Im Frühsommer hatte ich mit Steffen über unseren Urlaub gesprochen und eigentlich hatten wir überlegt, anschließend nach Düsseldorf zu fahren. Von uns aus fahren wir auf der schnellsten Strecke gut 4 Stunden, von Urlaubsort aus wären es gut zwei Stunden gewesen. In Düsseldorf hätte ich mir gern eine Ausstellung von Kandinski und Hilma af Klint angesehen. Irgendwie sind wir dann aber wieder davon abgekommen, wir konnten uns irgendwie nicht so recht dazu entschließen, zum anderen wollte ich Steffen natürlich nicht nur mit meinen Vorlieben nerven. Irgendwann eines morgens kam mir dann die Idee, Tickets für das Fußballmuseum in Dortmund zu buchen. Dorthin fahren wir von Hüllhorst nur gut 1 1/2 Stunden. Gut, also habe ich Tickets für das Fußballmuseum gebucht, Steffen hat sich darüber sehr gefreut. Wir hatten auch schon überlegt, ob wir eine Nacht in Dortmund schlafen, hatten uns dann aber doch dagegen entschieden.

Auf dem Weg nach Dortmund haben wir dann aber doch überlegt, dass wir dort ja eine Nacht schlafen könnten, spontan haben wir eine Übernachtung im A&O Hostel am Hauptbahnhof gebucht. Seit Hamburg wissen wir ja, was uns in einem Hostel erwartet und so konnten wir uns darauf einstellen. Und ich muss sagen, dass es eine passable Übernachtungsmöglichkeit ist, wenn man die Unterkunft nur zum Schlafen haben möchte. Und das ist ja unser Anliegen, wenn wir eine Stadt besuchen, da möchte ich ja die Zeit in der Stadt verbringen und was sehen und nicht im Hotelzimmer.
Das Fußballmuseum wurde 2015 eröffnet und zieht jährlich über 200.000 Besucher an. Ein Mitstreiter aus unserem Jugendausschuss war dort schon einmal und hat uns einen Besuch empfohlen. Er sagte auch, dass man viel Zeit mitbringen muss. Damit hatte er recht, wir waren über 5 Stunden dort im Museum. Es war unheimlich interessant, es waren Exponate aus eigentlich allen Epochen des Fußballs ausgestellt. Schön fand ich, dass der ostdeutsche Fußball auch seinen Raum bekommen hat. Und das, wie ich finde, nicht in einer belehrenden Art und Weise, sondern sehr objektiv.

Es gab unheimlich viel zu sehen und zu lesen, von daher hätte ich es sehr schön gefunden, wenn es innerhalb der Ausstellung weitere Sitzmöglichkeiten gegeben hätte, um auszuruhen. Ja, es gab Sitzmöglichkeiten, aber immer an Exponaten. Viel Raum nahm - logischerweise - der WM-Titel von 2014 ein. Ja, das war schön, das alles noch einmal zu sehen, das 7:1 gegen Brasilien, das legendäre Eistonnen-Interview von Per Mertesacker, der Sieg gegen Argentinien... Nicht schön fand ich, dass dann jedes Mal in dem Bereich das Licht ausging und die anderen Exponate und Schrifttafeln dunkel wurden und man dann warten musste, bis die Serie über die WM 2014 vorbei war. Ich finde, das hätte irgendwie besser gelöst werden müssen. Überhaupt fand ich persönlich es schon störend, dass aus jeder Ecke ein anderer Ton oder Kommentar ertönte. Oftmals war es ein extremes Stimmengewirr, was mir nicht gefiel und was sehr anstrengend war.
In der unteren Etage ging es um den Vereinsfußball, auch das war sehr interessant. Aber auch da hätte ich mir an manchen Exponaten eine weitere Erklärung gewünscht. Warum zum Beispiel war ein Wimpel dabei der Saison 1951/53? Es gab auch die ein oder andere Kuriosität aus dem Fußball. So war zum Beispiel eine Liedtafel dabei, auf der ein Küster seiner Pfarrerin, die gerade einen Gottesdienst gehalten hat, während des Achtelfinals 2010 die Fußballergebnisse angezeigt hatte. Das ist wahre Fußballliebe.
Gefreut habe ich mich über das Stadion-Essen-Memory, war doch das legendäre Wurstgulasch von Aue auch dabei.
Das schmeckt wirklich echt toll, das kann ich bestätigen. Als ich mit Jonathan in Aue zum Fußball war, hat er mir im Vorfeld schon gesagt, dass wir Wurstgulasch essen müssen, das gehört in Aue einfach dazu und ist total lecker. Ja, das war es!
Nach dem Museum gab es noch eine immersive Ausstellung zu Gemälden, die Fußball zum Thema haben. Nach unserer Pleite in
Dresden war ich eher skeptisch ob der Ausstellung, aber ich wollte ihr eine Chance geben. Die Chance hat sich gelohnt, es war eine sehr schöne Ausstellung und ein toller Abschluss unseres Besuchs im Fußballmuseum. Wenn ihr Fußballfan seid, müsst ihr das Museum unbedingt besuchen und ganz viel Zeit einplanen.
Am Abend sind wir dann noch ein wenig durch das Zentrum (?) von Dortmund gebummelt, aber es hat uns allen nichts gegeben. Es war nichts, was mich zu einem weiteren Besuch bewogen hätte. Zum anderen fand ich Dortmund auch unheimlich dreckig. Ich weiß, im Ruhrpott sind es Arbeiterstädte, es geht um Maloche, aber...
Am nächsten Tag haben wir uns das Stadion des BVB angesehen, dieses kann man im Rahmen eines sogenannten Stadionspaziergangs eigenständig besuchen. Auch wenn ich Fan einer anderen Mannschaft bin, so möchte ich dort doch mal ein Spiel und die viel gelobte "gelbe Wand" erleben.
Es war sehr interessant, mal auf der Heim- und Gastauswechselbank zu sitzen, den engsten Spielertunnel der Bundesliga zu durchlaufen, in die Heimkabine zu sehen und auch mal im Stadiongefängnis zu sitzen (zum Glück blieb die Tür offen).
Auch wenn wir keine Dortmundfans sind, das muss man einfach gesehen haben! Zuerst hatten wir überlegt, uns nach dem Stadion noch die Zeche Zollern anzusehen, die Gebäude sind Anfang des letzten Jahrhunderts errichtet worden und enthalten viele tolle Jugendstilelemente. Dies hätte mich schon sehr interessiert, aber irgendwie wollten wir dann doch nach Hause. Also haben wir uns auf den Heimweg gemacht - mit einem spontanen Stopp in Kassel Wilhelmshöhe. Ich glaube, Steffen war über mal wieder eine extrm spontane Idee von mir nicht erfreut, aber er hat trotzdem angehalten.
Den Bergpark und die Wasserspiele wollte ich mir gern ansehen und habe dies auf unsere Urlaubsliste mit gesetzt. Ich habe mir allerdings gedacht, wenn wir schon an Kassel vorbeifahren, können wir eigentlich auch anhalten. So haben wir es dann auch gemacht. Den Bergpark habe ich mir allerdings (im Schnelldurchlauf) mit Katharina allein angesehen, die Steigungen waren für Steffen einfach zu viel und unter Zeitdruck erst recht.
Die Wolken verhießen schon nichts Gutes und genauso war es dann auch, es fing an zu regnen. Davon haben wir uns aber nicht abhalten lassen und sind durch den Park spaziert.
Ein klein wenig kann man auf dem unteren Foto erkennen, wie stark der Regen zwischenzeitlich war.
Ich bin mit Katharina bis zum Aquädukt gegangen, dann sind wir wieder umgekehrt, wir wollten Steffen nicht allzu lange warten lassen.
Im Bergpark sind jeweils mittwochs und sonntags die Wasserspiele, die sehr berühmt sind. Wegen dieser Wasserspiele wollte ich den Park auch gern besuchen. Die Wasserspiele beginnen am Herkules, und auch wenn Steffen es blöd fand, ist er trotzdem noch dorthin gefahren. Inzwischen hat es in Strömen geregnet und so bin ich ganz schnell allein dahin gegangen.
Das sieht bestimmt toll aus, wenn von dort das Wasser herunterplätschert. Und irgendwann werde ich mir das bestimmt noch einmal ansehen, aber wohl nicht mehr in diesem Urlaub.
Mit diesem Foto von einem total verregneten Herkules schließe ich meinen Bericht, wir sind dann auch nach Hause gefahren und hatten von Kassel bis nach Hause Dauerregen. Ich habe mich gefreut, wieder in meinem Bett zu schlafen, zu Hause ist eben zu Hause.