Donnerstag, 13. Februar 2025

Dunkelheit hat nicht das letzte Wort

Mit einem Refrain von Heinz Rudolf Kunze beginne ich meinen heutigen Post. Anfang der Woche stand der routinemäßige CT-Termin bei Steffen an, er wunderte sich schon, dass er von der Praxis eine CD mitbekommen hatte. Das war bisher noch nicht so und nur einen Tag später rief der Urologe an und bat ihn am gleichen Tag noch in die Praxis. Und ja, es ist das eingetreten, was wir gedanklich völlig ausgeblendet hatten. :-( Nun heißt es also, die Chemo durchzustehen und dann schauen wir, was kommt. Es steht mal wieder alles Kopf und hat uns ziemlich kalt erwischt. Am Dienstag muss Steffen in's Krankenhaus und bekommt dann einen Port (mir war gar nicht bewusst, dass dieser dann zeitlebens im Körper bleibt) und dann werden wir sehen, wie es weitergeht.

Nun muss mein Schutzengel, den ich mir 2023 in Hamburg gekauft habe, als wir schon einen Rückschlag erhalten haben, Sonderschichten schieben und noch mehr gute Macht ausstrahlen. Der Engel begleitet mich seitdem täglich, er liegt in meiner Handtasche und hat mich zum Beispiel auch bei den Prüfungen im letzten Jahr begleitet.

Erst war ich wie gelähmt, aber dann habe ich einen Gelmerodaquilt genäht, in vielen dunklen Farben, naja, eigentlich fast schwarz. Denn so ist es momentan in meinen Gedanken. Aber nur dunkel ist es nie und es gibt immer einen Lichtschein, der das Dunkel durchdringt und erhellt. Zu Anfang ist es vielleicht erst einmal nur ein schwacher Schein, aber letztendlich siegt das Licht doch immer! Und so hat mein schwarzer Gelmerodaquilt einen hellen Lichtschein, der von rechts auf die Kirche fällt (eigentlich sollte der Lichtkegel von links kommen, aber ich habe beim Schnitt mal wieder nicht daran gedacht, dass ich den Schnitt ja spiegelverkehrt vor mir sehe). 

Einen ähnlichen Quilt habe ich schon einmal genäht: Im Dezember 2023, als Steffen noch vor Weihnachten in's Krankenhaus musste und operiert worden ist. Nun ist es aber zum einen blöd, einfach etwas noch einmal zu nähen und zum anderen wird dieser Weg ein längerer und anstrengender werden, als bisher. Und so habe ich mir überlegt, den Quilt mit Strasssteinen zu verzieren, einen leuchtend gelben für eine gute Woche und einen dunklellila Stein für eine schlechte Woche. Am Ende unseres Weges wird der Quilt dann hoffentlich mit mehr leuchtend gelben Steinen bestückt sein als mit den dunklen.

Auch die Kirche selbst ist dieses Mal recht dunkel gehalten, einzig die Stelle der Uhr und ein Teil des Vorbaus vor der Kirche sind in hell genäht. Die Dunkelheit will sich schon über die gesamte Szene legen, wird es aber nicht schaffen!

Wenn meine Steine kommen, werde ich für die erste Woche einen dunklen (für die Diagnose) und einen hellen (für unseren Mut und unsere Zuversicht) aufkleben und dann folgen hoffentlich ganz, ganz viele helle Steine. Für den Uhrenkasten habe ich ein Herz bestellt, das werde ich dort aufnähen.

An der rechten Seite sieht man, dass die Übergänge im hellen Bereich um ein, zwei Millimeter verschoben sind, das habe ich leider - trotz Trennen - nicht besser hinbekommen, vielleicht quilte ich da noch einmal ein wenig drüber, auch wenn mein Quilt schon komplett fertig ist, vielleicht fällt es dann nicht ganz so extrem auf...

11 Kommentare:

  1. Ohje Viola,
    das sind ja keine guten Nachrichten. Ich kann verstehen das Du davon erstmal gelähmt warst. Aber für kurzfristige Ablenkung und Abschalten ist unser Hobby wirklich wunderbar geeignet. Mir gelingt es damit auch immer/meistens.
    Ich drücke Deinem Mann die Daumen das die Chemo hilft und die Nebenwirkungen nicht so schlimm sind, und Euch als Familie diese schwere Zeit durchzustehen.
    Lg Karin

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  2. Liebe Viola, ich wünsche dir und deiner Familie die Kraft, die ihr braucht, auch das gemeinsam zu meistern. Ich drücke euch mehr als nur die Daumen. Und eines muss ich noch sagen: der Ausspruch, nähen tut der Seele gut stimmt, dann das kommt in deinem Post deutlich zum Ausdruck. Eure Familie ist so toll, das gibt auch deinem Mann notwendige Energie. Ich drück dich mal ganz fest, liebe Grüße von Rela

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  3. Liebe Viola,
    was für ein Schreck! Was für eine Nachricht.... Ich sende Euch alle erdenklich guten Wünsche verbunden mit herzlichen Grüßen an Steffen.
    Dein Quilt ist so eine gute Antwort auf dieses Schreckgespenst. Er sagt einfach alles.
    Ganz herzliche Grüße
    Elke

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  4. Alles Gute für Euch, und so ein Port kann auch wieder entfernt werden, habe ich auch machen lassen.
    LG Angelika

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  5. Viola und Steffen, diese Zeilen sind für Euch beide.
    Die Kirche darf dunkel sein, denn ohne Dunkelheit gibt es auch kein Licht und ohne Pech kein Glück. Jeder steht auch mal im Schatten oder im Regen oder wie auch immer man es nennen möchte, der Schritt heraus ist entscheidend. Es ist ganz gleich wie man seinen Glauben und seinen Schutz benennt, ich nenne es Gott, Ihr vielleicht Universum oder Schutzengel, andere wiederum ganz anders. Der Glaube, dass es weitergeht, irgendwie, der Glaube daran, dass man nicht alleine ist, der Glaube daran, dass andere ihr allerbestes geben um Steffen zu helfen und Dir gleich mit (denn Ihr als Familie seid ja alle betroffen), der Glaube daran, dass die Kraft schon irgendwie reichen wird... das ist essentiell und braucht es auch. Insofern steht Dein Licht im Quilt (es tut mir sehr leid, aber das ist bislang die schönste Kirche und der schönste Himmel) nicht nur für den Blitz, wie er gerade bei Euch eingeschlagen hat, sondern für den Strahl der Hoffnung, Kraft, Zuversicht, Glaube und Zusammenhalt, was Euch begleiten wird und hoffentlich nie ausgehen wird. Steffen, Du schaffst das! Viola, Du wirst kraftvoll begleiten, da bin ich mir sicher! Die Kinder... die möchte ich hier raushalten, Ihr seid ihre Vorbilder, sie werden lernen damit umzugehen.

    Nana

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  6. Liebe Viola,
    ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass alles gut wird.
    Liebe Grüße
    Renate

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  7. Liebe Viola,
    Worte helfen nicht viel, deshalb nur ein paar: Alles Gute für Steffen, dich und eure Familie.
    Ich denke an euch . LG Doris

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  8. Liebe Viola, alles Gute für euch in dieser schweren Zeit. In den Worten von Mother Julian of Norwich: "All shall be well, and all shall be well, and all manner of things shall be well."
    Ursula

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  9. Hallo Viola,

    das sind wirklich keine guten Nachrichten. Ich wünsche euch als Familie, insbesondere deinem Mann, ganz viel Kraft in dieser dunklen, schweren Zeit. Und denke daran. "Sewing is my therapy"! Setze dich so oft du kannst, dann deine Nähmaschine, tanke dann neue Kraft und Energie. Ich wünsche deinem Mann alles Gute.

    Liebe Grüße
    Ute

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  10. Oh nein, das sind wahrlich keine guten Nachrichten. Ich wünsche euch ganz viel Kraft um diese Zeit zu überstehen.
    Ganz liebe Grüße
    Bettina

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  11. Liebe Viola,
    ich hab dir eine kleine Mail geschrieben, Kopf hoch! Ich drück dich nochmal ganz lieb aus der Ferne. Das mit den Steinchen ist eine wunderbare Idee! Ich muss mich dem anschließen - nähen tut der Seele gut und gibt Kraft, alles gemeinsam durchzustehen. Alle nur erdenklich guten Wünsche für Eure Familie .....Ganz LG aus dem verregneten Dänemark, Ulrike :0)

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