Als meine Schwester vor ein paar Wochen hier war, fragte sie mich, ob ich ihr eventuell eine Tasche für ihr Navi nähen könnte, da das sonst immer so in der Tasche liegt. Also habe ich mir die Maße notiert und es erst einmal im Kopf ganz weit nach hinten geschoben, denn Taschen nähen ist nicht so meins.
Aber weil ich meinem Neffen ja sein Geburtstagsgeschenk schicke, habe ich mir überlegt, dass ich ja für Ramona die Tasche mitschicken könnte. Also habe ich am Sonnabend einen ersten Versuch gestartet.
Naja, so sieht die Tasche ja nicht schlecht aus, aber ich habe leider nicht daran gedacht, dass ich die Innennähte nicht versäubert habe, wenn ich gleich Rückseite, Vlies und Vorderseite quilte. So hatte meine erste Tasche innen lauter unversäuberte Nähte. Das hat mir überhaupt nicht gefallen, also habe ich ein Futter innen eingenäht und die Kanten mit Schrägband eingefasst.

Die Tasche ist noch einmal unterteilt, links ist Platz für das Navi, rechts für die Kabelei. Die Tasche ist fertig, aber wirklich zufrieden war ich damit nicht. Also habe ich heute einen zweiten Versuch gestartet. Dieses Mal habe ich gleich an die Nähte gedacht und habe mein Stück verstürzt. Vorher habe ich mir auch die Maße aufgeschrieben und alles ausgemessen und aufgezeichnet. Soweit war alles schön. Ich hatte auch daran gedacht, dass ich meinen Taschenkörper zweimal brauche. Als ich dann aber zugeschnitten habe, habe ich nicht mehr an die Taschenklappe gedacht, zweieinhalb mal wäre schon nicht schlecht gewesen. Egal, so ist meine zweite Tasche ein wenig kleiner, als ursprünglich geplant, geworden.

Und dann habe ich noch etwas Kleines gestickt, um meiner Schwester eine kleine Freude zu machen. Gern wären wir ja dabei gewesen und hätten mit ihnen zusammen gestaunt und gefeiert, aber das geht leider nicht, da wir noch keinen Urlaub haben. Aber vielleicht freut sie sich ein wenig, wenn sie das Paket öffnet.
Von diesen Hängerchen habe ich schon eine ganze Menge verschenkt, meine
Eltern haben eins bekommen, mein ehemaliger Kollege, die ehemaligen
Kindergärtnerinnen von Jonathan, die Tochter einer Kollegin... Ich finde die immer wieder niedlich und Katharina hat sich heute auch sehr darüber gefreut. Ich glaube, ich muss ihr auch mal eines sticken. Sie hat sich allerdings gewundert, dass das Haus nur zwei Fenster hat. Ich habe ihr gesagt, dass das doch reicht, es ist ein kleines Haus, Johannes meinte, vielleicht hat das Haus ja auf der anderen Seite auch noch Fenster. Was macht Katharina? Geht hin, dreht es rum und meint ganz siegessicher: "Ne, hat es nicht!"
Irgendwann steht ja auch unser Urlaub an und ich wollte ja eigentlich die Blöcke von meinem Wunschgarten im Urlaub fertig sticken. Da der nun fertig ist, habe ich mir ein anderes Projekt für den Urlaub gegönnt (davon später mehr). Als ich heute mit Steffen darüber gesprochen habe, meinte er ganz schockiert, dass ich doch aber wohl keine Nähmaschine mitnehmen möchte. Nein, möchte ich natürlich nicht, es wird was, was ich mit der Hand nähen kann. Aber ich brauche natürlich was, worin ich die ganzen Sachen verstauen kann. Auf ganz vielen Blogs ist mir schon die Sew together bag begegnet und ich habe schon oft überlegt, ob ich es nicht auch mal versuchen sollte. Also habe ich mir heute das Schnittmuster gekauft und ganz spontan angefangen, die Tasche zu nähen.
Das erste Problem war das Vlies. Ich habe dann verschiedene Reste genommen. Das nächste Problem waren dann die Reißverschlüsse, ich habe zwar einen ganzen Beutel voll, aber keiner hat so richtig gepasst.
Ich habe dann aber doch irgendwie was halbwegs Passendes gefunden und dann konnte es endlich losgehen. Die ersten Teile gingen noch gut, aber bei den weiteren hatte ich irgendwie ein komisches Gefühl, dem hätte ich mal folgen sollen, dann hätte ich mir einiges an Trennerei erspart. Ich hatte nämlich die mittleren Taschenteile falsch mit den Reißverschlüssen zusammen genäht. Egal, trotz diverser kleinerer Katastrophen und einem mittleren Chaos habe ich eine halbwegs passable Tasche zustande gebracht.
Ich habe nach dem Sew along von Marlies genäht, das war wirklich sehr hilfreich, denn die Anleitung ist ein klein wenig spärlich bebildert und erst alles zu lesen, hatte ich keine Lust. Und das ist nun meine erste Sew together bag:
Ich werde mir auf jeden Fall noch eine weitere Tasche davon nähen, dann werde ich die Teile aber nicht mit Volumenvlies füttern, sondern nur einfache Vlieseline oder Gewebeeinlage verwenden, denn mit H640, welches ich noch hatte, waren mir die Teile einfach zu voluminös, deswegen ist meine Tasche an den Seiten auch nicht wirklich schön geworden. Aber für den ersten Versuch bin ich zufrieden. :-)