
Ja, es ist geschafft: Die beiden letzten Prüfungen liege nun hinter mir. Heute war ja wieder ein zwei-Prüfungen-Tag. Irgendwie habe ich das heute als nicht so anstrengend wie am Dienstag empfunden, heute war ich weniger fertig, dafür am Ende des Tages total frustriert. Die frühe Prüfung war zum Erbrecht, das war die erste Prüfung, bei der ich dachte, ich muss ein leeres Blatt abgeben, zu Anfang habe ich nicht gewusst, wie ich anfangen soll. Dann habe ich mich aber erinnert, wie wir es in den Präsenzphasen gelehrt bekommen haben und nach diesem Schema F konnte ich dann den Fall aufdröseln. Und ich habe, so finde ich zumindest, dieses Mal ganz nah am Fall gearbeitet. Das war ja in der Klausur unter anderem das, was ich nicht getan habe und ja, ich habe dieses Mal nicht von Herrn oder Frau Müller, sondern von Horst und Helga und Bernd und Alexander und so geschrieben. Ich muss erhrlich zugeben, dass das für mich befremdlich ist. Egal, ein leeres Blatt habe ich nicht abgegeben, ich habe mir alle Zeit der Welt genommen und meine Arbeit immer wieeder durchgelesen, Dinge ergänzt, Seiten noch einmal abgeschrieben. Kurzum: Ich war am Ende der Prüfung zufrieden (was ich auch bei den vier vorigen Prüfungen war).
Ja und dann kam nach dem Mittag Familienrecht. Ja, auch darauf habe ich mich vorbereitet, Ich wusste auch, wie ich zu meiner Lösung komme, aber die gesamte Prüfung hat mich irgendwie völlig aus dem Konzept gebracht. Dann waren die Aufgabenstellungen meiner Meinung nach so uneindeutig, ist die Mutter nur im ersten Fall allein sorgeberechtigt oder in den anderen zwei folgenden Fällen auch, ist die Mutter im vierten Fall einmal Alleineigentümerin eines Grundstücks in der Abwandlung dann wieder mit dem Ehegatten zusammen??? Fragen über Fragen und wenn ich gleich zu Beginn über solche Dinge stolpere, dann ist es meist vorbei mit dem Ganzen.
Ich weiß ja, dass ich manchmal furchtbar kompliziert bin und Probleme sehe, wo keine sind und mir den Kopf über viel zu viele Dinge zerbreche, aber glücklicherweise haben nach der Prüfung alle die gleichen Probleme aufgeworfen und gesehen. Naja und so war ich eben total frustriert und hoffe, dass das, was ich geschrieben habe, reicht, um die Prüfung zu bestehen. Einen Ausrutscher können wir uns wohl erlauben oder auch zwei, ich weiß es nicht mehr genau, aber... Eines weiß ich ganz genau, sollte ich die Prüfung tatsächlich nicht bestehen (wovon ich jetzt mal nicht ausgehe): Ich werde die Prüfungen (ja, ich müsste alle sieben Prüfungen wiederholen) in zwei Jahren kein zweites Mal schreiben, dann beende ich den Kurs ohne den Abschluss. Ist dann auch egal, das Wissen kann mir keiner mehr nehmen!
Nach der Prüfung bin ich dann noch einmal in den Clara-Zetkin-Park gegangen und habe dort die Seele baumeln lassen und mit einem leckeres Pistazieneis beruhigt. Das tat wirklich gut und es war wieder sehr lecker.
Heute Nachmittag ist es dann doch noch schön sonnig geworden und der Park zeigte sich dann irgendwie in einem ganz anderen Licht. Ich bin immer wieder erstaunt, wie schnell sich in Großstädten bei schönem Wetter, und sei es auch noch so frisch, das Leben nach draußen verlagert. Überall waren Menschen, saßen auf den Brücken, auf der Wiese und haben einfach nur das Leben genossen. Eine ganze Weile habe ich einem Seifenblasenkünstler zugesehen. Wahnsinn, was der für große Seifenblasen gemacht hat und sie sind so schön durch die Luft geflogen und irgendwann sind sie dann zerplatzt.
Ich hatte es am Dienstag ja schon vermutet: Bei Sonnenschein sehen die Rhododendronbüsche noch viel schöner aus als bei Regen. Und dann habe ich eine große Fläche mit Bärlauch entdeckt. Er hat schon geblüht, dadurch sah es noch viel schner aus, als wenn er noch keine Blüten gehabt hätte.
Nach dem Abendessen bin ich dann noch einmal um's Carrè gegangen, noch einmal an die frische Luft und zum anderen wollte ich gern ein klein wenig Abschied von "meiner" Kirche nehmen, hat sie mich doch durch die Zeit in Leipzig ab der zweiten Präsenzphase begleitet und außerdem war ich in der Prüfungwoche ja nur ein einziges Mal dort. Ich habe sie zwar jeden Tag auf meinen Spaziergängen gesehen, aber direkt dort war ich nur einmal. Ich habe auch die richtige Zeit abgepasst: Der Tag war gerade dabei, sich in die blaue Stunde zu verabschieden.
Es ist einfach immer wieder schön und ich entdecke beim jedem Mal ein neues Detail oder eine andere Ansicht.
Ich habe dann noch einen kleinen Rundgang "hinten rum" gemacht und bin dann wieder in's Hotel gegangen, jedoch nicht, ohne noch vom Hotel das ein oder andere Foto zu machen. Und als hätte es der vom Wetter mal gut mit mir gemeint, fing es prompt an zu regnen. Glücklicherweise war ich da schon wieder im Zimmer.
Mit der Aussicht von meinem Zimmer verabschiede ich mich in die letzte Nach in Leipzig. Mein morgiger Tag wird sehr entspannt, meine Prüfung beginnt erst um 14.30 Uhr. Mein Checkout wurde auf 12 Uhr nach hinten gelegt, so ist die Zeit bis zur Prüfung nicht ganz so lange. Mal schauen, wie ich diese verbringen werde. 😉
Liebe Viola,
AntwortenLöschenda musstest Du Dich ja gestern doll plagen! Ich drücke Dir ganz, ganz sehr die Daumen für ein "Bestanden", denn es wäre doch sehr schade, wenn die viele Mühe und Zeit ohne Abschluss enden würde. Also ganz feste Daumen drücken und für heute viel Gelassenheit und ein ordentliches Thema.
LG
Elke
Hallo Viola,
AntwortenLöschenwenn ich diesen Kommentar schreibe, ist auch die letzte Prüfung Geschichte und Du auf dem Weg nach Hause.😃
Ich drücke Dir fest die Daumen das Du alle Prüfungen geschafft hast. Bei meiner Gesellenprüfung damals wusste man zum Glück schon ob man bestanden hatte, bevor man in die mündliche Prüfung musste.
Aber ihr müsst ja wahrscheinlich einige Tage warten bis die Ergebnisse kommen. Und dann ist man in solchen Prüfungen die Du jetzt geschrieben hast, doch schon ein bisschen von den Prüfern abhängig, wie diese die Antworten auslegen. Anders als bei Multiple Choice Prüfungen.
Jetzt ist es jedenfalls erst Mal vorbei und Du kannst mit Deiner Familie ein schönes Wochenende verbringen.
Liebe Grüße
Karin