Samstag, 30. Dezember 2023

Zwischen den Jahren

Ich hoffe, ihr habt alle ein schönes Weihnachtsfest gehabt und könnt die Zeit zwischen den Jahren noch genießen. Ich mag den Ausdruck "zwischen den Jahren" sehr. Eigentlich gibt es diese Zeit ja nicht, uneigentlich aber doch. Man ist nicht mehr wirklich im alten Jahr, aber auch noch nicht im neuen Jahr angekommen, hat man frei zwischen den Jahren gibt es auch keine wirkliche Zeit, alles ist irgendwie im Fluss, aber ohne Zeitdruck und Hektik. Es ist - für mich - wie ein Zauber. Ich war diese Woche am Freitag arbeiten und musste mich echt konzentrieren, dass ich den Tag nicht verpasse, weil ich die Tage gar nicht wirklich registriert habe. 

Unser Weihnachtsfest war anstrengend, aber auch schön. Unser Bäumchen ist besonders schön geworden. Das hatten wir am Dienstag vor Weihnachten noch schnell gekauft, da Steffen am Mittwoch ins Krankenhaus musste und erneut operiert worden ist. Wir hatten zwar gehofft, dass er vor Weihnachten wieder nach Hause kommt, aber es kann ja immer was passieren. Zum Glück ist es (bisher) alles gut gegangen und er konnte schon nach zwei Tagen nach Hause. Das war für mich das schönste Weihnachtsgeschenk. Ein anderes, schönes Weihnachtsgeschenk war das, was ich von Steffen bekommen habe. Eigentlich bringt bei uns der Weihnachtsmann nur was für die Kinder. Bei uns Erwachsenen ist es so, dass wir uns nichts schenken, ist es aber so, dass er eine dem anderen eine Freude machen möchte oder gerade was sieht, was dem anderen gefallen könnte, dann bekommt einer eben ein Geschenk. Das machen wir schon seit vielen Jahren so und irgendwie gehört das zu uns und es passt für uns.

In diesem Jahr habe ich nun etwas bekommen, eine schöne Halskette mit einem schönen Anhänger. Viel schöner aber was das, was Steffen mir dazu gesagt hat. Ich halte es mal mit Katharinas Worten: "ich habe getränt". Steffen hat mir die Kette auch schon am 23. geschenkt, da waren nur wir beide und Katharina dabei und ich was sehr froh darüber, denn das war dafür genau passend.💖Ich hatte gar nicht gewollt, dass viele dabei sind, denn dieser Moment gehörte nur uns dreien. 

Dieser kleine Engel ist neu bei uns. Den hatte ich entdeckt, als wir im Herbst in Derenburg im Glaswerk waren und wir hatten dann überlegt, den für den Baum zu kaufen - irgendwann. Und dann haben wir es vergessen. Kurz vor Weihnachten fiel es uns dann wieder ein, aber wir wussten nicht mehr, was wir kaufen wollten. Typisch für uns. Irgenwann meinte einer, es könnte ein Engel gewesen sein. Johannes hatte Steffen Mittwoch ins Krankenhaus gefahren und ich hatte ihn gebeten, im Glaswerk anzuhalten und nach dem Engel Ausschau zu halten. Ich hatte ihm ungefähr beschrieben, wo der stand und er hat mir dann Fotos geschickt. Als ich die Bilder gesehen habe, wusste ich gleich wieder, welcher Engel mich fasziniert hatte. Der Engel hat uns wohl Glück gebracht.

Ups, jetzt bin ich wieder vom Thema abgekommen und in's Plaudern geraten. Denn eigentlich wollte ich ja was ganz anderes erzählen. Eigentlich heißt es ja immer, dass man nicht mit Schulden in das neue Jahr gehen soll. Ich habe schon vor einigen Jahren für mich daraus gemacht, dass ich nicht mit unfertigen Quilttops in das neue Jahr gehen möchte (ähm, ok, von den angefangenen Projekten in den dunklen, geheimnisvollen Kisten rede ich jetzt mal nicht 😂).

Ich hatte drei Tops fertig: Gelmeroda in maigrün (schon ein paar Wochen), Seiffen und den Adventskalenderquilt von 2019. Mein Ziel war, diese Tops noch im alten Jahr zu Quilts werden zu lassen und so war ich in den letzten Tagen fleißig. Angefangen habe ich mit dem Seiffen-Quilt. Marion, die gemeinsam mit Katrin und mir den Heimatquilt genäht hatte, hatte mich ja erst auf die Idee gebracht. Wir hatte ein wenig über den Quilt getextet und sie war so lieb, mir eine Uhr zu schicken, weil auf einen richtigen Kirchturm einfach eine Uhr gehört. Ich wollte auf meine Tanne gern Kerzen nähen und so habe ich im Netz gestöbert und bei einem Shop in Österreich kleine Holzkerzen entdeckt und bestellt. Im Nachthimmel meiner Kirche funkeln Sterne, die gehören für mich für Weihnachten einfach dazu.

Gequiltet habe ich meist nur in der Naht, einzig im Himmelbereich habe ich geschwungene Linien gequiltet. Ich freue mich, wenn ich den Quilt nächstes Jahr in der Adventszeit aufhängen kann.

Als nächstes habe ich einen weiteren Gelmerodaquilt fertig gestellt. Das Top hatte ich schon eine ganze Weile fertig liegen. Ich kann gar nicht mehr sagen, warum ich erst die anderen genäht und fertiggestellt habe. Aber eigentlich ist es auch egal. Auch dieses Top habe ich nur in der Naht gequiltet und damit die Kirche umrundet. Die grüne Kirche wird für mich der Quilt für Mai sein, denn im Mai ist das Grün der Bäume und Pflanzen noch zart und weich.

Fotografiert habe ich die drei Quilts heute am Blauen  See. Ich hatte gelesen, dass er wieder voll mit Wasser ist und das wollte ich mir gern ansehen, denn die letzten Jahre war er immer sehr leer. Zum Jahreswechsel 2019/2020 war der See so leer, dass wir hindurchgehen konnte. Den See jetzt wieder voll zu sehen, hat mich irgendwie glücklich gemacht.
Das war überigens der letzte Gelmerodaquilt nach dem selbst gezeichneten Schnitt. Für die weiteren Quilts, die ich noch nähen möchte, werde ich den Schnitt probieren, den ich mit dem Quiltart-Programm erstellt habe.

Der dritte Quilt, den ich fertig genäht habe, war der Adventskalenderquilt von 2019 von Handgefärbt. Das Top hing ja auch schon eine Weile fertig am Schrank. Gestern nun habe ich es geheftet und gequiltet und ich finde, so komplett fertig, sieht es noch einmal ganz anders aus.

Ich hätte es nicht gedacht, aber das weiß-gepunktete Binding gibt dem Quilt den letzten Pfiff, das war genau das, was für einen richtig schönen Quilt noch gefehlt hat. 

Ich freue mich, dass ich es geschafft habe, diese drei (kleinen) Quilts fertig zu stellen. Momentan habe ich nur ein Top noch liegen, aber das ist riesig groß, dafür habe ich weder Vlies noc Rückseite, noch Zeit, es zu quilten. Ich weiß auch gar nicht, ob ich es selber quilten möchte oder ob ich es vielleicht zum quilten weggeben werde. Dieses Top wird aber noch eine ganze Weile warten müssen, ehe es ein Quilt wird.

2 Kommentare:

  1. Liebe Viola, wie mir deine Plaudereien gefallen! Es ist so schön, dass du so von der Leber weg erzählen kannst. Löblich ist dein Vorsatz, nicht mit Ufos ins neue Jahr zu geben, und noch besser ist es, man definiert genau, was ein Ufo ist. Bei mir sind Anfänge, die schon ewig in Arbeit sind, an die ich mich kaum mehr erinnern kann, allenfalls Altlasten. Egal, ich gratuliere dir jedenfalls, dass du es geschafft hast, drei Quilts kurz vor Schluss fertigzustellen. Das ist großartig, davon träume ich. Und sehr schön sind alle geworden.
    Wunderbar ist auch, dass ihr nach Steffens OP gemeinsam daheim Weihnachten feiern konntet und du mit einem so liebevollen Geschenk bedacht wurdest. Ich wünsche Steffen gute und baldige Besserung und insgesamt einen schönen Jahreswechsel. Bis bald
    LG eSTe

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  2. Liebe Viola, ich kann kommentieren, wie schön! Kaum macht man es richtig, schon klappts ;o)
    Deine Abschlussarbeiten sind ganz wunderbar geworden und diese Kirche und dann auch noch nach selbst erstellter Vorlage ist ganz großartig! Wunderschön auch Seiffen, die Zusammenstellung ist toll., ich mag es sehr, dass die Sänger im Vordergrund sind und die Kirche so angenehm zurückhaltend. Der kleine schwarzbunte Quilt ist ein Hit und die klaren Farben und Formen sind genau meins...
    Ich freu mich sehr, dass Steffen so schnell wieder zu Euch durfte und ihr gemeinsam Weihnachten feiern konntet. Das ist wirklich ein großes Geschenk!
    Liebe Viola, Dir und Deiner Familie einen guten Start ins neue Jahr, Gesundheit, Kraft und Geduld mögen niemals ausgehen, alles Liebe
    Katrin

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