Dienstag, 8. Juli 2025

WIEN - Donnerstag

Da bei diesem Beitrag, als ich ihn zuerst veröffentlicht hatte, so gut wie alles Kopf stand, habe ich ihn zu Hause noch einmal überarbeitet, nun passt alles und ihr müsste beim Bilder ansehen, den PC nicht mehr drehen. 😂

Für Donnerstag, den heißesten Tag unserer Woche in Wien hatten wir uns das Kunsthistorische Museum und die Albertina vorgenommen. Darauf hatte ich mich schon die ganzen Tage gefreut. Das Kunsthistorische Museum beherbergt verschiedene Sammlungen, eigentlich war nur die Gemäldesammlung unser Ziel, als wir aber dann im Museum waren, haben wir überlegt, uns auch noch die Kunstkammer anzusehen.

Wir waren mal wieder sehr zeitig unterwegs und sind so noch ein wenig in der Nähe gebummelt, dabei habe ich diesen interessanten Hinweis entdeckt:

Das Kunsthistorische Museum hat noch ein Gegenstück, das Naturhistorische Museum, welches sich genau gegenüber befindet und welches von diesem süßen Elefanten bewacht wird.
Das Kunsthistorische Museum wird auch als Gesamtkunstwerk bezeichnet und das ist es auch. Als wir die Eingangshalle betreten haben, verschlug es uns vor Staunen die Sprache. Ich glaube, so etwas Schönes habe ich noch nicht gesehen. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hingucken sollte.


Eigentlich wollten wir uns nur die Gemäldesammlung ansehen und dann zur Albertina weitergehen. Wir dachten uns dann aber, wenn wir schon einmal in dem Museum sind, können wir uns schon noch eine der weiteren Sammlungen ansehen. So haben wir  unseren Plan aber mal wieder geändert und uns zunächst die Kunstkammer angesehen. Dort waren so viele tolle Dinge ausgestellt. Gut, dass wir uns entschieden hatten, auch die anzusehen.


Schon als ich unseren Wienurlaub geplant habe, war klar, dass ich auf jeden Fall das Café im Museum besuchen möchte. Nach dem Besuch der Kunstkammer sind wir zum Café gegangen und hatten Glück. Es war schon um die Mittagszeit, aber noch waren Plätze frei. Eine Stunde später sah das schon anders aus und es bildete sich eine lange Schlange vor dem Einlass. Da waren wir aber schon satt und gestärkt für den zweiten Teil. 


Von der oberen Etage hat man einen schönen Blick in's Café. Der war beeindruckend:
Unser nächstes Ziel war dann die Gemäldesammlung, auch die war toll, viele berühmte Künstler waren dort versammelt und vor dem Turmbau zu Babel bildete sich regelmäßig eine Menschentraube.
Wir haben uns dann noch das Gebäude selber angesehen, selbst jetzt, ein paar Tage später, klingt das noch immer in mir nach.

An der Ausgestaltung des Treppenaufgangs war auch Gustav Klimt beteiligt. Nach dem Museum sind wir durch die Mittagshitze Richtung Hofburg gegangen. Naja, die hat uns nun nicht so unbedingt vom Hocker gerissen, vielleicht hing es auch damit zusammen, dass es viel zu heiß war. Zum Glück war in der Nähe der Hofburg ein Trinkbrunnen, so konnten wir unsere Flaschen auffüllen.

Wir sind dann alsbald zum Hotel zurückgefahren, schließlich hatten wir abends im Stephansdom noch das Orgelkonzert. Um meine Lebensgeister wieder zu wecken, habe ich im Hotel in der Lobby einen Kaffe, also eigentlich einen Verlängerten, getrunken. Der Kaffee hat mir in Wien so so gut geschmeckt.

Am späten Nachmittag haben wir uns dann wieder auf den Weg in die Stadt gemacht. Wir hatten noch Zeit vor unserem Konzert und so haben wir weiter Wien erkundet, unter anderem haben wir uns die Ankeruhr angesehen. Mit uns hat das auch eine Reisegruppe getan, die jede Veränderung an der Uhr mit einem lauten Jubel kommentiert haben.
Vor dem Konzert haben wir uns noch ein leckeres Eis gegönnt. Ja, die Kugel hat drei Euro gekostet, aber dafür waren wir eben auch direkt am Stephansdom. 
Und dann war es endlich soweit, dass wir in den Dom konnten und kurz darauf begann auch schon das Konzert.
Im Hintergrund, über der Orgel, das Fenster gibt die Farben für einen der, bisher vier, Wienquilts vor, von denen zwei Tops schon fertig sind und für das dritte habe ich gerade Zutaten bestellt.

Das Konzert war klasse. Ein klein wenig schade fand ich, dass sofort nach dem letzten Ton geklatscht worden ist. Ich mag es, wenn die Töne noch in der Kirche verhallen und nachschwingen. Das konnte man durch den Applaus leider nicht hören. Aber egal, schön war es trotzdem.

Nach dem Konzert sind wir zum Schwedenplatz gefahren und haben uns dort, beim ortsansässigen Asiaten (ein Insider für meine Familie) gebratene Nudeln geholt, zweimal ohe Fleisch und einmal ohne Gemüse. Der Verkäufer konnte gar nicht verstehen, dass wir kein Fleisch wollten und Katharina kein Gemüse mag, dabei ist das gut für ein langes Leben. 😉Die Nudeln waren ja so lecker und der Herr so freundlich, auch zu später Stunde noch.

Damit war unser Tag aber noch nicht beendet, denn wir sind an der Gußhausstraße aus der Straßenbahn ausgestiegen und zum Hochstralbrunnen gegangen, denn wir haben am Abend vorher gesehen, dass er abends beleuchtet ist. Na und das müssen wir uns doch ansehen!

Das sah so wundervoll aus, wir haben tatsächlich alle Farbwechsel abgewartet.

Anschließend sind wir dann völlig erschöpft, aber richtig glücklich zur Straßenbahnhaltestelle zurück gegangen. Ich hatte ein klein wenig Sorge, dass vielleicht keine Straßenbahn mehr fährt, da es dann doch schon recht spät war (das habe ich Katharina aber nicht gesagt) und meine Sorge war unbegründet, denn die Bahn kam.

Nach diesem ereignisreichen Tag sind wir dann nur noch hundemüde ins Bett gefallen. Und sicher habt ihr gemerkt, dass wir unseren Plan mal wieder spontan geändert haben: Die Albertina haben wir auf Freutag verschoben.

WIEN - Mittwoch

Wir waren ja nur vier Tage in Wien, aber wir wollten gern so viel wie möglich sehen und so haben wir uns im Vorfeld schon einen ungefähren Plan gemacht, wann wir uns was ansehen wollten. Ich hatte Tickets für die Albertina und das Kunsthistorische Museum gebucht, eigentlich wollten wir uns diese Museen Mittwoch und Donnerstag ansehen. Da für Donnerstag aber 37 Grad angesagt worden sind, haben wir überlegt, am Mittwoch noch etwas außerhalb von Gebäuden zu machen und die Museen vielleicht beide am Donnerstag anzusehen.

Auch wenn wir Urlaub haben, sind wir doch relativ zeitig aufgestanden, zum einen, um die wenige Zeit, die wir haben, ausgiebig zu nutzen und zum anderen, um den Touristenströmen ein wenig  zu entgehen. Am Mittwoch stand als erstes der Stephansdom auf unserem Plan. Ich glaube, den anzusehen, ist ein Muss, wenn man in Wien ist. Denke ich zumindest, alle anderen Sachen sind ja doch immer sehr subjektiv und liegen im Auge des Betrachters. Ich muss zum Beispiel keine Sachertorte essen und das schon gar nicht im Café Sacher, Schönbrunn musste ich  mir jetzt auch nicht als erstes ansehen. Ja, Sissi ist nicht schlecht, aber mich interessieren dann doch eher andere Dinge.

Aber als wir am Freitag dann am Café Sacher vorbeigegangen sind, haben wir das obligatorische Tourifoto gemacht. 😂😉

Wir waren Mittwoch schon ganz zeitig am Stephansdom und das war richtig schön, denn sowohl der Dom als auch der Platz waren noch relativ leer. Ich habe immer im Handy bei google maps nach dem Weg geguckt und so haben wir uns mit den Öffis (die in Wien übrigens sehr gut sind) und zu Fuß gut überall hingefunden. Ich glaube, ich war teilweise für Katharina sehr anstrengend, weil ich alle naselang stehengeblieben bin und Fotos gemacht habe. Aber ich konnte einfach nicht anders. Und wisst ihr, was das für ein ... (ich kann es gar nicht in Worte fassen) Gefühl ist, wenn man um die Ecke biegt und dann den Stephansdom sieht?! Wow, das war unheimlich beeindruckend.

Der Dom ist schon zeitig geöffnet, ab 9 Uhr dann für Besichtigungen und ja, wir waren schon vor neun Uhr da. Einen menschenleeren Stphansdom sieht man eben nur vor der Öffnungszeit:

 

Wir haben uns den Dom dann noch ausführlich angesehen. Besonders klasse fand ich, dass es einen Audioguide gibt, den man über's Handy mit Kopfhörern hören kann. Dass meine Kopfhörer, die ich extra für solche Sachen mitgenommen hatte, im Hotel lagen, sage ich jetzt mal nicht. 😏Ich habe aber versucht, alle die Stationen, an denen der Audioguide was zu sagen hatte, zu fotografieren, ich möchte mir die Sachen dann später anhören.

 Über dem Eingangsportal befindet sich die sogenannte Riesenorgel

Am Donnerstag werden wir ein Konzert auf dieser Orgel hören, darauf waren wir beide schon sehr gespannt. Nachdem wir uns den Dom angesehen haben, machten wir uns an den Aufstieg auf den Südturm. Auf den Nordturm kommt man mit dem Fahrstuhl hinauf, auf den Südturm muss man selber laufen. Da dieser aber höher als der Nordturm ist, haben wir uns für den entschieden - und es nicht bereut: Die Aussicht ist einfach unbezahlbar.

  

Man kann gut sehen, dass wir wieder strahlend blauen Himmel hatten, es war nicht ein einziges Wölkchen zu sehen. Das ist zwar schön, macht es aber auch anstregend, gerade wenn man einen Städtetrip macht. Aber egal, wir haben uns davon nicht abhalten lassen. Wir sind dann ein wenig durch die Stadt gebummelt und ich habe Katharina zum Schwedenplatz gelotst. Von einer lieben Blogleserin aus Wien wurde uns die dortige Eisdiele an's Herz gelegt. Logisch, dass wir die getestet haben. Und was soll ich sagen: Ich war restlos begeistert, besonders von dem Zitrone-Ingwer-Sorbet.

Da wir am Abend eine Veranstaltung in der Votivkirche hatten und ich gern vorbereitet bin und weiß, wo ich hin muss, haben wir uns als nächstes auf den Weg zur Kirche gemacht. Da passte es ganz gut, dass wir am Schwedenplatz waren, denn von dort fuhr die Linie D, die in die Richtung fuhr. Überhaupt haben wir die Linie D sehr viel genutzt, die Haltestelle war nur ein paar Minuten vom Hotel entfernt und alles, was uns wichtig war, konnten wir damit und ein paar Fußmärschen gut erreichen.

Und auch bei der Votivkirche war es ähnlich wie beim Stephansdom: Wir bogen um eine Hausecke und da erhob sie sich vor uns: 

Selbst die Figuren an den Fassaden sind von der Kirche begeistert und müssen sie immer wieder ansehen. 😉

 

Die Kirche im Inneren ist sehr schön, beeindruckend waren die leuchtenden Fenster. Für die Veranstaltung am Abend war schon alles vorbereitet. Wir konnten unseren Gutschein, den ich in Papierform nicht dabei hatte, sogar schon in Tickets umtauschen. Die Vorfreude auf den Abend wuchs immer mehr. Mit der Straßenbahn sind wir zurück in die Stadt gefahren, also wir waren ja in der Stadt, aber zurück in die Innenstadt. Wobei ich gelesen habe, dass die Wiener, wenn sie sich im Zentrum treffen, schon sagen, dass sie in die Stadt fahren. In der Stadt sind wir dann noch ein wenig rumgebummelt und zur Peterskirche gegangen. Ich hatte gelesen, dass dort um 15 Uhr kostenloste Orgelkonzerte stattfinden. Zum einen freut sich Katharina immer über die Orgeln und zum anderen fand ich das interessant und hörenswert. Also haben wir uns das Konzert angehört und ich muss sagen, wir haben es beide nicht bereut. Auch diese Kirche ist wundervoll von der Ausstattung her. 

Auf unserem Rückweg zum Hotel haben wir noch die schönste öffentliche Toilette von Wien benutzt:
  
Da wir uns zum Abend recht früh auf den Weg gemacht haben, blieb noch Zeit, ein wenig zu bummeln und so haben wir zufällig das Rathaus von Wien entdeckt. Dass das direkt in der Nähe der Votivkirche ist, war mir nicht bewusst, ich hätte es eher in Richtung Stphansdom vermutet. 
In der Votivkirche angekommen, verschlug es uns fast die Sprache, denn sie war schon wunderschön ausgeleuchtet und erschien uns ganz anders als am Vormittag. Wir waren rechtzeitig da und so konnte wir uns in aller Ruhe (von unseren Plätzen aus) umsehen und die Stimmung genießen. Mit der Lichtshow wird die Schöpfungsgeschichte erzählt. Wir hätten uns diese im Vorfeld vielleicht noch mal durchlesen sollen, dann hätten wir die einzelnen Bilder noch besser verstanden, aber auch so war es unheimlich schön.

 
  

  
Es ist absolut beeindruckend, was mit Licht und passender Musik für eine Stimmung erzeugt werden kann. Ich wollte mir diese Veranstaltung schon einmal ansehen, als ich im Juni 2023 in Hamburg war, aber da waren die Tickets schon ausverkauft bzw. ich schon wieder auf dem Heimweg. Umso mehr freue ich mich, dass ich diese Veranstaltung von der Buchungsplattform vorgeschlagen bekommen habe. 
 
Solltet ihr die Möglichkeit haben, diese Veranstaltung einmal anzusehen, macht es auf jeden Fall, es lohnt sich. Wir waren beide unheimlich begeistert davon und wenn ich mir die Bilder ansehe, kommt gleich wieder das schöne Gefühl in mir auf. Es war ein wunderschöner Tag und diese Veranstaltung sozusagen der krönende Abschluss.
 
 
 
 

Montag, 7. Juli 2025

WIEN - Dienstag

Einige Tage bevor unser Urlaub in Wien begann, bekam ich eine Mail mit weiteren Angeboten der Buchungsplattform, über die ich das Hotel gebucht hatte. Unter anderem war da ein früher Check-In dabei. Den habe ich gebucht und so war unser Zimmer bereits ab zehn für uns bereit. Wir waren schon gegen dreiviertel zehn beim Einchecken und auch da war das Zimmer schon fertig. Welche Wohltat nach der langen Nacht im Zug.

 
Unser Zimmer war wirklich schön, ein richtiges Mädchenzimmer, besonders das Bad, und das Bett war unheimlich bequem. Das habe ich dann auch erst einmal für zwei Stunden getestet, bevor wir uns auf den Weg gemacht haben. Für Dienstag hatte ich vorab Tickets für das Obere Belvedere gebucht, den Kuß wollten wir unbedingt sehen, wohl auch, um zu sehen, wo denn nun das Original hängt, bei uns oder doch in Wien.

Der Weg zum Park war nicht weit und so haben wir uns zu Fuß auf den Weg gemacht, so konnten wir uns schon einen ersten kleinen Eindruck der Stadt verschaffen. Wien empfing uns mit strahlend blauem Himmel, kein Wölkchen war zu sehen und dementsprechend warm war es. Als erstes haben wir an einer Kreuzung einen der Trinkwasserbrunnen gesehen. So etwa kannten wir bisher nicht. Meine Kollegin, die vor einiger Zeit in Wien war, hatte davon erzählt und gesagt, dass wir am besten immer eine Flasche dabei haben sollen, denn die kann man an den Brunnen kostenlos auffüllen. Ein oder zwei Wasserflaschen habe ich sowieso immer in der Tasche dabei. Als erstes haben wir am Brunnen den feinen Sprühnebel genossen und uns ein wenig Abkühlung verschafft.

Beim Park und Schloß Belvedere handelt es sich um eine Sommerresidenz des Prinz Eugen von Savoyen. Nach seinem Tod erwarb Maria Theresia das Anwesen und macht das Obere Belvedere zum Ausstellungsort der kaiserlichen Sammlungen. Als erstes sind wir ein wenig durch den Park spaziert (und haben Schatten gesucht).

  
Schon der Eingang zum Park hat uns begeistert.

Wir sind dann um das Obere Belvedere herumgegangen, da wir noch ausreichend Zeit bis zu unserem Zeitfenster hatten, und da blieb uns vor Erstaunen fast die Luft weg. Dieser Anblick war einfach atemberaubend:
In dem Park gab es so viel noch zu entdecken, wir waren von der Fülle ein wenig erschlagen und haben bei manchen Sachen gesagt, dass wir uns die später noch einmal ausführlicher ansehen werden. Leider ist es dabei geblieben. Wir wollten uns erst einmal einen Überblick verschaffen und ich muss sagen, ich war auch ein wenig erschlagen von der Masse an Dingen, die es zu sehen gibt.

  

Auch den Kaskadenbrunnen wollten wir uns später noch einmal genauer ansehen. Und so haben wir den Park erst einmal verlassen und haben uns außerhalb weiter umgesehen. Wir haben dann Wasser entdeckt und das hat bei dem Temperaturen eine magischen Anziehungskraft, erst recht, wenn ein leichter Wind weht und dieser immer ein wenig Nässe verteilt. Zum Glück war es so, denn so haben wir den Hochstrahlbrunnen entdeckt.
Dort haben wir eine ganze Weile gesessen und den Fontänen zugesehen. Überhaupt sind die vielen Brunnen in Wien toll. Wir sind dann Richtung Park zurückgegangen, um uns dann im Oberen Belvedere die Ausstellung anzusehen. Auf dem Rückweg zum Park sind wir an vielen großen Gebäuden mit Landesfahnen vorbeigekommen. Ich oute mich jetzt mal: Ja, ich weiß, dass Wien die Hauptstadt von Österreich ist, aber bewusst war es mir in dem Moment nicht. Wien ist für mich Wien und eben nicht Hauptstadt und so habe ich mich zunächst ein wenig über die vielen Fahnen (der Botschaften) gewundert. Aber: Psst, das muss unter uns bleiben. 😳
  
Es fällt mir noch immer schwer, alles in Worte zu fassen, dabei sind nun schon ein paar Tage vergangen, aber ich bin immer noch so erfüllt von all dem, was wir gesehen und erlebt haben. Allein schon der Eingang und der Treppenaufgang im Gebäude waren faszinierend. Nicht, dass ihr denkt, es war tatsächlich menschenleer, nein, das war es nicht, ich habe die Menschen entfernt, ähm, also aus den Bildern. 😂

Ist das nicht wunderschön? Allein schon für das Gebäude hat sich der Besuch gelohnt. Aber auch die Ausstellungen waren klasse. Im Erdgeschoss war eine Sonderausstellung zu Klimts letztem Gemälde (Die Braut), welches er nicht vollenden konnte. Die ständige Ausstellung ist umfangreich, vom Mittelalter bis zur Gegenwart, darunter sind viele Gemälde von Klimt, van Gogh... Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Und man sollte gaaaanz viel Zeit mitbringen, um alles ganz genau anzusehen und genießen zu können.
 
Beeindruckend ist auch der Marmorsaal:
  

 
Dort haben wir uns dann erst einmal eine Weile auf die Bank gesetzt und das alles auf uns wirken lassen. Von der darüberliegenden Etage konnten wir noch einmal gut in den Marmarsaal schauen, da sieht man die Pracht erst so richtig.
 
  
Der Besuch im Oberen Belvedere hat sich auf jeden Fall gelohnt, würde ich in Wien wohnen, hätte ich wohl für jedes der Museen eine Jahreskarte. 😂Dann hätte ich auch viel mehr Zeit, um das alles anzusehen. Aber wahrscheinlich ist es dann doch irgendwann nur der Alltag, den man hat. In diesem nimmt man sich meist nicht so viel Zeit für solche Dinge, der ist eher geprägt von Arbeit und dem alltäglichen Leben. Aber hey, man darf ja wohl mal träumen. Überhaupt, wenn ich solche schöne Dinge sehe, finde ich immer wieder, dass wir hier voll in der Provinz wohnen, um etwas wirklich Schönes zu sehen, müssen wir immer fahren. Aber trotz allem liebe ich mein Zuhause. 😍
 
Nach dem Besuch im Belvedere sind wir dann langsam zum Hotel zurückgegangen. Im Bahnhof haben wir uns noch was zu Essen geholt und dann im Hotelzimmer ein "Picknick" gemacht. Da uns die lange Zugfahrt noch in den Knochen steckte, sind wir dann auch bald schlafen gegangen. 

Sonntag, 6. Juli 2025

WIEN - die Zugfahrten

Wir sind zurück! Und unheimlich stolz auf uns, dass wir das alles geschafft haben: Zug fahren (ok, ich bin den Zug ja nicht gefahren, aber selbst mitfahren finde ich für mich als Nichtzugfahrer eine Leistung), Hotel gefunden, Stadt verstanden, Stadt genossen, wieder nach Hause gekommen... Noch bin ich voller Eindrücke, die ich erst einmal sortieren muss, es war eine wunderschöne Zeit. Wien ist toll, es gibt dort so Vieles zu entdecken, da reichen keine vier Tage, ich glaube, da reichen vier Jahre nicht. 😉

Die Zugfahrt war passabel, es ist für mich eine Art zu reisen, die sich für mich längere Strecken anbietet. Eine Fahrt im Sitzwagenabteil des Nachtzuges hat für mich etwas von einer Fahrt in's Ferienlager. Ich war als junges Mädchen zweimal in Polen, in der Nähe von Zakopane, im Ferienlager. Wir sind dort mit dem Bus hingefahren. An diese Busfahrt hat mich die Zugfahrt erinnert: Manche Plätze blieben leer und so haben die anderen Fahrgäste sich dort auf zwei Sitze gelegt, überall hingen die Füße der Schlafenden in den Gang, auf der Hinfahrt schliefen zwei Mädchen unter ihren Sitzen auf dem Boden. Ich denke, die Familie ist schön öfter mit dem Nachtzug gefahren, die Mutter hatte sogar Schlafsäcke dabei. Auf der Rückfahrt haben wir dann festgestellt, dass die Sitzflächen ein wenig nach vorn verstellt werden können, dann war es auch bequemer zum Schlafen. 

Würde ich noch einmal mit dem Nachtzug fahren? Ja, auf jeden Fall und wieder würde ich die Sitzplätze wählen. Vielleicht würde ich an einem Vierertisch alle vier Plätze buchen, auch wenn ich nur drei bräuchte, dann könnte einer sich hinlegen. Ich habe mich im Vorfeld mit der Fahrt beschäftigt und im Netz einige Berichte darüber gelesen. Daraus habe ich Vieles übernommen, was für unsere Fahrt hilfreich war. Die vielen negativen Berichte kann ich nicht nachvollziehen. 

Wir hatten uns Nackenkissen mitgenommen und für den Morgen Zahnputzzeug und ein kleines Handtuch in einen Rucksack gepackt. Unsere Wertsachen hatten wir in einer Bauchtasche bei uns. Im Koffer waren tatsächlich nur Kleidungsstücke und die restlichen Waschsachen. Wäre der abhanden gekommen, wäre es so, aber das wären nur Kleidungsstücke und keine Wertsachen gewesen. Würde ich noch einmal fahren, würde ich mir ein weiteres Kissen für den Rücken und eine dünne Decke mitnehmen. Auf der Rückfahrt war es richtig, richtig kalt im Zug. Es war teilweise so kalt, dass ich mir den Rucksack auf die Beine gelegt habe, damit ich nicht ganz so doll friere.

In Göttingen sollte unser Zug eigentlich zehn nach halb elf losfahren, allerdings hatte er Verspätung. Über die Verspätung wurde ich per E-Mail und per SMS informiert. Zusätzlich zu der Verspätung änderte sich dann auch das Abfahrtsgleis. Wir waren jedoch zeitig genug am Bahnhof, um auf alles ganz entspannt reagieren zu können.

Steffen hatte uns nach Göttingen gefahren, da er am nächsten Morgen zur Reha musste und es nach Hause gut 1 1/2 Stunden Fahrt sind, hat er nicht gewartet, bis der Zug kam, sondern ist dann ziemlich bald wieder gefahren. Das war schon irgendwie komisch, aber wir waren ja zu zwei. Angst hatte ich eigentlich zu keiner Zeit.

Wir waren zu jeder Zeit informiert, wie der Stand gerade ist. Zehn vor halb zwölf ist unser Zug dann ungefähr losgefahren. Grund der Verzögerung war, dass auf andere Reisende, deren Zubringerzug Verspätung hatte, gewartet worden ist. Trotz der 40-minütigen Verspätung waren wir am Dienstag pünktlich in Wien. Damit hätte ich nun tatsächlich nicht gerechnet.
 
Die Rückfahrt begann ja in Wien und ich hatte gehofft, dass der Zug schon etwas eher am Bahnhof bereitsteht. So war es zum Glück auch. Wir haben am Bahnhof zwei, zweieinhalb Stunden verbracht, weil wir einfach platt waren und gefühlt keinen Meter mehr laufen konnten. Zunächst haben wir im Wartebereich gewartet und sind dann gegen halb acht auf den Bahnsteig gegangen. Und dann fuhr plötzlich unser Zug ein!!! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, WIE froh wir darüber waren. Wir haben erst noch einmal geguckt, ob es wirklich unser Zug ist und dann sind wir eingestiegen. Sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt saßen wir im gleichen (oder selben, wie auch immer) Abteil und so hatte ich auf der Hinfahrt schon geguckt, welche Plätze wir auf der Rückfahrt haben (ich kann eben nicht aus meiner Haut und es geht mir viel besser, wenn ich bestimmte Dinge einfach schon im Vorfeld weiß). So wussten wir dann auch gleich, wo wir hingehen mussten. Und ja, es passte alles, unsere Plätze waren genau die, die ich vermutet hatte, die Kofferablage war noch leer, ich konnte einen perfekten Platz für unseren Koffer aussuchen (schließlich waren wir aus dem Abteil die Einzigen, die in Göttingen ausgestiegen sind und da zu der Zeit noch Nachtruhe war, wollte ich so wenig wie möglich die anderen Fahrgäste stören) und dann saßen wir und vor Erleichterung und Erschöpfung liefen dann erst einmal wieder die Tränen (auch da kann ich nicht aus meiner Haut).
 
Wieder haben wir ein wenig Verspätung "angesammelt", wir kamen schon ein wenig später in Passau an und durch die Grenzkontrollen hat sich die Verspätung noch summiert. In Würzburg mussten wir dann eine Stunde warten, da unser Zug, warum auch immer, keine Freigabe für die Weiterfahrt bekommen hatte. Trotz der Verspätung von 1 1/4 Stunde, waren wir letztendlich nur 20 Minuten später in Göttingen. Wie der Zufahrer das gemacht hat, ist mir echt ein Rätsel. Aber letzten Endes war es auch egal, wichtig war, dass wir gut hin und zurück gekommen sind. Die Zugfahrt war eine tolle Erfahrung, ich weiß jetzt wieder, was ich mir zutrauen kann, es hat mich wieder ein Stück mutiger gemacht. Und ich bin stolz auf mich, dass ich es versucht und den Urlaub nicht gecancelt habe. Von unseren Tagen in Wie berichte ich noch separat, sonst wird der Beitrag einfach viel zu lang.