Samstag, 25. Januar 2025

So schön warm

In den letzten Wochen und Monaten war ich extrem erschöpft und habe ständig gefroren, auch, wenn ich abends im Bett lag: Zwei warme kuschelige Quilts, langer Schlafanzug, zwei paar Strümpfe und die Kälte kroch so langsam von unten hoch und kam immer in Schauern über mich. Selbst nachts bin ich manchmal wach geworden, weil ich zum Beispiel mal wieder kalte Füße hatte. 

Eigentlich kann das ja nicht sein, also habe ich gesucht, was ich dagegen tun kann und bin auf Schlafanzüge aus Merinowolle gestoßen. Ups, die sind ja ganz schön teuer. Ich habe dann eine Weile gesucht und eine Leggings und ein Langarmshirt gefunden, welches nicht gaaaanz so kostenintensiv war. Eine Investition war es trotzdem noch, aber wie Steffen immer so ist, hat er hat da wieder gesagt: "Bestell doch.". Ich habe es dann auch getan und als mein Schlafanzug kam, war ich erst ein wenig... ...enttäuscht, denn die beiden Sachen waren recht dünn. Das Material ist eine Mischung aus Merinowolle und Seide und das soll warm halten. Logisch, dass ich die Sachen gleich anprobiert habe (vor dem Schlafen) und erstaunlicherweise hielten sie wirklich warm.

Auch wenn Sachen aus Wolle nicht so häufig gewaschen werden müssen, wie Sachen aus anderen Materialien muss auch mein Schlafanzug mal gewaschen werden. Und dann? Wieder frieren? Mein Plan war das eigentlich nicht und so habe ich mich auf die Suche nach einem weiteren Schlafanzug gemacht, natürlich wieder aus Merinowolle. Und wie es der Zufall so will, wurde mir mal wieder Werbung angezeigt. Für einen Shop, der besondere Stoffe anbot und nun aber schließt. Dort habe ich dann auch noch einen Stoff aus Merinowoll in ausreichender Länge gefunden. Auch das war eine Investition, aber da Steffen wieder seinen Standardspruch - siehe oben - gesagt hat, habe ich ihn mir bestellt.
Gleich als der Stoff kam, glücklicherweise war es ein Mittwoch, der Tag, an dem ich pünktlich Feierabend habe, habe ich mich an's Nähen gemacht. Schnitte für Leggings und Langarmshirts habe ich ja da, da ich das öfter nähe. Der erste Schnitt in den teuren Stoff war nicht so einfach, aber wenn ich einen neuen Schlafanzug haben wollte, musste ich es tun.

Die Sachen habe ich komplett mit der Overlock genäht, ich brauche ja dehnbare Nähte. Glücklicherweise habe ich inzwischen Maschinen, die sehr gut sind und vor dem Nähen keinerlei Einstellungen ausprobieren muss. Wenn ich da noch an die erste Overlock denke, die ich hatte, bevor ich da was nähen konnte, musste ich erst x-mal probieren, ob auch alles stimmt. Genauso ist es mit der Covermaschine. Da hatte ich mir 2005 eine gekauft, als Jonathans Kur bewilligt worden ist und ich ihm Shirts und Jogginghosen nähen wollte. Aah, was habe ich immer wieder mit der Maschine gekämpft, über viele Jahre. Nachdem ich damit dann aber 2013 eine Hose von Papa beim Säumen geschrottet habe, habe ich ihr einen Freiflug in die Mülltonne spendiert. Ich hatte dann eine andere Cover gekauft, aber auch die zickte immer wieder rum und irgendwann bin ich dann bei "meiner" Marke gelandet und damit bin ich zufrieden: Anschalten, losnähen - und es funktioniert!
Und was soll ich sagen: Ich bin auch wirklich mit meinem Schlafanzug fertig geworden. Ich sage immer, wenn der Schnitt schon kopiert ist, geht das Nähen schnell. Und so konnte ich am Abend dann meinen neuen Schlafanzug Probe schlafen. Ähm, ich habe doch tatsächlich im Bett geschwitz und das mitten im Winter! Es war die absolut richtige Entscheidung, den Stoff zu kaufen. 
Leider habe ich beim Nähen nicht daran gedacht, einige von den Labeln aus dem letztjährigen Adventskalender mit zu vernähen und so habe ich nur ein klitzekleines Label am Saum vernäht.
Ich habe den Schlafanzug nun schon seit drei Wochen im Gebrauch und nun kann ich nach Dauertest sagen, dass es richtig war, den Stoff zu kaufen. Gut, ich habe ein kleines Löchlein im Stoff, da muss ich mal gucken, wie ich das reparieren kann, damit es nicht größer wird. Gefroren habe ich seitdem im Bett nicht mehr, nur die Füße waren hin und wieder mal kalt. Was allerdings geblieben ist, war die ständige Erschöpfung. Irgendwie hätte ich ja gedacht, dass auch das verschwindet, wenn ich nachts nicht mehr friere. Dem war aber nicht so.

Die Erschöpfung ist aber auch auf dem Weg in's Nirvana. Vor 1 1/2 Wochen war ich beim Frauenarzt und hatte dort einen Flyer gesehen, der damit warb, dass Erschöpfung behandelt weden muss. Darin ging es um Vitaninspritzen und es gab eine Fragenliste mit diversen Fragen, bei denen es drei Antwortmöglichkeiten gab: Sehr häufig, häufig, selten. Sehr häufig gab es bei mir zwei mal, häufig drei-, viermal und der Rest war selten. Im Gespräch fragte mich die Ärztin dann, wie es mir geht und ich habe erzählt, dass ich eben immer wieder Schmerzen habe und erschöpft bin, es aber auf die Wechseljahre schiebe. Ich hatte dann auche erzählt, dass ich Weihnachten zwei Wochen frei hatte und überhaupt nicht erholt war.

Sie sprach dann den Flyer an, den ich auch schon entdeckt hatte, sprach mit mir darüber und sagte, dass sie diese Kur auch bei sich selbst macht. Man muss es zwar selbst bezahlen, aber ich dachte, das kann ich ja versuchen. Inzwischen habe ich drei von acht Spritzen bekommen und - man mag es kaum glauben - bereits nach der ersten ging es bei mir aufwärts: Die ständigen Schmerzen im Körper wurden weniger, die Vitalität kehrte zurück. 

Ich freue mich, dass ich zum einen den Flyer entdeckt und zum anderen die Erschöpfung angesprochen habe. Das ist ja bei mir immer so ein bisschen das Problem: Das Problem beim Arzt zu benennen, denn ich habe dann oft den Gedanken "ach, hab dich nicht so, das ist normal und wir schon wieder" und oft habe ich es als Jammern empfunden. Ich gehe ja auch nur dann zum Arzt, wenn es wirklich nicht mehr geht und ich bleibe auch nur zu Hause, wenn es tatsächlich nicht mehr geht. Ich müsste da für mich einen Mittelweg finden, ich denke, dann würde es mir auch ein wenig besser gehen und ich gehe mit mir nicht immer an die Grenze. Vielleicht schaffe ich das noch einmal irgendwann. Wenn ich das Problem aber beschreiben kann und es kenne, bin ich doch aber bestimmt schon auf dem richtigen Weg.

6 Kommentare:

  1. Das kleine Löchlein sollte kei Problem sein. Wenn es eine Art Jeryes ist, bleibt es so wie es ist.
    Ja, ma spricht oft Dinge beim Arzt nicht an, ich kenne das auch. Ob es Blasenschwäche ist, fette Beine, mentale Ausgelaugtheit, Trauer, Erschöpfung... immer ist so eine Schwingung mit dabeim die da lauten könnte "will sie eine Krankschreibung" oder "blabla, hab dich nicht so" oder gar "ja, mach mehr Sport, nimm ab und iss weniger". So denken die Ärzte:Innen sicherlich nicht, das findet nur in unseren Köpfen statt.
    Gut, dass Du es angesprochen hast und weißt Du, genau das mag ich an Dir: Du benennst auch die misslungenen Dinge und die, die im Leben mal nicht so glatt laufen hier auf Deinem Blog. Das mache ich auch, denn es gehört dazu, gell?

    Nana

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  2. Hallo Viola,
    schön, dass der Schlafanzug dich nun warm hält.
    Auf sich selbst zu achten ist schwierig. Immer haben wir Frauen/Mütter erst die anderen im Blick. Danke für den Denkanstoß. Ich werde beim nächsten Arztbesuch auch mal meine "Wehwehchen" ansprechen und nach einer Vitaminkur fragen.
    LG Doris :o)

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  3. Gute Idee, einen warmen Schlafi zu nähen. Mir ist es immer zu warm im Bett, trotz offenem Fenster. LG von Rela

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  4. Liebe Viola,
    und zu WARM sieht er auch noch fröhlich aus. Das war sicher eine gute Entscheidung.
    Und nun drücke ich Dir die Daumen, dass es tatsächlich aufwärts geht.
    LG
    Elke

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  5. Toll ist der geworden, der Schlafanzug.
    Ich bewundere die Leute die sowas können.
    Ich kann nur Patchwork. 😂
    Habe mich allerdings auch nie mit was anderem befasst.
    Euch einen schönen Sonntag.
    Liebe Grüße
    Karin

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  6. Hallo Viola,
    schön ist er, dein Schlafanzug. Hast du noch Reststücke von dem Stoff? Dann könntest du dir noch Socken nähen, dann werden auch deine Füße nicht mehr kalt.
    Liebe Grüße
    Marietta

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