Samstag, 4. Mai 2024

Zwei Jahre

Vor fast genau zwei Jahren hatten wir Karten für den Friedrichstadtpalast, um uns dort die damalige Show "arise" anzusehen. Eigentlich wollten wir mit unserer ganzen Familie dorthin fahren, aber bekanntlich kam es ja anders: Steffen lag wegen der Krebsoperation und der Krankheit, die man nicht aussprechen kann, Wochen im Krankenhaus und ich war auf mich allein gestellt. Damals stand meine ganze Welt Kopf und ich hatte seinerzeit überlegt, die Karten einfach verfallen zu lassen. Aber es war ja damals Katharinas Geburtstagsgeschenk und was bringt es denn, etwas Schönes nicht zu machen? Davon wäre Steffen keine Minute schneller gesund geworden und so hatte ich wenigstens etwas, wovon ich gezehrt habe.

Ich weiß gar nicht, was mich dazu bewogen hat, im letzten Jahr zu gucken, ob es im Palast eine neue Revue gibt? Vielleicht habe ich auch Werbung dafür bekommen? Ich kann es nicht mehr sagen. Aber das ist auch nebensächlich, denn es gab tatsächlich wieder eine neue Grand Show und so haben wir wieder Karten für uns gekauft. Gern wären wir wieder zu Katharinas Geburtstag gefahren, aber als ich die Karten bestellt hatte, konnte man nur bis April Karten kaufen und so haben wir eben Tickets für den 27. April bestellt. Die großen Kinder haben sich uns angeschlossen und so haben wir tatsächlich einen richtigen Familienausflug daraus gemacht. Eine Karte war über und so haben wir meine Tante eingeladen, uns zu begleiten. Es war ein wunderschöner Nachmittag.

Und weil ich immer ein wenig sentimental bin, habe ich das Kleid angezogen, welches ich mir vor zwei Jahren extra für diesen Tag genäht hatte.

Einzig auf die roten Schuhe habe ich verzichtet, denn die sind zwar so schön rot und ich habe sie geliebt, aber sie sind vorn einfach zu eng. Ich habe sie seitdem auch nicht mehr angehabt, was aber nicht heitßt, dass sie nicht mehr im Schrank stehen. Und irgendwann finde ich ganz sicher rote Schuhe, die mir so richtig, richtig gut passen und die zu allen Sachen gut aussehen.

Die Show war wieder sehr schön, die Kostüme beeindruckend, die Akrobatik und die Tänze umwerfend, es war ein wunderschöner Nachmittag. Wir haben wieder günstige Karten gekauft, dieses Mal saßen wir direkt vor der Bühne, mehrfach habe ich meine Familei gefragt, ob wir wirklich richtig sitzen, denn dass wir in der ersten Reihe sitzen, war mir gar nicht bewusst. Auch wenn wir einen Teil der Show nicht so gut sehen konnten, konnten wir den Rest alles sehr gut sehen. Der Vorteil, wenn man sehr weit vorn sitzt, ist, dass man die Darsteller gut sehen kann und auch die Einzelheiten der Kostüme kann man sehr gut sehen. So haben wir zum Beispiel sehen können, dass eine Sorte Kostüme aus Stoff mit Wendepailetten genäht war. 

Vor der Show hatten wir noch ein wenig Zeit und sind noch ein klein wenig rumgebummelt. Auf der Brücke, auf der ich vor zwei Jahren allein ein Foto gemacht habe, haben wir dieses Mal ein Bild von uns dreien gemacht.
 
Zwei Jahre liegen zwischen diesen beiden Bildern. Und was für zwei Jahre waren das, turbulente ohne Ende. Links hatte ich das Fernstudium gerade begonnen, rechts hatte ich es gerade beendet. Links sind meine Haare länger, rechts kürzer und sicher auch ein wenig grauer als links (wenn da keine künstliche Farbe drauf wäre). Links bin ich noch voller Zweifel, ob ich das Fernstudium schaffen kann, rechts weiß ich: Ich kann! Zwei Jahre, in denen es bei uns wieder viele Höhe und Tiefen gab, aber wir haben es geschafft, sind auf unserem Weg vorangegangen und haben Steine aus dem Weg geräumt oder, wenn das nicht machbar war, sind wir drüber geklettert; haben unser Kind wieder einziehen lassen, haben beide Jungs auf ihrem abbiegenden Weg in's Berufsleben begleitet und sie (nachdem wir uns daran gewöhnt hatten) bestärkt, ihrem Herzen zu folgen und eben doch abzubiegen, begleiten Kahtarina auf ihrem Weg zum Großwerden (bei Mädchen anders als bei Jungs, hätte ich nie gedacht). Eben das ganz normale Leben.
 
Und wenn ich einnmal dabei bin, zurückzuschauen, so kann ich auch sagen, dass wir am Montag die Nachricht bekommen haben, dass sich Steffens Turmormarker nun in einem akzepablen Bereich von 5 bewegen (im Gegensatz zu 44 noch im Februar). Das war wohl die schönste Nachricht für  uns. Und ich bin zuversichtlich, dass wir die magische Grenze von 2 auch noch erreichen werden!

4 Kommentare:

  1. Das ist ein sehr schöner Post, voller Leben und Zuversicht. Ich lese bei dir immer sehr gern und wünsche deiner Familie, dass ihr immer füreinander und miteinander da sein dürft. Liebe Grüße Ingrid

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  2. Liebe Viola, ich muss mir hier grad ein Tränchen trocknen, so ein schöner und emotionaler Post... Du kannst wirklich stolz auf Dich und Deine Familie sein! Alles, alles Liebe für Dich und die Deinen
    Katrin

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  3. Liebe Viola,
    so viel hat sich in Eurem Leben in diesen beiden Jahren bewegt! Das Leben 1.0 einer Familie und bei Euch noch mal mit mehr Aufgaben als bei anderen.
    Für Euch als Familie alles, alles Gute!
    Elke

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  4. Liebe Viola,
    das Leben hat für dich und deine Familie wirklich einiges im Gepäck. Es ist schön wenn man es, wie du mit so viel Zuversicht übersteht. Ihr seid eine tolle Familie!!
    LG Marianne

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