Sonntag, 2. Februar 2025

Mannheim

Am Donnerstag waren Steffen und ich unterwegs. Anfang Dezember hatte ich von einer Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim gelesen und die erschien mir interessant. Da Katharina in der letzten Woche ja eigentlich mit ihrer Freundin und deren Eltern in Ägypten gewesen wäre, hatten wir überlegt, in eben dieser Woche einen Ausflug nach Mannheim zu planen. Wir hatten uns entschieden, mit dem Zug zu fahren, von Göttingen fährt ein ICE nach Mannheim, man muss nicht umsteigen. Das ist für mich ein Argument, mit dem Zug zu fahren, sonst ist das so eher nicht  meins. Auf Grund des gebrochenen Fußes musste der Urlaub für Katharina ja ausfallen und so haben wir überlegt, ob wir unsere Fahrt absagen sollen. Aber sie meinte, wir sollten ruhig fahren, sie bleibt gern allein.

Und so haben wir uns also am Donnerstag auf den Weg gemacht, allerdings später, als wir eigentlich wollten und so war unsere Ankunftszeit laut Navi in Göttingen um 8.11 Uhr, um 8.16 Uhr fuhr unser Zug. Als ich das gesehen hatte, hatte ich schon gar keine Lust mehr, überhaupt lozufahren. Wir haben unseren Zug geschafft, trotz des Staus vor Göttingen, es war aber tatsächlich sowas von knapp, dass wir auf dem Bahnsteig nicht einmal gucken konnte, wo denn der Waggon ist, in dem wir unsere Plätze haben. So kam es, dass wir im Waggon 7 eingestiegen sind und bis in Waggon 1 durch den Zug laufen mussten.

Es hat aber dann alles gut geklappt und die Zugfahrt war entspannt. Das einzige Problem war, dass wir hungrig waren (wir hatten in Göttingen auf dem Bahnhof kurioserweise keine Zeit mehr, was zu Essen zu kaufen) und das Bistro war ganz am anderen Ende des Zuges. Nein, wir wollten nicht noch einmal durch den halben Zug laufen. Also haben wir bis Mannheim gewartet und uns dann am Bahnhof erst einmal was zu essen geholt, bevor wir uns auf den Weg zur Kunsthalle gemacht haben.
Die Kunsthalle kommt erst einmal als großer Klotz daher, hat aber im Inneren eine Leichtigkeit, die der äußerer Anblick nicht unbedingt vermuten lässt. Vor 100 Jahren war dort eine Ausstellung zur "Neuen Sachlichkeit", die wohl maßgeblich diesen Begriff mit geprägt hat. Zum hundertjährigen Jubiläum wurde das Thema der Neuen Sachlichkeit erneut aufgegriffen und die damalige Ausstellung neu aufgelegt, aber auch neu aufbereitet. Die Ausstellung war echt spannend und interessant. Wieder gab es einen Audioguide und wir hatten dieses Mal sogar daran gedacht, die Kopfhörer für's Handy mitzunehmen. So war es viel angenehmer, die Audios zu hören.

Auch in dieser Ausstellung ist es mir wieder aufgefallen, dass die ersten Räume brechend voll waren, die Ausstellung war sehr gut besucht, in die zweite Etage, wo die Ausstellung fortgesetzt wurde, hatten sich aber die wenigsten Besucher verirrt. Ich frage mich immer wieder, warum das so ist, im Barberini ist mir das auch schon immer wieder aufgefallen.
 
Die Kunsthalle hat mich mit ihrer Bauweise unheimlich beeindruckt, überall gab es Durchbrüche und Sichtachsen, auch in den Ausstellungsräumen. Das fand ich sehr gut.
Von neuen Teil der Kunsthalle gab es einen Übergang zum Jugendstilgebäude. Ich habe dem keine große Bedeutung beigemessen, aber als wir dann in diesem Gebäudeteil waren, war es einfach nur Wow! So etwas Schönes:




Dieser Teil des Gebäudes war für mich der Schönste, auch wenn der Neubau seinen Reiz hatte. Wir haben uns dann auch noch die Dauerausstellung angesehen und standen plötzlich vor einem Gemälde von Feinigner, in der Kunsthalle hängt ein Bild aus der Halle-Serie. Das war mir nicht bewusst und ich habe mich sehr darüber gefreut.

Nach unserem Besuch in der Kunsthalle sind wir noch ein wenig durch (das Zentrum?) von Mannheim gebummelt, haben uns die Christuskirche angesehen, leckeren Kuchen gegessen und die ungewöhnlichen Straßennamen bestaunt.

Zunächst hatten wir mit dem Wetter noch richtig Glück, die Sonne strahlte mit uns um die Wette. Als wir dann aber im Café saßen zog es sich immer mehr zu und dann fing es doch noch an zu regnen. Dieser Umstand und weil wir ja doch sehr zeitig aufgestanden sind, hat dann dazu beigetragen, dass wir dann irgendwann Richtung Bahnhof zurückgegangen sind und dort auf unseren Zug gewartet haben. Ich hätte mir gern den Neckar und den Rhein angesehen, denn ich fand es faszinierend, dass eine Stadt zwischen zwei so großen Flüssen liegt, aber das können wir ja ein anderes Mal machen.

Es war ein schöner Tag, der Besuch in der Kunsthalle sehr schön, die Ausstellung ist absolut sehenswert und dass dort ein Feiniger hängt, setzte dem Ganzen noch die Krone auf. Am Ende waren wir dann aber beide froh, als wir wieder im Zug nach Hause saßen, denn es war auch extrem anstrengend.

5 Kommentare:

  1. Liebe Viola, das war wieder ein sehr schöner Tag für euch. Das Jugendstilgebäude ist traumhaft schön. Ich werde morgen zum Thema "Jugendstil" die Kunsthalle in München besuchen und freu mich schon sehr darauf. LG eSTe

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  2. Ihr macht immer so tolle Ausflüge. Wieder so ein schöner Ausstellungsbesuch.
    LG
    Elke

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  3. Liebe Viola, schön, dass dein Mann dich bei solchen Besichtigungen begleitet. Bei uns gehört das leider der Vergangenheit an. Schade, aber gut, dass wir solche Unternehmungen auch gemeinsam gemacht haben. Für Katharina gute Besserung. Nun ist sie schon so groß, dass sie alleine zu hause bleibt. Das ist toll. LG von Rela

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  4. Liebe Viola, wie schön, dass du uns mitgenommen hast auf diesen Ausflug. Solche Besichtigungstouren sind immer etwas Besonderes. Und dass du dann als Belohnung sozusagen noch einen Feininger sehen konntes, um so besser.
    Liebe Grüße
    Renate

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  5. Also ich fahre echt gerne Zug und Ihr hattet einen schönen Tag, das ist die Hauptsache.

    Nana

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