Jetzt erst einmal nähe ich mir ein Kleid für einen Anlass, der nicht so schön ist. Meine Oma ist am 9. Februar verstorben. Sie hatte ein langes Leben hinter sich und ich denke, es war gut, dass sie nun gehen durfte. Am 5. Februar war ich noch einmal bei ihr und habe Abschied genommen. Allerdings dachte ich immer, ich kann sie noch einmal besuchen, das hatten wir für unseren ersten Urlaubstag geplant, aber es kam anders. Es war absehbar, aber es hat mich sozusagen kalt erwischt.
Und so habe ich dann für mich entschieden, dass ich mir zur Beisetzung von Oma ein Kleid nähe. Ich nähe das Kleid für mich... ...und für Oma. Ich habe jeden besonderen Anlass mit einem Kleid "geehrt" und genauso möchte ich es für Oma machen. Als ich davon kürzlich erzählt hatte, kam die erstaunte Frage, warum ich das mache, das würde ich doch nie wieder anziehen. Doch, ich werde das Kleid wieder anziehen und wenn nicht, dann habe ich dieses Kleid für diesen einen, ganz besonderen Moment des Abschiednehmens genäht. Ich denke, mehr Ehre kann ich meiner Oma nicht erweisen und ich brauche das für mich!
Kleidung, in der ich mich wohlfühle, gibt mir selbst auch ein gutes Gefühl und Sicherheit und ich denke, das werde ich kommenden Sonnabend auf jeden Fall brauchen.
Am Montag hatte ich mir schon Stoff bestellt, habe aber, als wir letzte Woche Dienstag in Potsdam waren, noch jeden Stoffladen abgeklappert und geschaut, ob ich noch einen passenderen Stoff finde. Und ja, ich habe ihn gefunden:
Ein schwarz-grauer Sommersweat mit Rosen, die auch gut ein Patchworkblock sein könnten. Genau diesen Stoff wollte ich für mein Kleid haben. Leider war auf dem Ballen nur noch ein Rest von 2 Meter und es prangte in dem Stoff ein großes Loch. Genommen habe ich ihn trotzdem, denn ich wollte genau DIESEN Stoff.
Heute habe ich dann mit dem Kleid begonnen. Es war gar nicht so einfach, meine Schnittteile passend auszulegen und meine Katharina meinte, das wäre ja wie puzzeln.
Mein erster Gedanke war, dass passt nicht, aber Aufgeben war in diesem Fall keine Option. Irgendwie musste es einfach gehen. Also habe ich hin- und hergeschoben und irgendwann waren alle Teile so auf dem Stoff verteilt, dass ich alles zuschneiden konnte.





Liebe Viola,
AntwortenLöschendas ist ja ein ganz besonderes Projekt. Ich bin ja selbst keine Kleidernäherin, aber ich kann Dein Ansinnen sehr gut nachvollziehen. Ich drücke Dir die Daumen, dass das Kleid gut gelingt und genau den Zweck erfüllt, den Du beabsichtigst: Dir Kraft und Sicherheit zu vermitteln.
Sei ganz herzlich gegrüßt
Elke
Liebe Viola,
AntwortenLöschenda kondoliere ich dir nochmal nachträglich. Das ist schade, aber es ist wie es ist, das ist das Leben. ich hatte am 9.2. Geburtstag. Die Idee mit deinen Kleidern finde ich immer ganz klasse, warum denn nicht? Es wird sicher ein ganz tolles Kleid, der stoff gefällt mir richtig gut. Ich kann dich da gut verstehen!Ich wünsche dir auch viel kraft und denke das dir das auf jeden fall gut gelingt. Bin schon gespannt. Ich drück dich mal aus der Ferne! ... ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)
Liebe Viola, mir tut es sehr leid, dass Du Dich von Deiner Oma verabschieden musst. Ich drück Dich ganz fest... Du machst das genau richtig, näh Dir Dein Kleid, es wird Dich tragen und Dir Kraft geben. Alles Liebe Katrin
AntwortenLöschenLiebe Viola, ich drücke dich mal in Gedanken. Auch Nähen ist eine Art, mit seiner Trauer umzugehen. Du nähst so viele gute Gedanken mit in das Kleid, die dich auch später, wenn du das Kleid in den Händen hälst, da sein werden. Wiedermal bewundere ich dich für deinen Umgang mit den Wirren des Lebens. Liebe Grüße von Rela
AntwortenLöschenOh je, von einer Omi Abschied zu nehmen ist so schwer, aber wie du schon geschrieben hast, sie hatte ein erfülltes Leben. Trotzdem, es ist so schwer... Dein Kleid wird perfekt! Den es ehrt deine Omi.
AntwortenLöschenMein herzliches Beileid, viel Kraft und Zuversicht für dich und deine Familie.
Liebe Grüsse von Dosy
Liebe Viola, auch diesen Post möchte ich gern im Nachhinein kommentieren. Ich finde es immer schon sehr gut, dass du für besondere Anlässe je ein spezielles Kleid nähst. Damit gibst du ihnen eine ganz besondere Beachtung. Dem Leben gemäß gehören dazu auch traurige Ereignisse, die du nicht aussparst, sondern ihnen damit eine erinnerungswürdige Wichtigkeit verleihst. Wie recht du hast, es spielt keine Rolle ob du das Kleid nochmal anziehst, der eigentliche Grund, deiner Oma die Ehre zu erweisen, ist maßgeblich und rührt mich.
AntwortenLöschenLG eSTe