmerodaquilt. Den Märzquilt werde ich in braun, grün und weiß nähen, diese Farben verbinde ich mit dem beginnenden Frühjahr, direkt nach dem letzten Schnee. Der Quilt in türkis soll ein zusätzlicher Quilt werden, mit dem habe ich aber angefangen. Gleich nachdem wir am Sonnabend wieder zu Hause waren, noch vor dem Frühstück, habe ich geguckt, ob ich ausreichend Stoffe in türkis habe:
Als ich den letzten Quilt genäht hatte, war ich ja der Meinung, dass ich nun endlich das Programm verstanden habe, denn die Vorlage wurde tatsächlich so ausgedruckt, wie ich die Teile nummeriert habe. Diese Version habe ich gespeichert und dachte, dass ich den Schnitt dann auch wirklich wieder so ausdrucken kann, aber Pustekuchen: Es war wieder alles durcheinander. Ich verstehe es nicht! Zum Glück hatte ich beim letzten Mal die Datei gleich zweimal gedruckt, so konnte ich jetzt darauf zurückgreifen (ich habe die Vorlage aber kopiert, schließlich klappte das Drucken ja nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Leider bin ich mit meinem Quilt Sonnabend nicht fertig geworden, sonst wäre ich nämlich Sonntag früh gleich noch einmal zum Blauen See gefahren und hätte ihn fotografiert. So ist er erst Sonntag Nachmittag fertig geworden und da es schon recht später Nachmittag war, war ich zuversichtlich, dam Blauen See einen Parkplatz zu bekommen. Ich hatte mich extra farblich passend gekleidet, schließlich sollte alles stimmig sein:

Aber, was soll ich sagen: Keine Chance, weder vor noch nach dem Eisbecher. Na gut, dann eben nicht.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich es nicht noch einmal probiert hätte. Heute nach der Arbeit habe ich meinen Quilt und mein Stöckchen eingepackt und Steffen und ich sind noch einmals losgefahren und wir fahren fast allein dort. Der See lag ganz glatt dort, fast wie ein Spiegel, es war keine einzige Bewegung auf dem Wasser zu sehen. Das war fast noch schöner als am Sonnabend, denn da war es windig und es regnete auch immer wieder ein bisschen.

Und guckt doch mal, WIE perfekt mein Quilt zum See passt, wie dafür geschaffen:

Freitag, 15. März 2024

...und führe mich nicht in Versuchung...

Ich bekomme ja so gut wie keine Newsletter mehr, immer wenn dann doch einer kommt, bestelle ich ihn meist ab, denn da kommen immer so viele Verführungen, dass es schwer ist, denen zu widerstehen. Aber das klappt natürlich nicht immer, der ein oder andere schafft es dann doch in meinen Kopf. 

Waren es früher hauptsächlich Newsletter, die mich verführt haben, so ist es nun meist Facebook oder - und das eigentlich viel häufiger - Instagram. Beide Seiten, wie das gesamte Internet, haben ja die Angewohnheit, einem immer die Dinge vorzuschlagen, die einem gefallen, auf Facebook sind das momentan Seiten über Leipzig, Hamburg und - eine weitere Verführung, aber lange nicht so extrem, wie Quiltiges - Pandora. Auf Instagram ist es doch noch mehr Quiltiges und Stoffiges, was mir dort angezeigt wird. Wahrscheinlich habe ich auf Facebook durch meine Aufenthalte in Hamburg und Leipzig zu oft nach diesen Worten gesucht und Beiträge geliked, die sich mit den Orten beschäftigt haben... Noch unheimlicher finde ich es aber, wenn ich plötzlich Beiträge zu Themen angezeigt bekommen, über die wir lediglich zu Hause gesprochen haben und zu denen ich definitv nichts gesucht habe. Mir ging es auch schon so, dass ich über etwas nachgedacht habe und plötzlich war es in meiner Timeline. Das war sicher wirklich purer Zufall, aber die Werbung zu Sachen, über die wir zu Hause sprechen, finde ich einfach nur gruselig. Und nein, ich habe keine Alexa. Ups, ich schweife ab.

Instagram zeigt mir also hauptsächlich Beiträge zu Handarbeitsthemen, vornehmlich natürlich Beiträge zum Quilten und da war dann eben plötzlich ein Beitrag von, ja, von wem eigentlich (?), der einen neuen Bom angekündigt hat. Schlagartig war ich verliebt, denn die Muster dieses Reihenquilts erinnerten mich an Art Déco und damit an das Grassimuseum (womit ich wieder beim Thema Leipzig wäre). Sofort habe ich mich für den Quilt angemeldet.

Dieser Quilt musste es einfach sein und so habe ich mich angemeldet. Schon kurz danach bekam ich eine E-Mail mit den Einführungsunterlagen, dem Stoffverbrauch und weiteren Farbvarianten. Ich wusste von Anfang an, dass ich den Quilt in den Tönen der Pfeierhalle des Grassimuseums nähen möchte. Dieser Raum hat mich sowas von beeindruckt, das hallt noch immer nach.

Diese Symmetrie, die wunderschönen Farben, das warme Licht, die Übereinstimmung von Boden- und Deckenmuster, die Form der Lampen, einfach alles ist wunderschön. Und so stand schnell fest, dass ich blau, rot, beige Stoffe brauche.
Ich hatte dann überlegt, den Quilt in Oakshotstoffen zu nähen. Anfang März war ich ja noch einmal für zwei Tage in Leipzig und hatte dort ausreichend Zeit und habe nach den Stoffen gesucht. Es ist immer gar nicht so einfach, am PC oder Handy die Farbe der Stoffe richtig einzuschätzen, meist kommt was ganz anderes an, als ich mir vorgestellt habe. Die Stoffe, die ich bestellt hatte, gefielen mir nur zur Hälfte, es war eben das Problem, dass ich die Farben nicht richtig einschätzen konnte. Durch die Webart und die unterschiedlich farbigen Kett- und Schussfäden schimmern die Stoffe sehr schön, haben aber auch ihren Preis - und so habe ich mich dann doch dagegen entschieden.
 
Gut, das war also der erste Versuch. Ich habe dann eine Weile überlegt, welche Stoffe ich nehmen könnte und eigentlich blieben nur wirkliche Unistoffe über. Also Kona Cotton. Aber auch da habe ich wieder das Problem mit den Farben am Bildschirm. Ich meine, ich hatte mal eine Farbkarte von Kona, aber trotz sehr intensiver Suche konnte ich sie nicht finden. Eine neue wollte ich nicht kaufen, das Geld konnte ich ja gut in Stoff investieren. Ich habe dann bei Millers Quilting Farbmuster von Kona Stoffen gefunden, was Quadrate waren, die auf einer großen Sicherheitsnadel aufgefädelt waren. Diese habe ich mir dann bestellt, um damit die Stoffe auszusuchen.
Und schon trat das nächste Problem zu Tage: Mit den aufgedruckten Nummern ließen sich die Stoffe ausschließlich bei Millers Quiting finden und sie hatten leider nicht alle Stoffe vorrätig. So habe ich dann in drei verschiedenen Shops die Stoffe zusammengesucht und -bestellt. 
 
Heute kamen meine Stoffe an und ich habe wirklich an mir gezweifelt, wie konnte ich nur so etwas machen: Zwei der roten Stoffe unterscheiden sich kaum. Ich habe lange überlegt, ob ich das mir wirklich so ausgesucht hatte. Nein, hatte ich nicht. Den Stoff mit der Nummer 024 gab es bei Millers Quilting nicht. Also habe ich dann im Netz danach gesucht und einen Shop gefunden, der den Kona mit der Nummer 024 als Ruby bezeichnet hatte. Den habe ich dann bestellt. 

Ich habe dann heute noch einmal nach dem Stoff gesucht und gefunden, dass die Nummer 024 Crimson heißt. Ähm ja, ich habe dann heute noch einmal Stoff bestellt, mehr, als ich eigentlich bräuchte, denn der Mindestbestellwert von 15 Euro war mit meiner eigentlich benötigten Stoffmenge noch nicht erreicht. 😏Nunja, es ist ja nicht verkehrt, ein bisschen Stoff auf Vorrat zu haben, falls bei dem Quilt irgendein Malheur passieren sollte (nach der Vorgeschichte wäre das vielleicht nicht undenkbar).

Die Blöcke des Quilts werden auf Papier genäht und appliziert. Ich werde den Quilt wieder nur in halber Größe nähen. Ich möchte daraus einen Wandquilt machen, vielleicht in einem etwas anderen Format, nicht so hochformatig, aber das werde ich dann beim Nähen sehen. Ich bin schon sehr auf die ersten Blöcke gespannt.Wobei es aber durchaus sein kann, dass ich diese erste Ende April nähe, da ich Mitte April ja meine Abschlussprüfung habe und dafür nun auch lernen muss.

Auf jeden Fall freue ich mich, dass Instagram so nett war, mir diesen tollen Bom zu zeigen! 😍

Samstag, 9. März 2024

Drei Jahre sind eine lange Zeit

Und manches muss eben nach langer Zeit geändert werden, besonders dann, wenn es nicht mehr schön ist. Ja, genauso war es mit meinem Portemonnaie, welches ich mir vor fast genau drei Jahren zum Beginn meiner neuen Arbeit genäht habe. Ich habe mir gerade noch einmal meinen alten Beitrag angesehen, insebsondere über den Schlusssatz musste ich schmunzeln: " Und irgendwie scheine ich mir treu zu bleiben: Neuer Start in den Berufsalltag = neues Portemonnaie... 😂". Naja, keine Regel ohne Ausnahme, denn ich habe nicht wirklich vor, mich schon wieder beruflich zuu verändern, denn ich bin glücklich auf meiner - nun schon nicht  mehr neuen - Arbeit. Aber das Portemonnaie musste wirklich ein neues werden:

Und außerdem brauchte ich ein wenig Abwechslung von meiner Beschäftigung heute früh:

Also habe ich meine Schulsachen schnell beiseite geräumt und das Nähset hervor geholt, welches schon seit einer ganzen Weile im Schrank stand. Das Set muss schon so lange im Schrank stehen, dass ich völlig vergessen habe, welche Stoffe es waren. Ich hatte ein braunes Portemonnaie erwartet, passend zu meiner Tasche (die auch schon in die Jahre gekommen ist, schließlich nutze ich die auch jeden Tag). Als ich die Federstoffe und den grauen Innenstoff gesehen habe, war ich schon ziemlich irritiert. Aber eigentlich ist es ja egal, welche Stoffe es nun sind.

Wie immer in den Nähsets sind die Stoffe schon fertig zugeschnitten und die Nähmaterialien abschnittsweise zusammengelegt. Inzwischen bin ich mit den Sets schon gut vertraut, habe ich doch schon das ein oder andere davon genäht. Mit meinem Portemonnaie bin ich auch heute fertig geworden und es passt zu meiner Bauchtasche (es kann gut sein, dass ich beide Sets zusammen bestellt habe).
Ein kleiner Fehler ist mir offenbar beim Annähen des Kartenfachs passiert, denn das müsste noch ein kleines Stück weiter unten sitzen, denn dann ist es einfacher, in das dahinter liegende Fach zu greifen.
Aber gut, nun ist es eben so, das kann ich nicht mehr ändern. Aber es stört nur ein ganz klein wenig und sicher gewöhne ich mich daran. Das Portemonnaie passt toll zu meiner Bauchtasche, es sieht richtig gut zusammen aus. Beides werde ich heute abend ausführen, wenn wir zum Fußball fahren.

Samstag, 2. März 2024

Und schon ist März

Habt vielen Dank für eure lieben Kommentare, leider bin ich in letzter Zeit zu so gut wie gar nichts gekommen. Schwupps, einmal umgedreht und der Tag ist vorbei. Ich verstehe das gar nicht. Und nun ist schon wieder März und der April rückt immer näher. Und dann wird es ernst. Ich habe schon ganz schön Bammel vor den Prüfungen und nerve mein Umfeld damit bestimmt auch sehr doll. Ich habe einfach Sorge, es nicht zu schaffen. Sicher haben die beiden letzten Noten ihren Teil dazu beigetragen. Ich sitze auch schon immer ganz fleißig und bereite mich auf die Prüfungen vor, gut sechs Wochen habe ich ja noch. Es fragte jemand, warum bei uns die vier befriedigend ist. Unsere Noten gehen tatsächlich bis zur 7, ich weiß nicht, warum das so ist. In den Einsendearbeiten und Klausuren war alles bis einschließlich fünf bestanden. Wie das in den Prüfungen ist, weiß ich noch nicht.

Gestern habe ich den dritten Block für den Greenhouse Garden Quilt bekommen. Erst wusste ich mit der E-Mail nicht wirklich was anzufangen, aber dann fiel der Groschen in halben Pfenningen und ich habe mitbekommen, dass es Block drei ist. Die Blöcke sind wirklich immer einfach zu nähen, gerade das Richtige für mal eben zwischendurch.

Ich nähe den Quilt nur in halber Größe, in der ursprünglichen Größe fand ich ihn für uns zu groß, mein Plan ist, dass es ein Wandquilt wird. Ich hoffe, dass der dafür ausgesuchte Platz dann auch reicht. Denn darüber habe ich mir im Vorfeld mal wieder keine Gedanken gemacht... ...Ich habe gerade mal auf der Seite nach den Größen geguckt, wenn ich Glück habe, passt der fertige Quilt an die vorgesehene Stelle... 😂 Naja und wenn nicht, lasse ich mir eben was einfallen.

Block 3. Wie gesagt, schwer zu nähen sind die Blöcke nicht, die Teile sind schon relativ groß, obwohl ich die Blöcke um 50 % verkleinert nähe. Aber ich finde, gerade die Einfachheit hat was Faszinierendes. Ich habe gerade mal nachgemessen, meine Blöcke sind ca. 25,5 x 16,5 cm groß. Genäht wird ja in Inch, aber ich hatte gerade nur einen Zollstock da und der hat nur eine cm-Einteilung. 😂
Ich muss sagen, ich freue mich auf mein fertiges Gewächshaus, aber das dauert ja dann noch bis zum Ende des Jahres. Bei Gewächshaus muss ich an unseren 3-Tages-Ausflug nach Berlin denken. Im Februar waren Steffen und ich drei Tage in Berlin. Er hatte noch einmal Karten für ein Depeche-Mode-Konzert kaufen können. Wir hatten nach dem Konzert in Leipzig gesagt, dass wir beim nächsten Mal übernachen würden und so haben wir einen winzig kleinen Kurzurlaub daraus gemacht.

Und da erwies es sich zum Beispiel als Vorteil, dass nun beide Jungs wieder zu Hause wohnen, denn so war immer jemand da, der auf Katharina aufgepasst hat. Am Montag sind wir nach Berlin gefahren und haben auf dem Weg dorthin in Potsdam angehalten und haben uns im Museum Barberini die Munch-Ausstellung angesehen. Absolut sehenswert, auch wenn ich mit dem, wie man dort im Museum geleitet wird, immer so meine Probleme habe. Aber das ist ja egal, die Bilder waren sehenswert und die Impressionisten, die dort hängen, sowieso.
Dienstag Abend war das Konzert und vorher waren wir im Botanischen Garten in den Gewächshäusern. Ich weiß gar nicht, wie wir darauf gekommen sind, aber es war so wunderschön dort. Selbst Steffen hat geschwärmt und gesagt, dass wir da unbedingt noch einmal hinfahren müssen, wenn auch der Garten selbst ein wenig mehr blüht als im Februar.
 
Die Gewächshäuser sind alle miteinander verbunden. Ich glaube, das mittlere auf dem Bild war das Haupthaus und von dort gingen dann immer die kleineren Häuser ab. Es war wie ein Rundgang gestaltet, am Ende kamen wir wieder im Haupthaus an. Es war eine Reise in eine andere Welt, es war wunderschön und die Pflanzen einfach faszinierend. Da wir mitten in der Woche dort waren, war vielleicht auch nicht ganz so viel Trubel.
Besonders toll fand ich es auch im Kamelienhaus, dort blühten gerade ganz viele der Kamelien und es duftete dort.
Meine Mutter hatte früher auch eine Kamelie, ich weiß gar nicht, ob es die noch gibt. Da muss ich glatt mal nach fragen. Ich kann mich erinnern, dass sie die gehegt und gepflegt hat. Ich glaube, das war, als ich Kind war, etwas Besonderes. Im Gewächshaus habe ich auch gesehen, dass Affenbrotbäume blühen können:
Wahnsinn, oder? Ich wäre im Moment froh, wenn unser einer Baum nicht eingehen würde. Den hat Katarina von meiner Mutter geschenkt bekommen, da waren beide noch winzig klein und über die Jahre ist er zu einem stattlichen Bäumen herangewachen. Seit diesem Herbst/Winter verliert er aber immer Blätter. Als ich ihn nach dem Sommer vom Balkon in's Wohnzimmer geholt habe, war er noch ganz dicht beblättert, zwischenzeitlich kann man gut durchgucken. Meine letzte Hoffnung war nun, dass er in der Wohnung vielleicht zu dunkel steht (für die Fensterbänke ist er nun viel zu groß) und Licht braucht. Daher habe ich vor einer Woche eine Pflanzenlampe gekauft und lasse ihn nun beleuchten. Ich hoffe, dass er sich wieder erholt. Ein Affenbrotbaum ist nun nicht die super Pflanze, aber unser Herz hängt daran.

Dienstag Abend war dann das Konzert in der Mercedes-Benz-Arena. Ich bin ja nicht wirklich der DM-Fan und fahre wegen Steffen mit, weil es zu zweit einfach mehr Spaß macht. Nach dem Konzert in Leipzig war ich, ehrlich gesagt, bedient, weil es auf der Festwiese einfach nicht schön ist, die Abfahrt nach dem Konzert chaotisch war, wobei wir aber noch Glück hatten und eine Straßenbahn erwischt hatten. Egal, ich habe mich noch einmal auf Berlin eingelassen und muss sagen, es war wunderschön, auch für mich als Nicht-Fan. Ich fühle mich auch schon in dem Alter, wo mir ein Sitzplatz lieber ist, als stundenlang zu stehen. Wir hatten gute Plätze und ich konnte tatsächlich die Band sehen und das auch ohne Leinwand.

Steffen hat endlich zum Shirt die passende Jacke bekommen und war happy.
Zu Anfang war es noch richtig leer, aber es füllt sich dann und am Ende waren tatsächlich alle Plätze belegt.
Es war ein sehr schönes Konzert und am allerschönsten fand ich, dass auch mal ein paar andere Lieder gespielt worden sind, unter anderem auch "Somebody", das mag ich besonders gern. 

Am Mittwoch hieß es dann schon wieder Abschied  nehmen. Wir sind aber nicht gleich nach Hause gefahren, sondern haben uns in Berlin noch die Ausstellung "Die gerettete Moderne" angesehen. Davon hatte ich auf Facebook (?) gelesen. Im Kupferstichkabinett in Berlin wurden Drucke und Grafiken gezeigt, welche vor der Aktion, in welcher die Nazis entartete Kunst aus den Museen entfernt hatten, gerettet werden konnten. In einer mutigen Tat hatte der damalige Museumsdirektor den Leuten, die die Kunst ausschten, andere, in seinen Augen entbehrlichere Werke, vorgelegt bzw. hatte er Werke woanders einsortiert. Die Leute hatten offenbar von Kunst nicht so viel Ahnung, das Kupferstichkabinett hatte auch eine enorm umfangreiche Sammlung und so konnte einges gerettet werden. Von diesen geretteten Werken wurden nun einige in der Ausstellung gezeigt. Es war für mich eine bedrückende Ausstellung: Schön, dass es Menschen gab, die so mutig waren, bedrückend aber, was damals alles passiert ist. Und wie können sich Menschen anmaßen, zu bestimmen, was entartet ist und was nicht. Da soll bitte jeder für sich entscheiden, was ihm gefällt und was nicht und jeder Künstler hat das Recht, seine Werke zu zeigen und zu malen...
Die Ausstellung ist noch bis zum 21. April zu sehen und absolut sehenswert. Wenn ihr in Berlin seid, solltet ihr euch diese ansehen!

Wir waren dann noch im Europacenter und haben und die Uhr der fließenden Zeit angsehen. Wir hatten Glück, dass sie sich bald entleeren würde und so sind wir geblieben und haben und das auch angesehen. Schließlich hatten wir ja Zeit.
Das Center ist schon ein wenig in die Jahre gekommen und wie in fast allen großen Einkaufszentren gab es auch dort viele leere Geschäfte. Heute kann ich gar nicht mehr verstehen, dass wir früher gern einkaufen gefahren sind. Wie oft sind Steffen und ich am Wochenende irgendwohin gefahren und dann bummeln gegangen. Wenn ich heute daran denke, dass ich was einkaufen muss, sinkt meine Laune auf einen Tiefpunkt... Ja, das Leben ist Veränderung, ich merke es immer wieder.
Die drei Tage in Berlin waren wunderschön und ich zehre davon. Wir haben wieder so Vieles und Schönes gesehen und miteinander erlebt, dass es wieder für den Alltag reicht und dieser ein wenig leichter wird.