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Freitag, 13. Oktober 2023

Ein bisschen aus der Zeit gefallen

Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich den Einstieg in diesen Beitrag finden soll: Mmmh. Wir sind ja oft zum Fußball unterwegs und da ich doch immer so einiges einstecken muss, habe ich meist eine Handtasche dabei. Blöd ist das dann, wenn in der Handtasche noch ein Schokoosterei schlummert und das, wegen des warmen Wetters, etwas weicher wird, ich aber gar nicht an das Schokoosterei denke und mich an ein Geländer und dabei an meine Tasche lehne... Die Schokolade war überall gut verteilt und erst zwei Tage später kam ich aus meinem Traum, was das war... Na gut, das war dumm gelaufen, wahrscheinlich kam mir deswegen die Idee, das muss ich irgendwie ändern.

Vielleicht war aber auch auschlaggebend, dass ich immer Sachen von Streffen mit einstecken muss, da er Diabetiker ist, meist seine Spritze und Messgerät und manchmal auch noch seine kleine Utensilientasche. Je mehr ich einstecken muss, umso schwerer wird meine Tasche dann. Als wir im Mai auf dem Depeche Mode-Konzert waren, hatte ich mir von Jonathan eine Bauchtasche geliehen, da keine größeren Taschen mit auf das Gelände gebracht werden durften (ok, manche Taschen, die da mit hingebracht wurden, waren größer als meine Handtasche und durften mit reingenommen werden, aber das ist nun wieder ein anderes Thema).

Wahrscheinlich war es eine Kombination aus allem, die mich dazu bewogen hat, mir eine Bauchtasche zu nähen. So ein bisschen oldschool sind die ja, für mich sind sie doch eher ein Relikt aus den 80ern. Aber hey, warum nicht. Bei Smaragdtaschen gibt es dafür ein schönes Nähset und da ich nicht der Taschennäher bin, ist das immer ideal für mich. Da ist alles dabei und ich muss nicht erst mühsam diverse onlineshops abklappern, ob ich passendes Zubehör finde. Also habe ich mir ein Näheset bestellt und mir eine Gürteltasche genäht.

Da es, als ich die Tasche bestellt hatte, noch schön warm war, habe ich mich für einen sommerlichen Stoff entschieden.
Die Tasche ist wirklich geräumig, Handy, Schlüssel, Powerbank und Portemonnaie haben darin Platz.
Und ich finde, so schlecht sieht es gar nicht aus, wenn ich die Tasche trage:

Katharina fand meine Tasche total cool und wollte auch gern eine haben. Also hat sie sich ein Nähset ausgesucht und ich habe ihr dann die Tasche genäht. Sie ist bei ihr auch regelmäßig im Einsatz.

Ich muss sagen, nach diesen kleinen Täschchen kann man echt süchtig werden, das macht richtig viel Spaß und so habe ich mir irgendwann noch eine dunklere Tasche genäht. 

Und zu guter Letzt habe ich gestern noch eine Tasche für Katharinas Feundin zum Geburtstag genäht. Ich hoffe natürlich, dass sie ihr gefällt und sie Freude daran hat.

Und wenn ich ganz ehrlich bin, überlege ich, ob ich nicht vielleicht doch noch eine solche Tasche gebrauchen könnte, denn das macht echt Spaß, die kleinen Teile zu nähen. Aber vorher muss ich mir erst einmal ein neues Portemonnaie nähen, mein pinkes ist nun doch schon ganz schön abgerapt... Nun ja, ich habe es ja schon seit April 2021, das habe ich mir damals zum Start in mein neues Berufsleben genäht.

Samstag, 9. März 2024

Drei Jahre sind eine lange Zeit

Und manches muss eben nach langer Zeit geändert werden, besonders dann, wenn es nicht mehr schön ist. Ja, genauso war es mit meinem Portemonnaie, welches ich mir vor fast genau drei Jahren zum Beginn meiner neuen Arbeit genäht habe. Ich habe mir gerade noch einmal meinen alten Beitrag angesehen, insebsondere über den Schlusssatz musste ich schmunzeln: " Und irgendwie scheine ich mir treu zu bleiben: Neuer Start in den Berufsalltag = neues Portemonnaie... 😂". Naja, keine Regel ohne Ausnahme, denn ich habe nicht wirklich vor, mich schon wieder beruflich zuu verändern, denn ich bin glücklich auf meiner - nun schon nicht  mehr neuen - Arbeit. Aber das Portemonnaie musste wirklich ein neues werden:

Und außerdem brauchte ich ein wenig Abwechslung von meiner Beschäftigung heute früh:

Also habe ich meine Schulsachen schnell beiseite geräumt und das Nähset hervor geholt, welches schon seit einer ganzen Weile im Schrank stand. Das Set muss schon so lange im Schrank stehen, dass ich völlig vergessen habe, welche Stoffe es waren. Ich hatte ein braunes Portemonnaie erwartet, passend zu meiner Tasche (die auch schon in die Jahre gekommen ist, schließlich nutze ich die auch jeden Tag). Als ich die Federstoffe und den grauen Innenstoff gesehen habe, war ich schon ziemlich irritiert. Aber eigentlich ist es ja egal, welche Stoffe es nun sind.

Wie immer in den Nähsets sind die Stoffe schon fertig zugeschnitten und die Nähmaterialien abschnittsweise zusammengelegt. Inzwischen bin ich mit den Sets schon gut vertraut, habe ich doch schon das ein oder andere davon genäht. Mit meinem Portemonnaie bin ich auch heute fertig geworden und es passt zu meiner Bauchtasche (es kann gut sein, dass ich beide Sets zusammen bestellt habe).
Ein kleiner Fehler ist mir offenbar beim Annähen des Kartenfachs passiert, denn das müsste noch ein kleines Stück weiter unten sitzen, denn dann ist es einfacher, in das dahinter liegende Fach zu greifen.
Aber gut, nun ist es eben so, das kann ich nicht mehr ändern. Aber es stört nur ein ganz klein wenig und sicher gewöhne ich mich daran. Das Portemonnaie passt toll zu meiner Bauchtasche, es sieht richtig gut zusammen aus. Beides werde ich heute abend ausführen, wenn wir zum Fußball fahren.

Sonntag, 6. Juli 2025

WIEN - die Zugfahrten

Wir sind zurück! Und unheimlich stolz auf uns, dass wir das alles geschafft haben: Zug fahren (ok, ich bin den Zug ja nicht gefahren, aber selbst mitfahren finde ich für mich als Nichtzugfahrer eine Leistung), Hotel gefunden, Stadt verstanden, Stadt genossen, wieder nach Hause gekommen... Noch bin ich voller Eindrücke, die ich erst einmal sortieren muss, es war eine wunderschöne Zeit. Wien ist toll, es gibt dort so Vieles zu entdecken, da reichen keine vier Tage, ich glaube, da reichen vier Jahre nicht. 😉

Die Zugfahrt war passabel, es ist für mich eine Art zu reisen, die sich für mich längere Strecken anbietet. Eine Fahrt im Sitzwagenabteil des Nachtzuges hat für mich etwas von einer Fahrt in's Ferienlager. Ich war als junges Mädchen zweimal in Polen, in der Nähe von Zakopane, im Ferienlager. Wir sind dort mit dem Bus hingefahren. An diese Busfahrt hat mich die Zugfahrt erinnert: Manche Plätze blieben leer und so haben die anderen Fahrgäste sich dort auf zwei Sitze gelegt, überall hingen die Füße der Schlafenden in den Gang, auf der Hinfahrt schliefen zwei Mädchen unter ihren Sitzen auf dem Boden. Ich denke, die Familie ist schön öfter mit dem Nachtzug gefahren, die Mutter hatte sogar Schlafsäcke dabei. Auf der Rückfahrt haben wir dann festgestellt, dass die Sitzflächen ein wenig nach vorn verstellt werden können, dann war es auch bequemer zum Schlafen. 

Würde ich noch einmal mit dem Nachtzug fahren? Ja, auf jeden Fall und wieder würde ich die Sitzplätze wählen. Vielleicht würde ich an einem Vierertisch alle vier Plätze buchen, auch wenn ich nur drei bräuchte, dann könnte einer sich hinlegen. Ich habe mich im Vorfeld mit der Fahrt beschäftigt und im Netz einige Berichte darüber gelesen. Daraus habe ich Vieles übernommen, was für unsere Fahrt hilfreich war. Die vielen negativen Berichte kann ich nicht nachvollziehen. 

Wir hatten uns Nackenkissen mitgenommen und für den Morgen Zahnputzzeug und ein kleines Handtuch in einen Rucksack gepackt. Unsere Wertsachen hatten wir in einer Bauchtasche bei uns. Im Koffer waren tatsächlich nur Kleidungsstücke und die restlichen Waschsachen. Wäre der abhanden gekommen, wäre es so, aber das wären nur Kleidungsstücke und keine Wertsachen gewesen. Würde ich noch einmal fahren, würde ich mir ein weiteres Kissen für den Rücken und eine dünne Decke mitnehmen. Auf der Rückfahrt war es richtig, richtig kalt im Zug. Es war teilweise so kalt, dass ich mir den Rucksack auf die Beine gelegt habe, damit ich nicht ganz so doll friere.

In Göttingen sollte unser Zug eigentlich zehn nach halb elf losfahren, allerdings hatte er Verspätung. Über die Verspätung wurde ich per E-Mail und per SMS informiert. Zusätzlich zu der Verspätung änderte sich dann auch das Abfahrtsgleis. Wir waren jedoch zeitig genug am Bahnhof, um auf alles ganz entspannt reagieren zu können.

Steffen hatte uns nach Göttingen gefahren, da er am nächsten Morgen zur Reha musste und es nach Hause gut 1 1/2 Stunden Fahrt sind, hat er nicht gewartet, bis der Zug kam, sondern ist dann ziemlich bald wieder gefahren. Das war schon irgendwie komisch, aber wir waren ja zu zwei. Angst hatte ich eigentlich zu keiner Zeit.

Wir waren zu jeder Zeit informiert, wie der Stand gerade ist. Zehn vor halb zwölf ist unser Zug dann ungefähr losgefahren. Grund der Verzögerung war, dass auf andere Reisende, deren Zubringerzug Verspätung hatte, gewartet worden ist. Trotz der 40-minütigen Verspätung waren wir am Dienstag pünktlich in Wien. Damit hätte ich nun tatsächlich nicht gerechnet.
 
Die Rückfahrt begann ja in Wien und ich hatte gehofft, dass der Zug schon etwas eher am Bahnhof bereitsteht. So war es zum Glück auch. Wir haben am Bahnhof zwei, zweieinhalb Stunden verbracht, weil wir einfach platt waren und gefühlt keinen Meter mehr laufen konnten. Zunächst haben wir im Wartebereich gewartet und sind dann gegen halb acht auf den Bahnsteig gegangen. Und dann fuhr plötzlich unser Zug ein!!! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, WIE froh wir darüber waren. Wir haben erst noch einmal geguckt, ob es wirklich unser Zug ist und dann sind wir eingestiegen. Sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt saßen wir im gleichen (oder selben, wie auch immer) Abteil und so hatte ich auf der Hinfahrt schon geguckt, welche Plätze wir auf der Rückfahrt haben (ich kann eben nicht aus meiner Haut und es geht mir viel besser, wenn ich bestimmte Dinge einfach schon im Vorfeld weiß). So wussten wir dann auch gleich, wo wir hingehen mussten. Und ja, es passte alles, unsere Plätze waren genau die, die ich vermutet hatte, die Kofferablage war noch leer, ich konnte einen perfekten Platz für unseren Koffer aussuchen (schließlich waren wir aus dem Abteil die Einzigen, die in Göttingen ausgestiegen sind und da zu der Zeit noch Nachtruhe war, wollte ich so wenig wie möglich die anderen Fahrgäste stören) und dann saßen wir und vor Erleichterung und Erschöpfung liefen dann erst einmal wieder die Tränen (auch da kann ich nicht aus meiner Haut).
 
Wieder haben wir ein wenig Verspätung "angesammelt", wir kamen schon ein wenig später in Passau an und durch die Grenzkontrollen hat sich die Verspätung noch summiert. In Würzburg mussten wir dann eine Stunde warten, da unser Zug, warum auch immer, keine Freigabe für die Weiterfahrt bekommen hatte. Trotz der Verspätung von 1 1/4 Stunde, waren wir letztendlich nur 20 Minuten später in Göttingen. Wie der Zufahrer das gemacht hat, ist mir echt ein Rätsel. Aber letzten Endes war es auch egal, wichtig war, dass wir gut hin und zurück gekommen sind. Die Zugfahrt war eine tolle Erfahrung, ich weiß jetzt wieder, was ich mir zutrauen kann, es hat mich wieder ein Stück mutiger gemacht. Und ich bin stolz auf mich, dass ich es versucht und den Urlaub nicht gecancelt habe. Von unseren Tagen in Wie berichte ich noch separat, sonst wird der Beitrag einfach viel zu lang.