Winterabend
Ferdinand von Saar
Wie muss der Tag sich neigen
Im Winter, ach, so bald:
Ein tiefes, mildes Schweigen
Liegt über Flur und Wald.
Am Himmel noch ein Schimmern,
Ein letztes, doch kein Stern,
Trübrote Lichter flimmern
Aus Hütten still und fern.
Und trüb und immer trüber
Der Landschaft weiter Kreis;
Es zieht der Bach vorüber
Eintönig unterm Eis.
Horch, welch leises Beben
Urplötzlich in der Luft?
Geheimnisvolles Weben,
Geheimnisvoller Duft.
Wie ferne, ferne Glocken
Erklingts – so wohl – so weh -:
Da fällt in dichten Flocken
Zur Erde sanft der Schnee.
Samstag, 13. Dezember 2025
13. Dezember
2 Kommentare:
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Liebe Viola,
AntwortenLöschenso ein schön melancholisches Wintergedicht...
Ob es wohl irgendwann schneit?
Euch wünsche ich ein schönes Adventswochenende!
Elke
Wieder ein für mich unbekanntes Gedicht. Danke und schöne Grüße von Rela
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